Wo das Bleigießen versagt hat

Berlin (bms) – Für viele Politiker war 2020 eine Achterbahnfahrt nie gekannten Ausmaßes. Corona spielte oft eine Rolle, aber nicht immer. Es folgen sechs, die besonders stark durchgeschüttelt wurden.

Sorgte für einen Tabubruch und bundesweiten Skandal: Thomas Kemmerich. Foto: Martin Schutt/dpa/Archiv

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Sorgte für einen Tabubruch und bundesweiten Skandal: Thomas Kemmerich. Foto: Martin Schutt/dpa/Archiv

Von Werner Kolhoff, Hagen Strauß und Stefan Vetter

Thomas Kemmerich: Mit 5,0005 Prozent war er mit seiner Thüringer FDP gerade äußerst knapp wieder in den Landtag gezogen. Doch statt damit zufrieden zu sein, stellte sich der 54-Jährige am 5. Februar zur Wahl als Ministerpräsident – und wurde mit den Stimmen von CDU, FDP und der AfD gewählt. Ein Tabubruch und bundesweiter Skandal, der zwar wenig später mit dem Rücktritt wieder etwas geheilt war, doch nahm Kemmerich noch andere mit auf seinen Teufelsritt. Nicht nur Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der plötzlich ohne Amt dastand und dann doch wieder nicht. Sondern auch Annegret Kramp-Karrenbauer, die sogar auf den CDU-Bundesvorsitz verzichten musste, weil sie sich bei ihren Thüringer Parteifreunden mit der Forderung nach schnellen Neuwahlen nicht durchsetzen konnte. Oder Christian Lindner, FDP-Chef, der beim Krisenmanagement keine gute Figur machte und bis heute mit schlechten Umfragewerten kämpft. Im Dezember verzichtete der nach wie vor selbstbewusste Kemmerich auf Druck der Bundes-FDP zwar auf eine erneute Spitzenkandidatur für die Neuwahlen im Frühjahr, nicht aber auf den Landesvorsitz. Die Achterbahnfahrt geht weiter.

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