Vom Zimmer zum Spielplatz

Baden-Baden (ans) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt diese Woche Anna Strobel über ein Zimmer, das zu einem Spielplatz wird.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

Von BT-Volontärin Anna Strobel

Haustiere erfreuen sich aktuell großer Beliebtheit. Auch meine Freunde sind auf diesen Zug aufgesprungen und haben sich neue Mitbewohner in die Wohnung geholt – gleich fünf Stück an der Zahl. Wer jetzt an süße Fische oder pfeifende Wellensittiche denkt, der hat weit gefehlt. Die Wahl fiel stattdessen auf Ratten, die man ja sonst eher vom Flussufer oder aus der Kanalisation kennt. Vor der Anschaffung diskutieren wir über mögliche Namen für die Nagetiere. Schließlich werden die kleinen Racker Annabelle, Bintje, Finka, Marabel und Sieglinde – nach Kartoffelsorten – benannt. Seit ein paar Wochen wieseln die Ratten beim täglichen Freilauf durch die Wohnung. Oberstes Gebot hierbei: Die Sicherheit. „Eine Fallhöhe von über einem Meter könnte tödlich enden“, betont meine Freundin ernst. Ein bisschen fühlt es sich an, als wären die Tiere kleine Kinder. Mit Argusaugen beobachte ich sie, damit sie sich nicht aus Neugier in eine gefährliche Höhenlage bringen. Denn vorwitzig, das sind sie. Sie klettern eine Kleiderstange hoch und springen wagemutig vom Sofa auf den Boden. Als Besucher bin ich für sie sehr interessant: Sie erklimmen meine Schultern und meinen Kopf – ich werde zum lebendigen Kletterparkour. Finka, die kleinste Ratte in der Bande, hat Gefallen an meiner Strickjacke gefunden und versteckt sich in einer Falte des Kleidungsstücks. „Wie putzig“, denke ich mir – bis ich einen kleinen, feuchten Fleck auf meinem brandneuen Cardigan entdecke. Zugegeben, zuerst habe ich mich ein wenig über das Missgeschick geärgert, aber als Finka zu ihren Freunden flitzt, die inzwischen einen Stuhl entdeckt haben, kann ich ihr einfach nicht böse sein. Zu schön ist es, die Rattendamen dabei zu beobachten, wie sich für sie ein gewöhnliches Zimmer in einen aufregenden Abenteuerspielplatz verwandelt.

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Erstellt:
18. April 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 57sec

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