Internet-Betrüger derzeit besonders aktiv

Karlsruhe (red) – Das Polizeipräsidium Karlsruhe warnt vor Internet-Betrügern, die derzeit vermehrt Opfer in der Region hereinlegen. Sie geben sich als angebliche Microsoft-Mitarbeiter aus.

Internet-Betrüger derzeit besonders aktiv

Betrüger geben sich als angebliche Microsoft-Mitarbeiter aus, um an Daten ihrer Opfer zu gelangen. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

In Einzelfällen entstanden bereits Schäden von bis zu mehreren Tausend Euro, warnt die Polizei in einer Mitteilung. Die Betrüger geben in ihren Anrufen vor, das angeblich mit einer Schadsoftware verseuchte Microsoft-Betriebssystem reparieren zu wollen. Unter diesem Vorwand versuchen sie, sich über spezielle Fernwartungssoftwares Zugang zu den Computern zu verschaffen. Durch eine geschickte Gesprächsführung wurden die Geschädigten dazu gebracht, die Fernwartungssoftware zu installieren. Dadurch erhielten die Täter Zugriff auf die Computer der Opfer. Häufig werden zur Bezahlung von angeblichen „Microsoft-Wartungsverträgen“ die Geschädigten aufgefordert, Wertgutscheine für diverse Online-Portale (iTunes, Playstore, Playstation Network) zu erwerben. In der Folge müssen die Gutscheincodes telefonisch dem Anrufer mitgeteilt werden.

Mittlerweile ist es den Betrügern auch gelungen, die Opfer zur Herausgabe ihrer Kreditkartendaten, Zugangsdaten zum Online-Banking oder Kopien der Ausweisdaten zu bewegen. In der Folge wurden von den Tätern Geldtransaktionen ins Ausland oder zu Finanzdienstleistern veranlasst, sodass eine Verfolgung der Zahlungswege erheblich erschwert oder unmöglich gemacht werden, um die Täter zu identifizieren.

Die Anrufer sprechen in englischer Sprache oder in gebrochenem Deutsch. Bei den angezeigten Rufnummern handelte es sich um gefälschte Telefonnummern, die meistens eine deutsche Vorwahl aufwiesen.

Tipps der Polizei

- Microsoft meldet sich bei niemandem persönlich, um auf ein Problem hinzuweisen.

- Keinen fremden Personen Zugriff auf persönliche Daten gewähren.

- Die Firma Microsoft würde sich niemals mit Gutschein-Karten „bezahlen“ lassen.

- Bei tatsächlichen Problemen mit dem Computer an eine Fachfirma wenden.

Ist man bereits von einem solchen Anruf betroffen:

- den Computer vom Internet trennen

- Passwörter (E-Mail, Onlinebanking, etc.) von einem sicheren Gerät ändern.

- Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Zahlungsdienstleistern zum Stoppen der Transaktionen.

- Kontaktaufnahme mit dem eigenen Kreditinstitut für weitere Maßnahmen.

- Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten und nach Rücksprache dort den Computer von einem Fachmann überprüfen und bereinigen lassen.