KSC: Mehr Flexibilität dank Ben-Hatira

Karlsruhe (fal) – Debüt nach Maß: Bei seinem ersten Startelfeinsatz glänzte Neuzugang Änis Ben-Hatira beim Sieg in Sandhausen mit einer Vorlage und einem Tor. Mit dem 31-Jährigen wird das KSC-Spiel variabler.

Aktivposten beim Startelfdebüt: KSC-Neuzugang Änis Ben-Hatira (links) im Zweikampf mit Sandhausens Leart Paqarada. Foto: Prang/GES

© GES/Helge Prang

Aktivposten beim Startelfdebüt: KSC-Neuzugang Änis Ben-Hatira (links) im Zweikampf mit Sandhausens Leart Paqarada. Foto: Prang/GES

Von Hans Falsehr

Viel Zeit, um durchzuschnaufen und ihren ersten Sieg seit dem 29. November etwas zu genießen, bleibt den Profis des Karlsruher SC ja nicht. Der Kampf gegen den Abstieg aus Liga zwei geht schließlich schon am Freitagabend (18.30 Uhr) weiter – der 1. FC Nürnberg ist dann zu Gast im heimischen Wildpark. „Wir haben keinen Grund, die Füße hoch zu legen“, stellte KSC-Trainer Christian Eichner am Montagmorgen denn auch fest. Schließlich wollen er und seine Schützlinge ihren 2:0-Erfolg im nordbadischen Derby in Sandhausen gegen den „Club“ mit drei Punkten „vergolden“.

Deshalb wird beim KSC in dieser „kurzen Woche“ „durchtrainiert“ – allerdings dosiert. Der Montag etwa stand im Zeichen von Erholung und Pflege. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag steht jeweils nur eine Übungseinheit an, die letzte davon unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Denn wie schon am Sonntag im Stadion am Hardtwald möchte Eichner auch gegen die Franken unberechenbar sein und versuchen, die Gäste zu überraschen. Das ist ihm in Sandhausen sowohl taktisch (4-3-3) als auch personell gelungen – vor allem mit dem Startelfdebüt von Winterzugang Änis Ben-Hatira. Der begann in Vertretung von Marc Lorenz, der mit einem Rippenbruch noch länger ausfallen wird, als Linksaußen, wechselte aber immer wieder mit dem rechten Flügelspieler Burak Camoglu die Seite. „Wir hatten unheimliche Probleme mit der Flexibilität des KSC an der vordersten Linie“, räumte Sandhausens Trainer Uwe Koschinat nach dem Spiel ein. Denn Ben-Hatira bereitete nicht nur das 1:0 durch einen Kopfball von Jerôme Gondorf mit einer Flanke von rechts vor (12.), sondern schoss, von links kommend, das 2:0 auf Vorarbeit von Marvin Wanitzek selbst (22.).

Ben-Hatira: „Schöner kann’s nicht laufen“

„Schöner kann’s nicht laufen“, freute sich der „Matchwinner“ der Karlsruher nach Abpfiff. „Es war von Anfang an spürbar, dass wir hier was holen wollen und auch holen müssen“, fügte er an. Ben-Hatira (31), der nach Stationen in der Türkei (Gaziantepspor), Tunesien (Esperance) und Ungarn (Honved) versucht, fußballerisch noch einmal in Deutschland Fuß zu fassen, habe dem nordbadischen Derby „ein bisschen Erstligaflair“ eingehaucht und „seine Qualitäten unter Beweis gestellt“, lobte derweil Oliver Kreuzer, der Sportdirektor des KSC, den Neuzugang.

Aber auch Alexander Groiß, der eine Woche zuvor, im Heimspiel gegen Osnabrück (1:1), Eichners Entscheidung für zwei Spitzen zum Opfer gefallen war, lieferte in Sandhausen als Abräumer vor der Abwehr ein starkes Spiel ab. Ebenso erfüllte Christoph Kobald, der KSC-Kapitän David Pisot aus der Innenverteidigung der Startelf verdrängte, die Erwartungen seines Trainers. „Kobi hat sich in den eineinhalb Jahren, in denen er beim KSC ist, hervorragend entwickelt und noch nie enttäuscht, wenn er gespielt hat“, lobte Eichner.

Darüber hinaus hat der immer noch neue KSC-Coach mit der Einwechslung von Martin Röser (74. für Camoglu), der so zu seinem ersten Einsatz in der Zweiten Liga kam, einen weiteren Spieler von jenem Abstellgleis geholt, auf das Vorgänger Alois Schwartz ihn gesetzt hatte. „Meine Aufgabe ist es auch, schon abgehängte Waggons wieder an den Zug anzukoppeln“, hatte Eichner bereits kurz nach seinem Amtsantritt gesagt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es nicht ausgeschlossen, dass auch Justin Möbius demnächst wieder einmal zumindest zum Spieltagsaufgebot des KSC gehört.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.