Große Durchsuchungsaktion wegen illegaler Beschäftigung

Rheinstetten, Durmersheim, Karlsruhe (red) – Durchsuchungsmaßnahmen im großen Stil wegen illegal beschäftigter Personen sind am Dienstag durchgeführt worden. Dabei wurden 29 gefälschte Ausweise festgestellt.

Eine groß angelegte Durchsuchungsaktion fand am Dienstag in Durmersheim-Würmersheim, Rheinstetten und Karlsruhe statt. Symbolfoto: Sauer/dpa

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Eine groß angelegte Durchsuchungsaktion fand am Dienstag in Durmersheim-Würmersheim, Rheinstetten und Karlsruhe statt. Symbolfoto: Sauer/dpa

Beamte der Kriminalpolizei Offenburg haben unter Einbindung von Kräften der Polizeipräsidien Einsatz und Karlsruhe, des Hauptzollamts Karlsruhe, der Ausländerbehörde Rastatt sowie der Staatsanwaltschaft Baden-Baden die Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt. Ziel war laut Mitteilung der Polizei die Feststellung illegal beschäftigter Personen und die Sicherstellung von Beweismitteln. Es wurden zeitgleich drei Wohngebäude in Durmersheim-Würmersheim, eines in Karlsruhe sowie Büros einer polnischen Firma mit Sitz in Rheinstetten durchsucht.

Verdächtige Ausweisdokumente in Gemeindeverwaltung festgestellt

Im September 2019 waren den Beamten des Polizeipostens Bietigheim durch Mitarbeiter einer Gemeindeverwaltung verdächtige Ausweisdokumente vorgelegt worden, die wenig später durch Kriminaltechniker als sogenannte Totalfälschungen identifiziert wurden. Die Polizei nahm deshalb zunächst Ermittlungen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung auf. Die im weiteren Verlauf festgestellte Häufung von offenbar gefälschten Dokumenten von Arbeitnehmern einer polnischen Firma führte zum Verdacht der gewerbsmäßigen Schleusung von Ausländern. Aus diesem Grund wurden laut Mitteilung die Ermittlungen Mitte Oktober durch die Kriminalpolizei übernommen.

Polnisches Unternehmen beschäftigt 180 Arbeiter in Rheinstettten

Das polnische Unternehmen beschäftigt im Rahmen eines Werkvertrages mit einem großen regionalen Fleischbetrieb bis zu 180 Arbeiter in Rheinstetten. Durch die Ermittlungen ergab sich schließlich der Verdacht von zwischenzeitlich 42 geschleusten Drittstaatangehörigen, welche als vermeintliche EU-Bürger in Rheinstetten beschäftigt wurden. Weitere Auswertungen haben ergeben, dass ein anderes Unternehmen mit identischem Geschäftsführer an den Tathandlungen beteiligt sein könnte. Es handelt sich laut Polizei um eine Firma, die für die Anmietung von Wohnobjekten verantwortlich ist.

Rund 260 Arbeitnehmer unter die Lupe genommen

Bei den zeitgleichen Überprüfungen am Dienstagmorgen wurden in den Firmenräumen rund 260 Arbeitnehmer genauer unter die Lupe genommen. Darunter befanden sich 18 Personen, bei denen die Verwendung eines gefälschten Ausweises bereits durch die Dokumentenprüfung über die jeweiligen Einwohnermeldeämter feststand. Weitere neun Ausweisdokumente konnten als vermeintliche Fälschung ausgemacht werden. Letztlich wurden 29 Personen mit gefälschten Ausweisen festgestellt. Es handelte sich um bulgarische, slowakische, litauische, rumänische, lettische und polnische Fälschungen. Die Originalpässe wurden aufgefunden, die Arbeitnehmer waren demzufolge alle ukrainische Staatsbürger. Nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Maßnahmen wurden teilweise Kautionen im vierstelligen Bereich erhoben.

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Erstellt:
19. Februar 2020, 18:40 Uhr
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