Philippsburger Kühltürme gesprengt

Philippsburg (dpa) - Die Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg sind Geschichte. Sie wurden am Donnerstagmorgen um 6.05 Uhr gesprengt. Der genaue Zeitpunkt war zuvor nicht genannt worden.

Philippsburger Kühltürme gesprengt

Staub steigt nach der Sprengung der Kühltürme des stillgelegten Atomkraftwerks auf. Der letzte Block des Kraftwerks wurde am 31. Dezember 2019 abgeschaltet. Nun wird es zurückgebaut. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die beiden markanten Bauwerke, die über viele Jahre hinweg in der Region weithin zu sehen waren, stehen nicht mehr „Der Abbruch verlief jederzeit sicher“, teilte die Betreiberin des Meilers, der Energieversorger EnBW, kurz nach der Sprengung mit. Der genaue Tag und die Uhrzeit der lange geplanten Aktion waren wegen der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie im Vorfeld nicht genannt und lediglich ein 48-stündiges Zeitfenster dafür genannt worden. Das Unternehmen hatte größere Menschenansammlungen und damit die Gefahr der Ansteckung für Zuschauer befürchtet.

Die jeweils rund 150 Meter hohen Türme waren im Vorfeld entkernt worden, sodass nur noch die Außenschale aus Beton zum Abbruch anstand. Die Sprengung selbst dauerte nur etwa eine Minute, dann fielen die Bauwerke in sich zusammen. Der Bauschutt, rund 32.500 Tonnen pro Turm, soll möglichst wiederverwertet und zur Aufschüttung des Geländes verwendet werden. Damit ist ein weiteres Kapitel im Zuge des Rückbaus des AKW-Standortes mit den beiden abgeschalteten Blöcken beendet.

Dort, wo die Türme standen, wird ein Gleichstrom-Umspannwerk des Netzbetreibers TransnetBW gebaut. Dieser sogenannte Konverter wird benötigt, um über Hochspannungsleitungen große Mengen Ökostrom aus Norddeutschland in den wirtschaftsstarken Süden Deutschlands zu bringen.

Video: EnBW