Karlsruher Galerientag am heutigen Samstag online

Karlsruhe(cl) – „Der Karlsruher Galerientag ist eine feste Institution“, sagt Galeristin Rita Burster – elf Galerien beteiligen sich am heutigen Samstag daran und hätten neue Ausstellungen aufgebaut.

„Das Licht bleibt an“, sagt der Galerist Ewald Karl Schrade im Hinblick auf den Galerientag am heutigen Samstag: Der Blick in seine Karlsruher Dependance zeigt auch Werke des Offenburger Künstlers Stefan Strumbel (Mitte links), zu sehen sowohl online als auch durchs Schaufenster.  Foto: Galerie Schrade

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„Das Licht bleibt an“, sagt der Galerist Ewald Karl Schrade im Hinblick auf den Galerientag am heutigen Samstag: Der Blick in seine Karlsruher Dependance zeigt auch Werke des Offenburger Künstlers Stefan Strumbel (Mitte links), zu sehen sowohl online als auch durchs Schaufenster. Foto: Galerie Schrade

Von Christiane Lenhardt

Unterkriegen lassen sich die Karlsruher Galerien nicht, obwohl auch sie, wie der Einzelhandel, Mitte Dezember schließen mussten und ein Ende kaum absehbar ist. Ihren seit 20 Jahren traditionell Mitte Januar veranstalteten Galerientag werden die Kunsthändler durchführen – natürlich überwiegend online. Elf Galerien sind am heutigen Veranstaltungstag (Samstag, 16. Januar) beteiligt. Auch bei einem Stadtspaziergang durch Karlsruhe wird einiges an Kunst zu sehen sein.
„Viele Galerien haben ihre Schaufenster beleuchtet“, sagt die Organisatorin des Galerientags, Rita Burster. Die Karlsruher Galeristin, die noch eine größere Dependance in Berlin betreibt, bekräftigt im BT-Gespräch: „Der Galerientag ist eine feste Institution.“ Zwar könne es in diesem Jahr keinen Rundgang geben – „aber wir haben alle neue Ausstellungen aufgebaut.“ Und auch sonst sei einiges extra geboten: Die Dresdner Galerie Klinger & Me präsentiert in ihrer Karlsruher Filiale für aufstrebende Nachwuchskünstler aus dem In- und Ausland diesmal Arbeiten des Künstlers Fahar Al-Salih und stellt parallel dazu ein Künstlerinterview ins Netz. Die Galerie Rottloff hat zur Online-Präsentation des Bildhauers Karlheinz Bux ein Einführungsvideo mit Eröffnungsrede produziert. Einen regelrechten Ausstellungsrundgang – durch die Eingangstür – per Video und Fotostrecke zum Klicken bietet die Galerie Spektrum.

Nina Laafs Aluminium-Objekt „Lamelle auf Rille“ (2020) ist in der neuen Ausstellung der Karlsruher Galerie Knecht und Burster online zu sehen.  Foto: Galerie

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Nina Laafs Aluminium-Objekt „Lamelle auf Rille“ (2020) ist in der neuen Ausstellung der Karlsruher Galerie Knecht und Burster online zu sehen. Foto: Galerie


Bei Rita Burster ist eine Ausstellung mit Werken der Karlsruher Künstlerin Nina Laaf zu sehen. 2018 erhielt die Absolventin der dortigen Kunstakademie den Hanna-Nagel-Preises der Präsidentinnen.
Mit dem Galerientag will der Kunsthandel vor allem die jungen Künstler unterstützen, sagt Galeristin Burster, für sie sei die Situation derzeit besonders schwierig. Viele Absolventen der Kunstakademie, die oftmals bewusst in Karlsruhe geblieben seien, würden normalerweise in den kleineren Projekträumen, die die Stadt ihnen zur Verfügung stelle, eine Plattform finden – durch den verschärften Lockdown falle diese Möglichkeit für sie aber weg.

Kurator Schrade: „Art Karlsruhe Ende Mai bereits ausgebucht“


Auch wenn die staatliche Unterstützung gerade in Baden-Württemberg für Kreative lobenswert sei und durchaus helfe, sei es momentan schwer, Ausstellungsflächen zu bekommen und selbst im Netz ihre Kunden zu erreichen, so Burster: „Für unsere Künstler ist es wichtig, dass wir weitermachen.“ Den Galerien gehe es dahingehend nicht so schlecht, auch wenn die pandemiebedingten Umsatzeinbußen erheblich seien.
„Es ist nicht so, dass in Corona-Zeiten keine Kunst gekauft wird“, sagt der Galerist Ewald Karl Schrade – Initiator und künstlerischer Leiter der Art Karlsruhe. Viel laufe online oder auf Anfrage per E-Mail. Vom anfänglichen Schock, den die erste Pandemiewelle ausgelöst habe, hätte sich die etablierte Kunstszene mittlerweile wieder erholt. „Viele Verluste sind wieder gut ausgewetzt worden“, fügt er im BT-Gespräch hinzu. Auch er will mit seinem Programm für den Galerientag jungen Künstlern eine Chance geben, denn sie hätten derzeit große Schwierigkeiten.
„Mit dem neuen Termin der Art Karlsruhe Ende Mai liegen wir zwischen den großen Messen in Köln und Basel – einfach ideal“, sagt Art-Kurator Ewald Karl Schrade. Foto: Jürgen Rösner/Art Karlsruhe

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„Mit dem neuen Termin der Art Karlsruhe Ende Mai liegen wir zwischen den großen Messen in Köln und Basel – einfach ideal“, sagt Art-Kurator Ewald Karl Schrade. Foto: Jürgen Rösner/Art Karlsruhe


Für die vom angestammten Februar-Termin auf Mitte Mai verschobene Art Karlsruhe ist Ewald Karl Schrade sehr zuversichtlich – sie soll vom 19. bis 24. Mai stattfinden. „Und davon gehe ich aus, denn die Sommermonate sind pandemiebedingt weniger gefährdet“, sagt er. Schließlich habe man deswegen auch einen Termin gegen Ende Mai ausgewählt.
Im Februar hätte man überhaupt keine Messe in Karlsruhe veranstalten können, März und April wären noch zu unwägbar gewesen, zumal auch die Karlsruher Messehallen durch Verschiebungen anderer Messen an etlichen Terminen schon belegt gewesen seien.
„Mit dem Mai-Termin rutschen wir zwischen die beiden Großmessen in Köln und Basel – dann ist schönes Wetter, gibt es schon warme Sommernachmittage, einfach ideal für eine Kunstmesse“, erklärt Schrade optimistisch. „Die Rückmeldung von den Galeristen ist auch sehr positiv, die Messe ist schon voll ausgebucht.“

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Erstellt:
16. Januar 2021, 07:30 Uhr
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