Vorlesen verändert Lebenswege von Kindern

Lesepädagogin Tanja Eger empfiehlt, täglich zu lesen. Dann reichen auch zehn bis 15 Minuten.Nathalie Dautel

Lesepädagogin Tanja Eger empfiehlt, täglich zu lesen. Dann reichen auch zehn bis 15 Minuten.Nathalie Dautel

Von Stephanie Hölzle

Baden-Baden – Kinder, denen vorgelesen wird oder wurde, haben es besser: Nicht nur, das es schön ist, mit einer vertrauten Person zusammenzusitzen und eine Geschichte zu hören. Solche Kinder können sich laut einer Vielzahl an Studien im Durchschnitt besser und länger konzentrieren, erreichen höhere Bildungsabschlüsse und weisen mehr Sozialkompetenz auf.

Da verwundert es schon, dass die aktuelle Vorlesestudie 2019 feststellt, dass Eltern in Deutschland immer weniger vorlesen. „Vorlesen ist nicht nur Unterhaltung“, erklärt dazu Tanja Eger, Lese- und Literaturpädagogin sowie Filialleiterin der Baden-Badener Familien-Buchhandlung „Mäx+Moritz“. Damit fasst sie treffend zusammen, was alle Experten betonen: Durch Vor- und Selberlesen lernen Kinder in vielen Bereichen und haben dadurch im Leben Vorteile.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft untersuchte jüngst die Auswirkungen von Lesen auf die Schullaufbahn. Ergebnis: Ein 14-Jähriger, dem als Sechsjähriger regelmäßig vorgelesen wurde und der als Zehnjähriger täglich selber las, geht demnach mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit aufs Gymnasium als andere Kinder und hat zudem bessere Noten. (Vor-)Lesen kann somit Lebenswege verändern.

Und mit wenig ist schon viel erreicht: Laut Eger genügen zehn bis 15 Minuten täglich. Wichtig sei aber, regelmäßig zum Buch zu greifen. Am besten sei, ein festes Lese-Ritual zu entwickeln – beispielsweise vor dem Schlafengehen. Prägend ist nach Meinung der Experten zudem das Vorbild der Eltern: Kinder von Lesern werden zumeist selbst Leseratten.

Ein Interview mit Tanja Eger aus der Reihe „Vier Fragen an:“ finden Sie ab Sonntag, 8 Uhr, auf der BT-Homepage.

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Erstellt:
16. November 2019, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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