Schlüsselfeen und Mantras

Bühl (km) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Kathrin Maurer über ihre dreijährige Tochter und ihre eigene Vergesslichkeit.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock-adobe.com/Badisches Tagblatt

© red

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock-adobe.com/Badisches Tagblatt

Von Kathrin Maurer

Batsch! Die Haustür fällt ins Schloss. „Mama, hast du dein Handy und deinen Schlüssel?“, fragt mich meine dreijährige Tochter fast schon gelangweilt auf dem Weg zur Garage. Reflexartig beginnt meine rechte Hand beim Laufen (natürlich sind wir wieder einen Ticken zu spät dran) in einer meiner vollgestopften Taschen nach den zwei Gegenständen zu suchen, an die mich meine Tochter jeden Morgen mantraartig erinnert.

Das Handy purzelt im gleichen Augenblick aus meiner Jacke und landet unsanft auf Beton und der Schlüssel pikst mich beim wilden Kramen unsanft in den Finger. Was mir – neben Pinas urteilendem Blick, wenn wir es uns mal wieder auf den Treppenstufen vor unserem Haus gemütlich machen müssen, um auf eine unserer zahlreichen Schlüsselfeen zu warten – unmittelbar und schmerzhaft mein größtes Unvermögen vor Augen führt: Vergesslichkeit.

Angeschnallte Füße im Fahrradsitz

„Ich werde nicht so vergesslich, wenn ich groß bin“, beschließt die Kleine genervt, als ich mal wieder ohne Schloss vor dem Fahrrad stehe, ihren Kindergartenrucksack in der Diele habe stehen lassen, den Geldbeutel beim Einkaufen vermisse oder versuche, sie mit noch angeschnallten Füßen vom Fahrradsitz zu heben – Klassiker.

Die Vorzeichen dafür stehen genetisch aber leider schlecht – da reicht schon ein kurzer Blick in unsere Familie. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel, denke ich hoffnungsvoll, als ich den Sprössling aus dem Fahrradsitz wuchte: „Mamaaaaa, meine Füße!!“

Vor zwei Woche schrieb Fiona Herdrich lebensnah über vom Winde verwehte Zettel.

Zum Artikel

Erstellt:
20. September 2020, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 45sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.