Liebeskummer an Oper Straßburg mit Solveig und Butterfly

Straßburg (red) – Große Frauenpartien in Straßburger Rheinoper, sofern Corona keinen Strich durch die Rechnung macht: Edvard Griegs „Solveig“ und Puccinis „Madama Butterfly“ stehen auf dem Spielplan für die Saison 2020/21. Die Planungen gehen noch auf die 2019 gestorbene Intendantin Eva Kleinitz zurück; letztes Jahr erhielt die Rheinoper für ihr Programm den Titel „Opernhaus des Jahres“.

Die Opera national du Rhin in Straßburg ist momentan wegen der Pandemie geschlossen. Ob sie zum Saisonstar pünktlich öffnen kann, ist unklar – aber der Spielplan steht.  Foto: von Ditfurth/dpa

© Philipp von Ditfurth/dpa

Die Opera national du Rhin in Straßburg ist momentan wegen der Pandemie geschlossen. Ob sie zum Saisonstar pünktlich öffnen kann, ist unklar – aber der Spielplan steht. Foto: von Ditfurth/dpa

Von Kurt Witterstätter

Als vor knapp einem Jahr die Straßburger Opern-Intendantin Eva Kleinitz starb, verlautete, dass sie nicht nur die unmittelbar bevorstehende Saison 2019/20 der elsässischen Rheinoper minutiös vorbereitet hatte. Sondern auch schon die Spielzeit 2020/21 weitgehend vorgeplant hatte. So konnte ihr Nachfolger Alain Perroux (49) jetzt den Spielplan für die drei Häuser Straßburg, Colmar und Mülhausen vorlegen, der noch deutlich Kleinitz‘ Handschrift trägt. Auch wenn das Opernhaus im Elsass wegen der Corona-Pandemie nicht weiß, wann es wieder im Normalbetrieb starten kann.
Treue ist ein Wesensmerkmal der Frauengestalten, um die sich die neue Spielzeit rankt: Eröffnet werden soll die neue Saison am 19. September mit „Solveig“ nach Ibsens „Peer Gynt“ auf die Musik Griegs. Karl Ove Knausgard hat ein neues Libretto geschrieben, das Solveigs langes Warten auf die Rückkehr ihres Jugendfreundes Peer in den Vordergrund stellt, und das kein Geringerer als Calixto Bieito szenisch umsetzen wird. Auch der norwegische Dirigent Eivind Cullerg Jensen zählt zur internationaen Elite. Straßburgs zeitgenössisches Festival „Musica“ beteiligt sich wie Häuser in Norwegen, Dänemark, Island, Schweden, Litauen und Spanien an dieser Großproduktion.

Frauenförderung: Ariane Matiakh dirigiert


Auch das Rheinopern-Finale 2020/21 kreist im Juni 2021 mit Puccinis „Madama Butterfly“ um die Treue einer Liebenden, die von Brigitta Kele gesungen und vom Pinkerton Leonardo Capalbos enttäuscht wird. Giuliano Carella dirigiert die Puccini-Produktion.
Mozart, Wagner, Verdi und Strauss sind diesmal nicht vertreten. Dafür gibt es im Oktober Saint-Saëns‘ „Samson und Dalila“ mit Katharina Bradic und Massimo Giordano als Titelpaar. Der erklärten Frauenförderung von Eva Kleinitz zufolge dirigiert Ariane Matiakh, und es inszeniert Marie-Eve Signeyrole. Im Dezember dirigiert Marko Letonja die ums Weihnachtsfest herum beliebte Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck mit Anaik Morel und Lenneke Ruiten als Geschwisterpaar. Im neuen Jahr folgt Benjamin Brittens „Tod in Venedig“ nach Thomas Mann mit Toby Spence als Aschenbach; Mülhausens Musikchef Jacques Lacombe dirigiert seine dortigen Rhein-Sinfoniker.
Das von Eva Kleinitz eingeführte Arsmondo-Festival wendet sich diesmal im März dem Libanon zu mit Zad Moultakas neuer Oper „Hemon“ nach dem alten Antigone-Mythos. Bassem Hakiki leitet die neue Oper. In die Antike zurück tönt dann im Mai noch Händels Oper „Alcina“ um die Zauberin, die Ana Durlovski unter Christopher Moulds Leitung singt.

Neues Tanzstück zu Wenders-Film „Himmel über Berlin“


Bruno Bouchés „Ballet du Rhin“ startet mit der Wiederaufnahme des „Chaplin“-Balletts von Leipzigs Tanzchef Mario Schröder am 5. September noch vor dem Opernprogramm. Es folgen dann drei neue Tanzprogramme: „Tanz in Europa“ auf Musik Bachs und Vivaldis, „Aile du Désir“ nach Wim Wenders „Himmel über Berlin“ und schließlich „Mozart im 21. Jahrhundert“. Ein Tanzworkshop vereint im März 2021 in Mülhausen Tanzprofis aus Marseille, Bordeaux, Toulouse, Nancy und vom Hessischen Staatsballett Wiesbaden.
Zu Solo-Abenden kommen Opernstars wie Eva-Maria Westbroek, Pavol Breslik und Matthias Görne.
Homepage der Opera national du Rhin Strasbourg

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Erstellt:
20. Mai 2020, 15:30 Uhr
Lesedauer:
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