Festspielhaus braucht Rettungsfonds vom Land

Baden-Baden (cl) – Massive Einnahmeausfälle durch den eingestellten Spielbetrieb haben das Festspielhaus Baden-Baden in finanzielle Schieflage gebracht. „Wir haben wegen der Corona-Krise einen Rettungsfonds beim Land Baden-Württemberg beantragt“, sagte Intendant Benedikt Stampa im BT-Gespräch. Die Pfingstfestspiele sind zwar noch nicht abgesagt, aber er rechnet damit, dass auch die Sommerfestspiele im Juli ausfallen werden.

Intendant Benedikt Stampa vor dem geschlossenen Festspielhaus: Wann der Spielbetrieb weitergeht, ist offen.  Foto: Deck/dpa

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Intendant Benedikt Stampa vor dem geschlossenen Festspielhaus: Wann der Spielbetrieb weitergeht, ist offen. Foto: Deck/dpa

Von Christiane Lenhardt

„Keine Einnahmen und viele Ausgaben“: Der Baden-Badener Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa bringt die problematische Schieflage auf den Punkt, in die Deutschlands größtes, privat betriebenes Opern- und Konzerthaus durch die coronabedingte Schließung geraten ist. „Wir haben deswegen beim Land Baden-Württemberg einen Rettungsfonds beantragt“, erklärte Stampa im BT-Gespräch. Kurzarbeit habe man schon angemeldet, das sei Voraussetzung gewesen, um überhaupt in eine Diskussion um Hilfsgelder vom Land eintreten zu können. „Ein Rettungsschirm, wie er jetzt beantragt ist, wäre nur für das Jahr 2020, eine einmalige finanzielle Hilfe“, betonte Intendant Stampa. Nun warte das Haus auf eine baldige Entscheidung des Landes.
Unterstützung erhält das Festspielhaus jetzt von den CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Becker aus Rastatt und Tobias Wald aus Baden-Baden. Die beiden Politiker haben einen gemeinsamen Brandbrief an Kunstministerin Theresia Bauer nach Stuttgart geschickt, wie sie gestern bekannt gaben, in dem sie einen solchen „Rettungsfonds für gemeinnützige kulturelle Einrichtungen wie das Festspielhaus Baden-Baden“ fordern. Denn diese Einrichtungen fallen momentan durchs Raster staatlicher Fördermaßnahmen, wie sie Baden-Württemberg schon zu Beginn der Pandemie-Maßnahmen für Landesinstitutionen und für die freie Kunst- und Kreativszene aufgelegt hat.
„Massive Einnahmeausfälle durch die Absage kompletter Spielzeiten bedrohen aber die Existenz der gemeinnützig geführten Häuser“, wie der privaten Kulturstiftung in Baden-Baden, heißt im Schreiben, das dem BT vorliegt. Im Falle des Festspielhauses beziffern die Abgeordneten die Einnahmeausfälle, seit der Absage der Osterfestspiele und bis zum Saisonende auf rund sechs Millionen Euro. „Diese Zahl kann ich bestätigten“, sagte gestern auch der Festspielhaus-Intendant.
Die Ende Mai anstehenden Pfingstfestspiele sind zwar noch nicht abgesagt, stehen aber mehr als auf der Kippe – und auch mit den Sommerfestspielen von Anfang bis Ende Juli wird kaum noch gerechnet, zumal das Mariinsky-Orchester mit Dirigent Valery Gergiev auftreten sollte. „Ob die russischen Musiker anreisen dürfen, dahinter steht ein großes Fragezeichen“, gibt der Intendant zu Bedenken, allerdings würden momentan ganz unterschiedliche Szenarien entwickelt. Wenn es doch gelänge, wie auch immer, Konzerte stattfinden zu lassen.

„Von uns wird ein Festspielprogramm erwartet“

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