„Tatort“ in den Fängen der Mafia

München (dpa) – Nach Ermittlungen im mafiaverseuchten Ruhrgebiet geht es im zweiten Teil des Jubiläums-„Tatorts“ zum 50-jährigen Bestehen der Reihe nach München.

Als die beiden Kriminalhauptkommissare Peter Faber (Jörg Hartmann, links) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, rechts) Kontakt zu Domenico Palladio (Paolo Sassanelli) aufnehmen, prallen zwei verschiedene Ermittlungsansätze aufeinander. Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Als die beiden Kriminalhauptkommissare Peter Faber (Jörg Hartmann, links) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, rechts) Kontakt zu Domenico Palladio (Paolo Sassanelli) aufnehmen, prallen zwei verschiedene Ermittlungsansätze aufeinander. Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Der Jubiläums-„Tatort“ zum 50-jährigen Bestehen der Reihe geht am heutigen Sonntag (20.15 Uhr) in München weiter. Nach dem beeindruckenden ersten Teil von „In der Familie“ von Regie-Altmeister Dominik Graf übernimmt nun mit Pia Strietmann die jüngere Generation mit einer ganz anderen, aber ebenso packenden Erzählweise, wieder zu sehen im Ersten.

„In der Familie“ heißt auch im zweiten Teil nicht weniger als: in den Fängen der Mafia, ganz tief drin im Sumpf des organisierten Verbrechens. Nachdem in Teil eins die Betreiberfamilie einer Dortmunder Pizzeria im Mittelpunkt stand, folgt die Erzählung nun der Tochter aus dieser Familie. Die Nebenfigur aus Teil eins wird zum Hauptcharakter im zweiten Teil.

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„Tatort“ in den Fängen der Mafia
Claudia Palladio (Barbara Romaner, links) versucht das Vertrauen von Sofia Modica (Emma Preisendanz) zu gewinnen. Im Hintergrund: Sofias Vater Luca (Beniamino Brogi). Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

„Tatort“ in den Fängen der Mafia
Die Münchner Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, links), Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, Mitte) und ihr Dortmunder Kollege Faber (Jörg Hartmann) ermitteln im Mafia-Milieu. Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

„Tatort“ in den Fängen der Mafia
Luca Modica (Beniamino Brogi, links) muss tun, was Domenico Palladio (Paolo Sassanelli) von ihm verlangt. Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

„Tatort“ in den Fängen der Mafia
Hier werden die Münchner Immobiliengeschäfte gemacht (von links): Der stellvertretende Leiter des Baudezernats Martin Hainer (Florian Brückner), Bauunternehmer Willi Sailer (Rainer Haustein) und der italienischen Unternehmer Domenico Palladio (Paolo Sassanelli). Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

„Tatort“ in den Fängen der Mafia
Die beiden Münchner Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, rechts) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, Mitte) mit ihrem Kollegen Kriminalkommissar Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer). Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Und so sitzt Tochter Sofia (Emma Preisendanz) im Lieferwagen und sieht dabei zu, wie ihr Vater Luca (Beniamino Brogi) und Pippo (Emiliano De Martino), der sich in Teil eins wie ein Geschwür hineingefressen hat in ihre Familie, um sie letztendlich zu zerstören, einen Mann kopfüber von der Brücke hängen lassen. Brutalstmöglicher Mord nach feinster Mafia-Methode.

Luca muss die Drecksarbeit machen

Denn Luca steht auf der Abschussliste der „Familie“, nachdem seine Frau ihn und seine Drogengeschäfte an die Polizei verraten hat. Darum bleibt ihm jetzt nichts anderes übrig, als die Drecksarbeit zu erledigen für den Mafiaboss. Dieser residiert in einer pompösen Villa am See, besticht und bedroht von dort aus die lokalen Baubehörden und zwingt sie zur Geldwäsche. Seinen Sohn hat er zum Jura-Studium an die Uni geschickt.

Eindringlicher Showdown

Sofia will nur noch weg aus diesem Leben – und zurück zu ihrer Mutter, um deren Schicksal sie nicht weiß. Als sie auf ihrem Handy anruft, ruft das den Dortmunder Ermittler Peter Faber (Jörg Hartmann) auf den Plan, der sich ins Revier der Kollegen Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) begibt und weiterermittelt, in dieser so tragisch geendeten Dortmunder Geschichte, die die Kommissare schon vor Monaten im Ruhrgebiet zusammenbrachte. Als Sofia schließlich erfährt, was mit ihrer Mutter geschehen ist, kommt es zum eindringlichen, in Erinnerung bleibenden Showdown wie man ihn nur selten sieht im „Tatort“.

Sofia Modica (Emma Preisendanz) hat ihr altes Leben hinter sich gelassen. Pippo Mauro (Emiliano De Martino) hat sie nun fest im Blick. Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

Sofia Modica (Emma Preisendanz) hat ihr altes Leben hinter sich gelassen. Pippo Mauro (Emiliano De Martino) hat sie nun fest im Blick. Foto: BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH/Hagen Keller

„Ich las das Drehbuch als eine Tragödie, ein Requiem. Weder Vater noch Tochter haben in dieser Geschichte den Hauch einer Chance, einander nicht zu verlieren“, sagte Regisseurin Strietmann nach Angaben des Bayerischen Rundfunks. „Wir haben uns auf die Tragik, die Ausweglosigkeit und die Emotion von Sofia und ihrem Vater Luca konzentriert und versucht, Bilder und Motive zu finden, die ihr Innenleben spiegeln.“

Es sind harte Bilder, die Strietmann in ihrem zweiten Münchner „Tatort“ nach ihrem grandiosen Debüt mit dem Amoklauf-Film „Unklare Lage“ aus dem Frühjahr zeigt.

„Mir war wichtig, auch inszenatorisch und stilistisch eine eigene Sprache, einen anderen Ausdruck suchen zu dürfen“, sagte sie. „Ich wollte keinen „klassischen zweiten Teil“ machen, bei dem man versuchen sollte, die Handschrift des anderen zu verstehen und zu kopieren oder weiterzuführen. Es war eine große Herausforderung, sich das nach dem starken ersten Teil von Dominik Graf dann aber auch konsequent zu trauen.“

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Erstellt:
6. Dezember 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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