Wenn Besuch kommt, gibt es Kuchen

Baden-Baden (fh) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Fiona Herdrich diese Woche übers Backen für Besuch.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock-adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock-adobe.com/Badisches Tagblatt

Von Fiona Herdrich

Besuch hat sich angekündigt. Egal ob spontan oder nicht, ich scanne den Kühlschrank auf Eier, Milch, Butter und den Vorratsschrank auf Mehl, Zucker, Backpulver. Hab ich auch Obst? Äpfel? Zwetschgen?

Wenn Besuch kommt, macht man Kuchen. Daran halte ich mich, denn ich bin gerne ein guter Gastgeber. Da ist mir dann auch egal, ob meine Gäste zur Kaffeezeit kommen oder nicht. Schließlich ist so ein Kuchen auch ein super Nachtisch. „Kuchen, besuchen“, wird bei mir zu Hause also gerne gereimt. Blöd nur, dass Backen meistens so gar nicht in mein Zeitmanagement passt. Und für komplizierte Cupcakes mit Buttercreme in Rosen- oder Dahlienform oder ähnliches bin ich zu gedulds- und talentfrei. (Sieht zwar im Kochbuch, bei Instagram oder im Fernsehen immer schön aus, aber ganz ehrlich: Wem schmeckt die Kalorienbombe denn?) Da mach ich lieber Obstkuchen, und im aller schlimmsten Fall gibt es halt nur Brownies, die gelingen auch mit einer Backmischung. Hauptsache ich krieg’s gebacken.

Aber lohnt sich der Aufwand eigentlich? Bin ich jemals zu einer Freundin gegangen und habe gedacht: Du bist aber eine ganz schlechte Gastgeberin, du hast überhaupt keinen Kuchen da. Gibst du dir denn keine Mühe oder magst du mich etwa nicht genug, dass du für mich backen würdest ? Nein, noch nie ist mir so etwas durch den Kopf gegangen! Im Gegenteil, ich bin ja schon mehr als zufrieden, wenn es einen Keks zum Kaffee gibt. (Es soll ja Leute geben, denen es sogar lieber ist, wenn sie nicht ständig Süßes essen „müssen“.)

Vielleicht backe ich auch deswegen, weil bei Besuch endlich genug Leute im Haus sind, die das Naschwerk verdrücken, und ich keine Reste habe, die am Ende doch nur trocken werden. Nach dem Motto: Kuchen? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Vor zwei Wochen schrieb Daniela Körner lebensnah über Urlaub ohne Handy.

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Erstellt:
23. August 2020, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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