Vatikan-Papier sorgt weiter für Wirbel

Freiburg (kli) – Dass der Vatikan die Segnung homosexueller Partnerschaften ablehnt, führt in Deutschland zu Protest. Die Freiburger Theologin Ursula Nothelle-Wildfeuer sagt im BT-Interview, warum.

Die Positionen des Vatikans für homosexuelle Partnerschaften stoßen in Deutschland auf viel Widerstand.      Foto: Grzegorz Galazka /dpa

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Die Positionen des Vatikans für homosexuelle Partnerschaften stoßen in Deutschland auf viel Widerstand. Foto: Grzegorz Galazka /dpa

Von BT-Redakteur Dieter Klink

Seit dem Nein des Vatikans zu Segnungen homosexueller Partnerschaften formiert sich in der katholischen Kirche in Deutschland Protest dagegen. Inzwischen haben 277 Theologen aus dem deutschsprachigen Raum eine Stellungnahme veröffentlicht, die die Haltung des Vatikans ablehnt und gleichgeschlechtlichen Paaren Unterstützung in der Kirche zusagt. Zu den Unterzeichnern gehört auch die Freiburger katholische Theologin Ursula Nothelle-Wildfeuer. Im Interview mit BT-Redakteur Dieter Klink sagt sie, warum.
BT: Frau Nothelle-Wildfeuer, warum haben Sie die Stellungnahme unterschrieben?
Ursula Nothelle-Wildfeuer: Ich fühle mich als Theologin verpflichtet, mich zu Wort zu melden, wo die Glaubenskongregation eine Botschaft schickt, die so verletzend ist, ein Schlag ins Gesicht für Menschen, die sich seit langer Zeit bemühen, ihre Partnerschaft zu leben und trotz aller Zumutungen, die sie deswegen erfahren, der Kirche noch immer verbunden bleiben. Ich habe zudem das Gefühl, es wird damit erneut der Synodale Weg der Kirche torpediert, als hätte die Kirche nicht gerade andere Probleme, mit denen sie sich zu beschäftigen hat. Ohne Not wird hier das nächste Fass aufgemacht, das kann ich überhaupt nicht verstehen. Wenn man schon nichts Gutes über Homosexuelle sagen will, hätte man schweigen können. Und als Wissenschaftlerin bin ich enttäuscht, dass überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wird, was zu diesen Fragen im human- und sozialwissenschaftlichen und auch theologischen Bereich gearbeitet wird. Das wird nicht zur Kenntnis genommen. Aber der Diskurs lässt sich nicht mit einem Papier einfach unterbinden.

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Erstellt:
27. März 2021, 07:30 Uhr
Lesedauer:
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