Wolfgang Grenke lässt Aufsichtsmandat ruhen

Baden-Baden (vo) – Wolfgang Grenke lässt sein Aufsichtsratsmandat bei der Grenke AG ruhen, bis die Vorwürfe hinsichtlich etwaiger Interessenkonflikte vollständig ausgeräumt sind.

Lässt sein Aufsichtsmandat vorerst ruhen: Wolfgang Grenke. Foto: Marijan Murat/dpa/Archiv

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Lässt sein Aufsichtsmandat vorerst ruhen: Wolfgang Grenke. Foto: Marijan Murat/dpa/Archiv

Das gelte mit sofortiger Wirkung und auch für sein Aufsichtsratsmandat bei der Grenke Bank sowie sein Verwaltungsratsmandat bei der Schweizer Grenkeleasing AG, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat beschlossen, die Übernahmen der Franchise-Unternehmen in der Vergangenheit von einem unabhängigen Prüfer analysieren und bewerten zu lassen. Dies war einer der Kritikpunkte einer Analyse des britischen Investors Fraser Perring, die in der vergangenen Woche zu erheblichen Turbulenzen und dem Absturz der Grenke-Aktie im M-DAX geführt hatten. Während Grenke auch in Zukunft an dem Modell einer Minderheitsbeteiligung der geschäftsführenden Gesellschafter bei den Franchise-Unternehmen festhalten will, wird nunmehr erwogen, dass Grenke diese Firmen nicht wie bisher üblich erst nach der Start-Up-Phase über eine Kapitalmehrheit erwirbt, sondern bereits mit Gründung Gesellschafter der Franchise-Unternehmen wird.

Außerdem wird wie bereits vom Grenke-Vorstand angekündigt, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ein Sondergutachten erstellen. Dabei geht es darum die Substanz des Geschäftes zu belegen und auch Vorwürfe von Perring in dieser Hinsicht zu widerlegen.

In der Mitteilung des Unternehmens heißt es weiter, dass die Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG, in der die Familie Grenke ihre Anteile von insgesamt 40,84 Prozent gebündelt hat, ihre Aktienpakete weiter langfristig halten möchte. Teil dieses Pakets ist auch der Anteil von Wolfgang Grenke. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Moritz Lipp erklärt dazu: „Wir rechnen es Wolfgang Grenke hoch an, dass er sein Aufsichtsratsmandat ruhen lässt. Er gibt uns damit die Zeit, ohne jedweden Interessenkonflikt die Zukunft zu gestalten. Gleichzeitig zeigt die Absicht von Wolfgang Grenke und den anderen Familienmitgliedern, dass sie vollstes Vertrauen in die Grenke AG und ihre langfristige Perspektive haben.“

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe teilte auf BT-Anfrage mit, dass das ehrenamtliche Engagement von Wolfgang Grenke als Präsident der IHK Karlsruhe sowie als Präsident des BWIHK nicht betroffen seien.

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Erstellt:
21. September 2020, 10:27 Uhr
Aktualisiert:
21. September 2020, 13:03 Uhr
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