So geht es mit dem Fußball in Südbaden weiter

Freiburg (moe) – Der Südbadische Fußballverband hat eine Entscheidung darüber getroffen, wie im kommenden Jahr gespielt wird: Die Ligen werden in zwei Hälften geteilt.

Wann wieder gespielt werden kann, ist noch nicht klar. Das Wie wurde nun seitens des südbadischen Verbands konkretisiert. Foto: Frank Seiter

© toto

Wann wieder gespielt werden kann, ist noch nicht klar. Das Wie wurde nun seitens des südbadischen Verbands konkretisiert. Foto: Frank Seiter

Von Moritz Hirn

Seit Wochen, eigentlich sogar seit Monaten darbt der regionale Fußball. Abgesehen von einem (spät)sommerlichen Zwischenhoch hat Corona den Sport in seinen Fängen. Bis auf unbestimmte Zeit sind Vereine, Trainer und Spieler im Lockdown. Immerhin: Seit gestern herrscht für alle Kicker in Sachen Saisonfortsetzung Klarheit – soweit dies das allgemeine Pandemiegeschehen überhaupt zulässt. Gestern verkündete der Südbadische Fußballverband, dass man sich auf Vorstandsebene verständigt hat, in der laufenden Saison keine komplette Hin- und Rückrunde mehr auszutragen.
Im Rahmen einer Videokonferenz waren sich die Verantwortlichen in der Freiburger Verbandszentrale, aber auch die Vertreter in den sechs Bezirken einig, „dass in den Staffeln mit 15 und mehr Mannschaften die Saison nicht mehr mit Vor- und Rückrunde gespielt werden kann. Die behördlichen Beschränkungen bis mindestens zum 10. Januar 2021 machen es in diesen Staffeln unmöglich, die Saison bis zum 30. Juni 2021 zu Ende zu spielen“, heißt es in der Mitteilung des SBFV.

„Als Fußballverband haben wir zwar die Aufgabe, den Spielbetrieb zu organisieren und so viele Spiele wie möglich durchzuführen. Allerdings werden dieser Verpflichtung durch die tatsächliche Entwicklung der Pandemie und die Zumutbarkeit Grenzen gesetzt“, wird Vizepräsident Christian Dusch zitiert. Aus diesem Grund hat sich der Verband entschieden, in Staffeln mit 15 oder mehr Mannschaften – im Bezirk Baden-Baden sind abgesehen von den Staffeln B1, C1 und C3 im Seniorenbereich alle Ligen betroffen – nach Beendigung der Vorrunde „auf einen alternativen Spielmodus“ umzustellen. Dieses Vorgehen gilt für alle Staffeln von der Verbandsliga abwärts in allen Altersklassen (Jugend, Frauen, Herren). Für die überregionalen Ligen (Ober-/Regionalliga) können abweichende Regelungen beschlossen werden, heißt es weiter. Für Ligen mit 14 und weniger Mannschaften will der SBFV vorerst noch am traditionellen Modus festhalten.

Auch für eine konkrete Variante für das weitere Vorgehen hat sich die Verbandsspitze bereits entschieden: Es soll, sofern möglich, eine verkürzte Rückrunde umgesetzt werden. Bei dieser Variante werden die betreffenden Staffeln nach Abschluss der Vorrunde in der Hälfte geteilt. Beide Gruppen nehmen sowohl Punkte als auch Tore aus der Hinrunde mit und ermitteln ihren jeweiligen Meister (obere Hälfte) beziehungsweise die Absteiger (untere Hälfte) in einem einfachen Modus „Jeder gegen Jeden“.

„Stück weit Sicherheit für die Vereine“


„Diese Variante war schon während der Videokonferenz und auch im Nachgang von den Vereinen präferiert worden, die sich zurückgemeldet haben. Darüber hinaus haben sich dafür auch die Mitglieder des Verbandsspielausschusses und die Bezirksvorsitzenden ausgesprochen. Daher war es folgerichtig, dass sich auch der Verbandsvorstand einstimmig dieser Variante angeschlossen hat“, erläutert Dusch. Sollte die Saison dennoch nicht bis zum 30. Juni zu Ende gespielt werden können, wird die Spielzeit vorzeitig beendet und die Abschlusstabellen mittels Quotientenverfahren ermittelt.

Angesichts der sich nach wie vor extrem schnell verändernden Parameter ist es freilich nicht ausgemacht, dass am Ende tatsächlich eine Meister- sowie eine Abstiegsrunde gespielt werden kann. Das betont auch Vito Voncina, der Vorsitzende des Bezirks Baden-Baden. „Letztlich“, sagt der Funktionär aus dem Murgtal, „gibt uns das die Politik vor“. Sollte beispielsweise auch im März der Ball aufgrund nach wie vor hoher Infektionszahlen nicht rollen können, müsste man laut Voncina auch die nun auserkorene Variante ad acta legen.

Die Problematik hat auch SBFV-Vize Dusch in der Mitteilung verbalisiert: „Wie im letzten Jahr können wir auch jetzt nicht sicher sagen, wie sich die Pandemie und die behördliche Verfügungslage entwickeln wird. Dennoch wollen wir bereits jetzt klar kommunizieren, welche Möglichkeiten es aus unserer Sicht gibt, um die Saison in einem alternativen Spielmodus abzuschließen. Ob das allerdings gelingt, liegt nicht in unserer Hand.“

Skepsis schwingt mit


Laut Voncina ist die aktuelle Entscheidung „ein guter Beschluss“. Vor allem, weil er den Vereinen ein Stück weit „Sicherheit gibt“. Allerdings sei dies nur ein erster Schritt, „alles Weitere wird sich ergeben“, sagt Voncina, in dessen Worten durchaus auch ein wenig Skepsis mitschwingt: „Ganz persönlich“ ist der Bezirksboss der Meinung, „dass wir schon viel erreicht haben, wenn wir die Vorrunde komplett zu Ende spielen können.“


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.