Hafenrundfahrten und Franzbrötchen-Eis in Hamburg

Hamburg (marv) – Coronabedingt sind 2020 viele Flugzeuge am Boden geblieben. Urlaubsreisen mussten storniert werden. Aber auch in Deutschland gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel in Hamburg.

Innerhalb kürzester Zeit zum Hamburger Wahrzeichen gereift: Die Elbphilharmonie in der Hafen-City. Foto: Marvin Lauser

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Innerhalb kürzester Zeit zum Hamburger Wahrzeichen gereift: Die Elbphilharmonie in der Hafen-City. Foto: Marvin Lauser

Von Marvin Lauser

Hamburg ist wunderschön, vor allem, wenn das Wetter mitspielt. Dann machen ausgedehnte Spaziergänge, Hafenrundfahrten, Shopping-Streifzüge (derzeit selbstverständlich mit Mund-Nasen-Schutz) oder Radtouren besonders Spaß. Deutschlands Vorzeige-Hafenstadt bietet für jeden Geschmack etwas. In Hamburg trifft Hochkultur auf Street-Art, treffen Kiez-Urgesteine auf Touristen und norddeutsches Lebensgefühl auf Weltstadt-Flair.

Fast alles in der Stadt ist bequem fußläufig oder mit dem Rad zu erreichen, aufs Auto ist man nicht angewiesen. Und sollte man doch einmal eine längere Strecke zurücklegen müssen, oder es partout nicht aufhören zu regnen, bieten der öffentliche Nahverkehr oder Elektro-Shuttles bequeme Alternativen.

Klare Haltung gegen Rechts: Die Stadionführung am Millerntor lohnt sich und ist trotz Corona möglich. Foto: Marvin Lauser

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Klare Haltung gegen Rechts: Die Stadionführung am Millerntor lohnt sich und ist trotz Corona möglich. Foto: Marvin Lauser

Möglicher Ausgangspunkt für einen Ausflug ist die angesagte Gegend rund um die Sternschanze, das Karolinenviertel und St. Pauli. Hier gibt es hippe Bars und Kneipen, Restaurants, Plattenläden und schöne kleine Boutique-Hotels. Zu Fuß geht es vom Schulterblatt (eine Straße, die direkt an der Roten Flora vorbeiführt) zum Neuen Pferdemarkt. Von hier aus kann man sich auf die Suche nach Vintage-Klamotten oder Spezialitäten aus aller Welt machen. Fußballbegeisterte können über die Budapester Straße einen Abstecher ans Millerntor machen, der Heimspielstätte des Kultklubs FC St. Pauli. Coronabedingt ist die Stadionführung derzeit nur eingeschränkt möglich und auf 15 Personen begrenzt. Die Kabinen und andere geschlossene Innenräume können aufgrund von Auflagen derzeit nicht besichtigt werden, teilt der Verein auf seiner Homepage mit. Zwischen Großer Freiheit und der U-Bahnhaltestelle St. Pauli gibt es dennoch einiges zu entdecken. Unter anderem eine Eisdiele, die die Sorte Franzbrötchen führt, angelehnt an das traditionelle Hamburger Feingebäck.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die berühmt-berüchtigte Reeperbahn. Hier reihen sich Revue-Theater an Sex-Shops, treffen normalerweise Feierlustige auf Kiezgrößen. An der berühmten Davidswache vorbei geht es weiter Richtung Landungsbrücken. Direkt am Beginn des langen Stegs, bei Landungsbrücke zehn, gibt es die wohl besten Fischbrötchen der Stadt. Man sollte nur ein bisschen Geduld und Wartezeit mitbringen.

Kein Geheimtipp mehr, aber trotzdem lohnenswert ist es, mit der Fähre 62 von der Landungsbrücke drei in Richtung Finkenwerder zu fahren. Diese Strecke ist – genau wie die kurze Fahrt von Landungsbrücke eins zur Elbphilharmonie, auf der man ansehnliche Fotos des Konzerthauses vom Wasser aus machen kann – bei Tages-, Wochen-, und Monatskarten im Bereich Hamburg AB des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) sowie für Inhaber der Hamburg Card inklusive.

Futuristisches Gebäude direkt an der Elbe. Über zahlreiche Treppen kann man auf das Dach des Docklands. Der ideale Ort für Erinnerungsfotos. Foto: Marvin Lauser

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Futuristisches Gebäude direkt an der Elbe. Über zahlreiche Treppen kann man auf das Dach des Docklands. Der ideale Ort für Erinnerungsfotos. Foto: Marvin Lauser

Die Linie 62 hält unter anderem am berühmten Fischmarkt in Altona, am Dockland (Fischereihafen) und in Övelgönne. Die Haltestelle Dockland hat ihren Namen von einem imposanten, begehbaren Bürogebäude in Form eines Schiffs. Der Clou: Man kann vom Hafen aus kostenlos aufs Dach des sechsstöckigen Gebäudes steigen und hat so einen guten Blick über die Elbe auf die Hafen-City. Ein Ausstieg lohnt sich genauso wie in Övelgönne. Ausgehend vom Museumshafen kann man unterhalb der Elbchaussee wunderbar flanieren und die schönen Häuser am Rand der Elbe aus nächster Nähe begutachten.

Zurück an Bord, geht es an Blankenese vorbei bis zur Endhaltestelle Finkenwerder, wo man entweder einfach sitzen bleiben und die halbstündige Strecke zurückfahren, oder in die HVV-Fähre 64 nach Teufelsbrück umsteigen kann.

Industriecharme am Containerhafen. Foto: Marvin Lauser

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Industriecharme am Containerhafen. Foto: Marvin Lauser

Von Teufelsbrück aus kann man bei gutem Wetter auf dem Elbuferwanderweg bis zurück zu den Landungsbrücken wandern. Dort angekommen, sind es keine 500 Meter ins beliebte Portugiesenviertel. Gerade an lauen Sommerabenden bekommt man in den beliebten spanischen und portugiesischen Restaurants nur mit Glück einen Tisch ohne Reservierung. Nicht nur Tapasfreunde und müde Wanderer finden hier eine Stärkung. Sowohl Einheimische als auch Touristen verabreden sich dort gerne zum Essen.

Wer noch Energie hat, kann anschließend noch das Miniaturwunderland in der Speicherstadt besuchen. Wegen der Corona-Auflagen können derzeit nur etwa 20 Prozent der sonstigen Kapazität an Besuchern eingelassen werden. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld zu schauen, für welchen Zeitraum es noch Karten gibt, um sehr lange Wartezeiten zu vermeiden.

Dieser Artikel ist erstmals im April 2019 erschienen. Für die Reihe „Throwback Thursday“ des BT-Instagram-Teams wurde er aus dem Archiv gekramt und entsprechend der aktuellen Corona-Lage aktualisiert.

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