„Alle auf den Schiri!“

Au am Rhein (moe) – Verbale Anfeindungen, Drohgebärden, hämische Gestik: Ein Nachmittag mit Fußball-Schiedsrichter Hendrik Jörger.

Mittlerweile 19, aber schon sechs Jahre an der Pfeife: Schiedsrichter Hendrik Jörger. Foto: Frank Seiter

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Mittlerweile 19, aber schon sechs Jahre an der Pfeife: Schiedsrichter Hendrik Jörger. Foto: Frank Seiter

Von Moritz Hirn

Wenn ich so pfeifen würde, würde ich mir einen Nagel kaufen, ihn in die Wand hauen und mich daran...“ Der Rest des Satzes verschwindet mit dem Spieler des SV Au am Rhein in der Umkleidekabine. Das fehlende Wort indes ist nicht schwer zu erahnen. Die Brutalität des Gesagten lässt die, die es vernommen haben, konsterniert zurück. Der eigentliche Adressat des Wutausbruchs bekommt davon nichts mit. Schiedsrichter Hendrik Jörger sitzt zu diesem Zeitpunkt in seiner Kabine und ist völlig aufgelöst. Er atmet tief und hat Mühe, die Fassung zu wahren. „Das war alles ein bisschen viel gerade“, sagt der 18-Jährige. Seine Stimme zittert. In den Minuten zuvor ist einfach zu viel Wüstes auf den jungen Referee hereingeprasselt: Verbale Anfeindungen. Drohgebärden. Hämische Gestiken. „Wir sind noch nie so verpfiffen worden“, glaubt sich ein Zuschauer älteren Semesters zu erinnern. „Dem gehört die Pfeife weggenommen“, fordert ein anderer. Es ist offensichtlich: Für Spieler und Fans des Heimvereins ist Jörger der Schuldige, der Grund, warum die Kreisligapartie gegen den SV Staufenberg mit 1:2 verloren ging.

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Erstellt:
4. Dezember 2020, 17:57 Uhr
Lesedauer:
ca. 5min 34sec

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