Liebe in digitalen Zeiten: „Modern Love“ in Freiburg

Freiburg (red) – Gemeinsam einsam: Die Ausstellung „Modern Love“ in Freiburg handelt von der Liebe in digitalen Zeiten. Bis 7. März 2021 beschäftigen sich 16 Künstler mit Gefühlen in der Virtualität.

Symbolisch: Bei Marge Monko erinnert der (Eingabe-)Finger als Zugangstool zur digitalen Welt an Michelangelos Deckenfresco, auf dem Gottvater Adam den Lebensfunken spendet.  Foto: Courtesy of the artist//Museum für Neue Kunst Freiburg

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Symbolisch: Bei Marge Monko erinnert der (Eingabe-)Finger als Zugangstool zur digitalen Welt an Michelangelos Deckenfresco, auf dem Gottvater Adam den Lebensfunken spendet. Foto: Courtesy of the artist//Museum für Neue Kunst Freiburg

Von Hans-Dieter Fronz

Der Tipp kam aus Stuttgart. Petra Olschowski, die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, hatte bei einem Aufenthalt in Tallin eine Ausstellung in der dortigen Kunsthalle besucht, die sie begeisterte. Man kennt sich, und weil die Staatssekretärin zugleich eine exzellente Kunstkennerin ist, saß wenig später auch Christine Litz im Zug in die estnische Hauptstadt. Vor Ort kam die Leiterin des Freiburger Museums für Neue Kunst mit Katarina Gregos, der Kuratorin der Schau ins Gespräch.
Sympathien und Affinitäten in der Beurteilung zeitgenössischer Kunst brachten die beiden Frauen auf die Idee eines gemeinsamen Projekts. Das Ergebnis: die Ausstellung „Modern Love“ im Museum für Neue Kunst (bis 7. März 2021). Nach Freiburg wird die in Kooperation mit der Kunsthalle Tallin sowie dem Festival Impakt Utrecht realisierte Schau auch in den beiden anderen Städten zu sehen sein.
Katarina Gregos lebt in Brüssel und ist international als Kuratorin tätig. Für „Modern Love“, diese hochaktuelle Präsentation zum Thema Liebe in Zeiten der Digitalisierung, hatte sie Carte blanche. 16 Künstlerinnen und Künstler aus zwölf Ländern lud sie mit Werken ein, die sich mit der Frage beschäftigen, in welchem Maße und in welcher Weise digitale Medien wie Internet und Social Media auf intime zwischenmenschliche Beziehungen Einfluss nehmen.
Thematisch werden unter anderem Beziehungstracking, die Kommerzialisierung von Liebe durch die Pornoindustrie oder der Verlust von Intimität als Folge der Selbstentäußerung in der digitalen Selbstdarstellung von Paarbeziehungen. Keineswegs unterschlägt die Schau die emanzipatorischen Potenziale des Digitalen.

Statt eines Paares stehen sich zwei Notebooks im Schlafzimmer gegenüber

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Erstellt:
14. Oktober 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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