Verdi-Streik trifft Mittelbaden in voller Härte

Rastatt/Baden-Baden (red) – Der Streik von Verdi geht weiter: Arbeitsniederlegungen gibt es am Dienstag unter anderem bei den Busbetrieben in Baden-Baden sowie Kitas und dem Krankenhaus in Rastatt.

Verdi fordert für den Öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn, auch in der Tarifrunde für den kommunalen Nahverkehr gibt es Unmut. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Verdi fordert für den Öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn, auch in der Tarifrunde für den kommunalen Nahverkehr gibt es Unmut. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Am Montag waren in Stuttgart die Kindertagesstätten dicht, am Dienstag trifft die nächste Streikrunde der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Mittelbaden. Wie schon am Freitag verkehren in Baden-Baden keine Stadtbusse, fahren in Karlsruhe die meisten Straßenbahnen nicht. Hinzu kommt, dass die Rastatter Klinik von 6 bis 20 Uhr bestreikt wird, sowie dass die städtischen Kitas in Rastatt größtenteils nur Notbetrieb haben.
Wie berichtet haben in der Barockstadt laut Mitteilung der städtischen Pressestelle die Kindertagesstätten Biber, Rheinau-Nord, Ottersdorf und die Kinderschule Amalie Struve angekündigt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich am Warnstreik beteiligen werden. In der Kinderschule Amalie Struve wird ein Notbetrieb mit reduzierten Öffnungszeiten eingerichtet, während in den anderen drei Kitas voraussichtlich ein eingeschränkter Normalbetrieb unter Pandemiebedingungen aufrechterhalten werden kann, so die Mitteilung weiter.

Planbare OPs werden verschoben

Im Rastatter Krankenhaus werden einer Mitteilung der Klinikleitung zufolge planbare OP-Termine abgesagt und verschoben. Die Versorgung der stationären Patienten sowie die Notfallversorgung sei ebenso wie Notfalloperationen sichergestellt.

In Baden-Baden werden die Stadtwerke am Dienstag 24 Stunden lang bestreikt und die allermeisten Busse bleiben im Depot. Die Merkur-Bergbahn wird ebenfalls bestreikt. Ausnahme bilden laut Stadt die Buslinien 203, 206 und 285. Die im Fahrplan mit „S“ gekennzeichneten Schulfahrten fallen aus. Die Regionalbus-Linien 244 und 245 verkehren ebenfalls.

In Karlsruhe vom Warnstreik betroffen sind heute erneut die Tram-Linien 1 bis 6 und die Linie S2 sowie sämtliche Bus-Linien der Verkehrsbetriebe (VBK). Diese fahren den gesamten Tag über nicht. Als Alternative für die Fahrgäste bieten sich gerade im Innenstadtbereich Fahrten mit den Stadtbahnen der nicht bestreikten Albtal-Verkehrs-Gesellschaft an, heißt es aus der Pressestelle des Karlsruhe Verkehrsverbundes. Die Linien S1, S11, S4, S5, S51, S7 und S8 bedienen viele Straßenbahn-Haltestellen in Karlsruhe und fahren wie gewohnt – auch auf den DB-Gleisen in Mittelbaden.

Über 100 Kitas in Stuttgart dicht

Wegen des Warnstreiks mussten in Stuttgart am Montag schon zahlreiche Kinder zu Hause bleiben. 119 Kindertagesstätten waren nach Angaben der Landeshauptstadt geschlossen. 61 Einrichtungen blieben ganz oder zeitweise geöffnet. Von dem Warnstreik im Öffentlichen Dienst war auch die Schülerbetreuung betroffen. 1569 Mitarbeiter waren der Stadt zufolge im Ausstand. Laut einem Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatten rund 2000 Menschen in Stuttgart ihre Arbeit niedergelegt.

Nach Gewerkschaftsangaben wurden zudem die Stadtwerke Ulm bestreikt. Dort seien etwa 200 Menschen im Ausstand gewesen.

Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im Öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben in den ersten zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. Als Grund für die Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen im Südwesten nennt Verdi „stockenden“ Verhandlungen in der Manteltarifrunde für den kommunalen Nahverkehr. Verdi fordert für unter anderem Entlastungstage, bessere Überstundenregelungen sowie die Anhebung des Urlaubsgeldes.


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