Erster Heimsieg erwünscht

Karlsruhe (fal) - Nach dem Auswärtssieg beim SV Sandhausen möchte Fußball-Zweitligist die Gunst der Stunde nutzten und im Kellerduell gegen Traditionsklub 1. FC Nünrberg den ersten Heimsieg des Jahres einfahren.

David Pisot ist wohl wieder nur als Einwechselspieler gefragt. Foto: Deck/dpa

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David Pisot ist wohl wieder nur als Einwechselspieler gefragt. Foto: Deck/dpa

Von Hans Falsehr

Die Kiebitze waren wieder einmal ausgesperrt im Wildpark am Donnerstagmittag beim Abschlusstraining. Nur die Bäume rund um den Trainingsplatz und der Nieselregen waren stille Beobachter der Übungen. In aller Ruhe wollten Christian Eichner und sein Co Zlatan Bajramovic gemeinsam mit den Kickern des Zweitligisten Karlsruher SC am Matchplan für den Süd-„Klassiker“ am Freitag (18.30 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg tüfteln. Und auf das, was sich der Interimscoach und sein Co-Trainer taktisch und personell ausgedacht haben, sollten sich die Gäste freilich nicht einfach mit einem Trainingsbesuch bei den Hausherren einstellen können.

Schließlich überraschte Eichner schon am vergangenen Wochenende seinen Gegenüber, Sandhausens Trainer Uwe Koschinat, mit einem neuen System (4-3-3) und Personal. In der ersten Halbzeit hatte der SVS damit derart große Probleme, dass die Wildparkprofis früh mit 2:0 führten und folglich die Sieglos-Serie beendeten.

Doch Sandhausen ist (erfolgreiche) Geschichte, Eichners Blick gilt nun ganz dem Kellerduell gegen den „Club“. So dürfte der 37-Jährige nach dem Sieg in Sandhausen wohl zwischen der alten, vom englischen WM-Trainer 1966 Sir Alfred Ramsey formulierten Fußballweisheit „Never change a winning team“ (Ändere nie eine siegreiche Mannschaft) – und der Idee, dem „Club“ mit einer Doppelspitze in Person von Philipp Hofmann und Babacar Guèye zuzusetzen, schwanken. Die mit Spannung erwartete Offenlegung seiner Entscheidung erfolgt erst heute Abend, etwa eine Stunde vor dem Anpfiff.

Pisot droht Ersatzbank

Es ist aber wohl damit zu rechnen, dass der KSC-Coach auf die am vergangenen Sonntag im nordbadischen Derby siegreiche Startelf und Taktik setzt. Schließlich haben auch die gegenüber dem 1:1 gegen Osnabrück am Hardtwald in die Anfangsformation berufenen Christoph Kobald, Alexander Groiß und Änis Ben-Hatira einen sehr guten Job gemacht und restlos überzeugt. Vor allem Ben-Hatira gab der zuvor statischen KSC-Offensive einen Schuss Spielwitz und Unberechenbarkeit.

Das heißt: KSC-Kapitän David Pisot wird aller Voraussicht nach auch gegen den FCN zunächst einmal auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen – vielleicht auch, weil seine quasi öffentlich vorgetragene Beschwerde über die Degradierung bei Eichner gar nicht gut ankam. „Tennis ist eine Individualsportart – da kann ein Spieler sagen, tun und lassen, was er will“, stellte der KSC-Coach unmissverständlich fest. „Fußball aber ist eine Mannschaftssportart. Da steht das Einzelinteresse hinter dem der Mannschaft Wir tun gut daran, alles – wirklich alles – unserem großen Ziel“, sprich dem Klassenerhalt, „unterzuordnen.“

Das nächste Etappenziel auf dem noch weiten und steinigen Weg, sich auch in der nächsten Saison „Zweitligist“ nennen zu dürfen, sind drei Punkte gegen Nürnberg. Denn damit wäre der KSC (16./24 Punkte) in der Tabelle zumindest an seinen Gästen (15./26 Punkte) vorbei. „Es ist Zeit für den ersten Heimsieg“, spricht Christian Eichner den KSC-Fans aus der Seele. Denn ihre Mannschaft hat zuletzt am 29. November vergangenen Jahres zuhause gewonnen – 4:1 gegen Regensburg. Seither gab es auf der Baustelle Wildparkstadion drei Niederlagen und ein Remis.

Der Club sei jedoch „eine erfahrene Mannschaft“, warnt Eichner, und verfüge nicht nur über „einige gestandene Bundesligaspieler“, sondern auch über junge, talentierte Spieler wie den gebürtigen Pforzheimer und U-21-Nationalspieler Robin Hack, der schon sieben Tore auf seinem Konto hat. Außerdem kehren mit den Franken Fabian Schleusener (2017/18) und Enrico Valentini (2014 bis 2017) an ihre frühere Wirkungsstätte zurück.

„Club“-Trainer Jens Keller muss jedoch auf die gesperrten Asger Sörensen (Rot) und Fabian Nürnberger (Gelb-Rot) verzichten. Dafür ist Johannes Geis nach seiner Gelb-Sperre wieder spielberechtigt.

Zumindest das ist bekannt, sogar ganz ohne irgendwelche Kiebitze.


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