Modernisierung der Kunsthalle Karlsruhe in Entwurfsplanung

Karlsruhe (cl) – Die Sanierung der Kunsthalle Karlsruhe geht voran: „Wir sind mitten in der detaillierten Entwurfsplanung“, sagt Projektleiterin Ursula Orth. Ende 2021 startet die Genehmigungsphase.

So soll die neue Mitte der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe nach der Modernisierung aussehen: Zentrale Maßnahme inmitten der historischen Vierflügelanlage ist der tiefergelegte, überdachte Innenhof.  Foto: Staab Architekten, Berlin

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So soll die neue Mitte der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe nach der Modernisierung aussehen: Zentrale Maßnahme inmitten der historischen Vierflügelanlage ist der tiefergelegte, überdachte Innenhof. Foto: Staab Architekten, Berlin

Von Christiane Lenhardt

Die anstehende Generalsanierung und Modernisierung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe samt neuer Innenhof-Überdachung ist ein Jahrhundertprojekt – und in Corona-Zeiten darf eine solche Mammutaufgabe auch ein bisschen Weile haben: Die Kunsthalle Karlsruhe wird nun nicht, wie ursprünglich geplant, im Sommer schließen, um den Weg frei zu machen für das Großprojekt – sondern hat einen kleinen Aufschub bekommen. Die verlängerte Öffnung der renommierten Gemäldesammlung des Landes in Baden stelle aber kein Problem für den Beginn der Baumaßnahme dar, wie Ursula Orth, die zuständige Leiterin des Amts Vermögen und Bau des Landes Baden-Württemberg in Karlsruhe gestern erklärte.
Am 17. Juli soll nach aktueller Planung in der Kunsthalle noch die 2020 wegen Corona aufgeschobene Ausstellung „Inventing Nature“ über die Schönheiten der Natur in der Kunst (als noch keine Rede war von Klimawandel und Umweltzerstörung) eröffnet werden; mindestens zwei Monate lang wird die Schau laufen. Auch das 175-jährige Bestehen der Kunsthalle um den 1. Mai soll noch – coronagerecht – begangen werden. Damit die Kunstfans nach dem langen Lockdown ausgiebig Zeit haben, die Schönheiten und Schätze der hochkarätigen Sammlung zu genießen. Es gibt zwar in der Kunsthalle noch keinen genauen Zeitplan, zu dem alles leer geräumt sein werde, so bestätigte Kunsthallensprecherin Daniela Sistermanns gestern – daran werde aktuell gearbeitet. Aber es wird wohl Herbst werden, bis die Zeit des großen Räumens und Verpackens der Gemälde, Zeichnungen, der Skulpturen und Objekte anbricht – und das lange angekündigte Großprojekt losgehen kann.

Planerin Orth: „Ende des Jahres wollen wir das Baugenehmigungsverfahren einleiten“


Das Berliner Architekturbüro um Volker Staab ist 2018 als Sieger aus dem Architektenwettbewerb für ein Gesamtkonzept für die Modernisierung und Generalsanierung der Kunsthalle, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands, hervorgegangen. Zur Wettbewerbsaufgabe gehörte nicht nur der „Realisierungsteil“ fürs Hauptgebäude mit Überdachung des tiefergelegten Innenhofs als schickes Entree der bestehenden Vierflügelanlage, sondern auch der „Ideenteil“ für die Erweiterung im gegenüberliegenden Amtsgerichtsgebäude als künftige Sonderausstellungsfläche und als Bürobereich. Die Planung dieses zweiten Teils allerdings ist mehr als vage, denn zunächst muss das Amtsgericht einen neuen Standort erhalten. Aber der sensible Umgang der Staab Architekten mit dem historischen Kunsthallengebäude überzeugte damals die Jury. So behutsam sollen die Planungen nun für den ersten Teil des Bauprojekts rund ums Hauptgebäude vonstatten gehen.
Laut Bauamtsleiterin Orth wird hinter den Kulissen bereits intensiv geplant, eine Gemeinschaftsarbeit des Landesbauamts, mit den Architekten und verschiedenen Behörden. Auf einen genauen Termin für den Baustart wollte sich Orth nicht festlegen: „Ende des Jahres wollen wir das Baugenehmigungsverfahren einleiten.“ Dann sollen die Pläne für den ersten großen Bauabschnitt der Modernisierung eingereicht und gemeinsam mit den Genehmigungsbehörden weiter geschärft werden.
„Wir sind zurzeit in der detaillierten Entwurfsplanung. Bei einem Gebäude mit einer solchen Geschichte braucht es eine intensive Phase, in der jeder Baustein mit der Denkmalpflege abzuklären und zu justieren ist“, so Orth. Wenn das Gebäude frei ist, können erst die Untersuchungen für den Bau beginnen. „Momentan können wir das nicht, auch wenn wegen des Lockdown keine Besucher da sind – an den Wänden hängen wertvolle Kunstwerke, da kann man nicht kurz mal etwas am Gebäude aufmachen“, erklärt Orth. Diese Erkundungen des Bestands, gemeinsam mit den Restauratoren und Denkmalpflegern, könnten voraussichtlich Anfang Januar 2022 beginnen. „Wir sind jetzt dabei zu planen, wo wir noch Erkundungen machen müssen“, so Orth. Dadurch würden ganz wichtige Erkenntnisse gewonnen, die zur Feinjustierung der Planung dieses Bauvorhabens nötig seien. „Denn die Kunsthalle ist ein Schätzchen.“

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Erstellt:
24. Februar 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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