Staatstheater-Mitarbeiter eingebunden in Strukturprozess

Karlsruhe (cl) – Große Strukturreform im Staatstheater: „Alle werden angehört“, sagte der Geschäftsführende Direktor Graf-Hauber. Derweil verlängert die Opernchefin Nicole Braunger doch bis 2024.

Die Österreicherin Nicole Braunger bleibt jetzt doch bis 2024 Karlsruher Opernchefin.  Foto: Felix Grünschloss/Staatstheater

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Die Österreicherin Nicole Braunger bleibt jetzt doch bis 2024 Karlsruher Opernchefin. Foto: Felix Grünschloss/Staatstheater

Von Christiane Lenhardt

Wann der Spielbetrieb am Badischen Staatstheater Karlsruhe wieder losgehen kann, steht natürlich noch nicht fest: „Ende nächster Woche wissen wir mehr, wenn am 3. März Bund und Länder zur nächsten Konferenz zusammentreten“, sagte der Geschäftsführende Direktor Johannes Graf-Hauber gestern im BT-Gespräch – „wir haben natürlich genug coronataugliche Formate und können spielen.“
Nicht nur das Programm für die restliche Spielzeit, die noch bleibt, ist gemacht, hinter den Kulissen wird auch kreativ um die beste Zukunft für das Mehrspartenhaus gerungen. Der im vergangenen November angestoßene Strukturprozess für einen Neuanfang, nachdem der umstrittene Generalintendant Peter Spuhler vorzeitig von der Verantwortung entbunden worden ist und bis zum Sommer gehen muss, soll von Experten wie dem früheren Vorsitzenden des Deutschen Bühnenvereins, Ralf Bolwin, begleitet werden.
Zunächst wird bis zum Sommer ein Interimsintendant oder eine Interimsintendantin für die nächsten drei Jahre gesucht – parallel dazu wird um eine neue Führungsstruktur gerungen. Die Machtfülle des alten Generalintendantenmodells, wie es Peter Spuhler verkörpterte, hatten Personalrat, Karlsruher Politiker und auch die Theaterfreunde moniert – jetzt soll natürlich in viele Richtungen gedacht, sollen etliche Theatermodelle angeschaut werden. Im Blick ist auch das doppelt so große Württembergische Staatstheater Stuttgart, wo längst jede Sparte von einem Intendanten selbstständig geleitet wird.
Eingebunden in diesen Strukturprozess sind auch die Theaterleitung unter dem Geschäftsführenden Direktor Graf-Hauber, die Spartenleiter und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mehrspartenhauses. „Wir werden intensiv gehört“, so Graf-Hauber. Ein Runder Tisch sei zu Jahresbeginn eingerichtet worden, an dem alle Staatstheatermitglieder offen und vertrauensvoll ihre Meinung äußern könnten – ein Forum, an dem alle Fakten in aller Sachlichkeit auf den Tisch kämen und hernach die Themen sortiert würden. In diesem betriebsinternen Austausch gelte es, viele Punkte auf Augenhöhe zu besprechen.
„Der vom Verwaltungsrat beschlossene Zukunftsprozess wird im Theater von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen“, erklärte auch Kunst- und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer nach der jüngsten Verwaltungsratssitzung. Auch bei der Interimsintendanz sei man schon auf einem richtigen Weg.

Graf-Hauber: Kluger Prozess angesichts der großen Herausforderungen und Baumaßnahmen

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Erstellt:
25. Februar 2021, 20:34 Uhr
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