Sturmtief „Sabine“ kommt

Düsseldorf (dpa) - Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr bundesweit nach und nach eingestellt. Erste Auswirkungen sind bereits in Baden-Württemberg zu spüren.

Orkantief „Sabine“ wird auch in Baden-Württemberg erwartet. Foto: Zucchi/dpa

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Orkantief „Sabine“ wird auch in Baden-Württemberg erwartet. Foto: Zucchi/dpa

Man habe sich entschieden, „beginnend in NRW nach und nach alle Züge des Fernverkehrs bundesweit an größeren Bahnhöfen enden zu lassen“, schrieb die Bahn in ihrem für den Sturm eingerichteten Presseblog. Für gestrandete Fahrgäste stellte die Bahn in größeren Bahnhöfen Züge bereit, in denen die Passagiere die Nacht verbringen konnten. Auch in Stuttgart und Karlsruhe standen jeweils zwei solcher Züge bereit. Die Bahn erklärte am Abend, dass der Fernverkehr voraussichtlich mindestens bis Montag, 10 Uhr, eingestellt bleibe. Alle Strecken müssten zunächst auf Schäden untersucht werden; mit Behinderungen sei den ganzen Tag über zu rechnen. Auch der Regionalverkehr in Baden-Württemberg ist erheblich betroffen. Kunden müssen damit rechnen, dass bis Montagmorgen, 8 Uhr, keine Züge fahren. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist laut Bahn nicht möglich. Schon am Nachmittag waren mehrere Strecken gesperrt worden, weil umgestürzte Bäume die Gleise blockiert hatten. Auch für Autofahrer sorgte der Sturm für Komplikationen: Mehrere Bundes- und Landstraßen waren schon am Nachmittag nicht mehr problemlos befahrbar, weil Bäume im Weg lagen.

Flüge gestrichen

An den großen deutschen Flughäfen wurden am Sonntag etliche Flüge gestrichen. Die Airline Eurowings stellte ihren Betrieb für die Dauer des Sturms fast vollständig ein. Auch am Flughafen in Stuttgart wurden zahlreiche Flügen gestrichen. Nach Angaben eines Sprechers handelte es sich vor allem um Maschinen, die aus dem Norden und Nordwesten Deutschlands und Europas kommen oder dorthin fliegen sollten. Am Baden-Airport fiel der abendliche Ryanair-Flug von und nach London-Stansted dem Sturm zum Opfer und wurde annulliert.

Das Sturmtief soll von Norden nach Süden über den Südwesten ziehen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts DWD sind Montagfrüh orkanartige Böen auch in den Niederungen mit einer Windstärke von bis zu 120 Kilometern pro Stunde möglich. Im höheren Bergland erwartete der DWD Orkanstärken mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Die Meteorologen warnten vor einer „extremen Gefahr“ durch umherfliegende Gegenstände und umstürzende Bäume. „Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen.“

Wie ein DWD-Sprecher erklärte, wird der Höhepunkt des Sturms im Nordwesten Baden-Württembergs am Montag zwischen 3 Uhr und 6 Uhr erwartet. Gegen 7 Uhr dürfte „Sabine“ auch den Großraum Stuttgart erreichen. Im Laufe des Montagvormittags ziehe „Sabine“ über den Südosten des Landes. Die höchsten Windgeschwindigkeiten erwartete der DWD auf Bergen in exponierten Lagen im Hochschwarzwald.

Schüler im Südwesten können zu Hause bleiben

Angesichts möglicher Gefahren auf dem Schulweg infolge des Orkantiefs können Eltern in Baden-Württemberg am Montag ihre Kinder vom Unterricht befreien lassen. Sie könnten selbst „entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist“, teilte das Kultusministerium in Stuttgart am Wochenende mit. Die Schule solle aber informiert werden. Die Stadt Karlsruhe teilte am Sonntagabend mit, dass am Montag alle Friedhöfe geschlossen bleiben - ebenso der Zoologische Stadtgarten und der Schlossgarten Durlach. Möglicherweise würden auch Straßen gesperrt.

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Erstellt:
9. Februar 2020, 18:24 Uhr
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