So ein Katsch!

Baden-Baden (dk) – Es sind die Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Daniela Körner über einen Fehler, den sie mit Überzeugung immer wieder gemacht hat.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock-adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock-adobe.com/Badisches Tagblatt

Von Daniela Körner

„Warum sagen die eigentlich immer Karantäne und nicht Kwarantäne?“, rege ich mich auf, als ich die Nachrichten sehe. „Weil es eben so heißt“, sagen mir die Kinder. Dass sie die Augen verdrehen, sehe ich genau. Doch ich kann es nicht lassen, muss ein bisschen schulmeistern, wo doch drei Monate lang alle Eltern Lehrer sein sollten: „Das ist doch Quatsch. Oder sagt ihr etwa Katsch? Oder Kadrat, Kerkopf und Kaulkappe?“. Die Kinder müssen lachen. „Oder Kasseltstrippe“, kriege ich zu hören. Nehmen die mich denn gar nicht ernst?

Das einzige Wort mit Qu

Als dann sogar meine Mutter beim Telefonieren das Qu-Wort wie ein K-Wort ausspricht, will ich es genau wissen: Ich blase den Staub von meinem Duden (immerhin einer mit neuer Rechtschreibung), blättere die Seiten mit dem Q auf – und kann es kaum fassen: Es ist das einzige Wort weit und breit, das sich mit Qu schreibt, aber nicht wie Kw ausgesprochen wird. Warum das so ist, erfahre ich im Internet: Das Wort Quarantäne kommt aus dem Französischen, und die Franzosen sprechen es eben aus, als wäre der Anfangsbuchstabe ein K. Nebenbei erfahre ich noch, dass dieses Wort von dem französischen „quarante“ abstammt, das übersetzt „vierzig“ bedeutet. 40 Tage lang waren Häfen für seuchenverdächtige Schiffe gesperrt.

Kniefall vor den Kindern

Wort für Wort schaue ich jetzt durch – es sind tatsächlich nicht viele, für die diese Ausnahme gilt. Und wenn, dann kommen sie wieder aus dem Französischen wie der Billardstock „Queue“ oder die leckere „Quiche“. Auch die Hauptstadt von Ecuador, Quito, wird nicht nach deutschen Regeln ausgesprochen.

Nach meiner Entdeckung folgt der Kniefall vor den Kindern: „Also, das mit der Kwarantäne, das müsst ihr jetzt mal ganz schnell vergessen.“ Froh, dass sie jetzt keine Vorträge mehr ertragen müssen – zumindest darüber nicht – witzeln sie: „Jetzt hast du uns was ganz Falsches beigebracht – das geht ja wohl gar nicht!“

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Erstellt:
28. Juni 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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