Von wegen Luxus: Warum uns Kultur fehlt

Baden-Baden (sr) – Vorhang zu, Licht aus: Der kulturelle Lockdown hat viel mehr negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft als gemeinhin angenommen.

Große Kunst wie der Isenheimer Altar des Matthias Grünewald gehören zu unserem kulturellen Selbstverständnis.

© picture alliance/dpa

Große Kunst wie der Isenheimer Altar des Matthias Grünewald gehören zu unserem kulturellen Selbstverständnis.

Von Hans-Dieter Fronz

Was sind die Künste, was ist Kultur? Ein Luxusgut, eine Zugabe zu den notwendigen Dingen des Lebens? Ein Surplus, auf das man notfalls auch verzichten kann? Vielleicht muss man selbst Künstler sein für eine ganz andere Optik – wie Vincent van Gogh. Im Rijksmuseum in Amsterdam hatte der junge Künstler Rembrandts Ölbild „Die jüdische Braut“ gesehen. In einem Brief an seinen Bruder Theo schreibt er: „Zehn Jahre meines Lebens würde ich geben, wenn ich vor diesem Gemälde 14 Tage bei trocken Brot sitzen dürfte.“ Eine vergleichbare Bedeutung hatten Kunst und Kultur für Gottfried Benn. „Diese Nahrung, diese Lebensströme“ nennt er, in einem Atemzug mit Bach und Schiller, Dürer. Geistige „Bodenschätze“ heißen sie ihm.

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Erstellt:
23. Januar 2021, 12:00 Uhr
Lesedauer:
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