Urteil: Instagram-Tags sind zu kennzeichnen

Karlsruhe (red) – Instagram-Star Pamela Reif aus Karlsruhe muss Beiträge auf Instagram als Werbung kennzeichnen, auch wenn sie von den genannten Marken kein Geld bekommt.

Hat eine Niederlage vor Gericht kassiert: Pamela Reif. Foto: Uli Deck/dpa

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Hat eine Niederlage vor Gericht kassiert: Pamela Reif. Foto: Uli Deck/dpa

Das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) hat ein entsprechendes Urteil der Vorinstanz am Mittwoch bestätigt. Allerdings betonte das Gericht laut einer Mitteilung, dass es nicht um grundsätzliche Fragen der Kennzeichnung ging. Konkret sei es nur um die Frage gegangen, ob eine solche Kennzeichnung erforderlich ist, wenn sogenannte „Tap Tags“ verwendet werden, die zu den Seiten anderer Unternehmen führen. „Tap Tags“ sind anklickbare Bereiche innerhalb eines geposteten Bildes, die Links zu den Anbietern oder Herstellern bestimmter Produkte - insbesondere auf dem Bild zu sehender Kleidungsstücke oder anderer Gegenstände - enthalten. Das Gericht hat nun darin unlautere Werbung gesehen, dass solche Beiträge ohne Kennzeichnung veröffentlicht worden waren.

Dies resultierte im konkreten Fall vor allem daraus, dass einerseits ein privates Erscheinungsbild der Seiten gegeben sei und Reif von ihren Followern als authentisch angesehen werden, andererseits aber Kommunikationselemente bestünden, die von Drittinteressen beeinflusst seien.

Eine Revision zum Bundesgerichtshof wurde zugelassen, da die Frage gerade im Hinblick auf bislang unterschiedliche Rechtsprechung höchstrichterlich zu klären sei.

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Erstellt:
9. September 2020, 10:49 Uhr
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