Licht-Festival in Karlsruhe: Medienkunst an 17 Plätzen

Karlsruhe (red) – Die Stadt als Lichtspiel-Parcours: Auf die Schlosslichtspiele folgt in Karlsruhe nun das Festival „Seasons of Media Art“ mit Medienkunst an 17 Plätzen, vom ZKM bis zum Schlosspark.

Ulf Langheinrichs audiovisuelle Lichtskulptur „OSC-K“ erscheint bis nächstes Jahr abends am See der Günther-Klotz-Anlage.  Foto: Elias Siebert/ZKM

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Ulf Langheinrichs audiovisuelle Lichtskulptur „OSC-K“ erscheint bis nächstes Jahr abends am See der Günther-Klotz-Anlage. Foto: Elias Siebert/ZKM

Von Georg Patzer

Riesig ist die Hand, die im See hinter dem Karlsruher Schloss aus dem Wasser ragt. Und wie die Herrin vom See das mythische Schwert Excalibur hochhält, um es König Artus zu überreichen, ist in dieser Hand der für viele Menschen wichtigste Gegenstand zu sehen: ein Smartphone. Das Display aber zeigt keine Sammlung von Apps, sondern spiegelt das Wasser wider. Und den Betrachter: Ein Selfie ganz besonderer Art.
Kunst muss in die Stadt. Braucht die Begegnung mit dem Betrachter, manchmal auch eine Konfrontation, auf jeden Fall die Auseinandersetzung. Gerade die ganz moderne Kunst, die vielen so unverständlich ist. Aber man kann ja draußen kein Gemälde aufhängen – die Kunsthalle würde sich schön bedanken. Medienkunst aber kann überall präsent sein, die technischen Möglichkeiten sind da. Und so sieht man in Karlsruhe seit gestern an mindestens 17 Plätzen Medienkunst unterschiedlichster Art, wie das Smartphone von Aram Bartholl.
Im See der Günther-Klotz-Anlage installierte Ulf Langheinrich einen großformatigen Bildschirm, auf dem sich grelle Farben und flimmernde, im Rhythmus von Atmung und Pulsschlag vibrierende Effekte abwechseln, ein Lichtspiel, das sich im Wasser des Sees spiegelt und der wiederum auf der Oberfläche. Zusammen mit einer Klanginstallation ergibt sich ein aufregendes, akustisch-optisches Kunstwerk. Auf Bahnsteig 3 des Hauptbahnhofs stellte Betty Rieckmann ein atmosphärisch leuchtendes Schild auf, dessen Farben sich stetig verändern, aber anders als die grellen Leuchtreklamen beruhigen oder sanft anregen. Ungewöhnlich ist Jonas Denzels wunderbare Idee, ein „beambike“ zu konstruieren, ein umgebautes Fahrrad mit allen technischen Möglichkeiten, das er überall hinfahren und aufstellen und bei dem er als Projektionsfläche eine Stele, einen Baum oder eine Hecke benutzen kann, es ist, wie er selbst sagte, „flexibel, spontan und mobil“.

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Erstellt:
11. September 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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