Corona kompakt: Aktivisten besetzen Tönnies-Werk

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Aktivisten haben am Samstagmorgen das Tönnies-Werk besetzt und fordern dessen endgültige Schließung. Foto: Guido Kirchner/dpa

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Aktivisten haben am Samstagmorgen das Tönnies-Werk besetzt und fordern dessen endgültige Schließung. Foto: Guido Kirchner/dpa

EZB-Chefin prognostiziert Wirtschaftswandel: Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, geht von einem tiefgreifenden Wandel der Weltwirtschaft im Zuge der Corona-Krise aus - hin zu einer nachhaltigeren und ökologischeren Lebensweise. Europa befinde sich dahingehend in einer sehr guten Ausgangslage.

Viele Infektionen in Florida: Der US-Bundesstaat Florida hat innerhalb eines Tages mehr als 11.400 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. USA-weit werden derzeit täglich mehr als 50 000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet

Fallzahlen für Deutschland: In Deutschland ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro sieben Tage nach einem zwischenzeitlichen Anstieg deutlich gesunken. So gab das Robert Koch-Institut die sogenannte 7-Tage-Inzidenz am Samstag mit 3,0 an (Datenstand 4.7. 0 Uhr). Das bedeutet, dass sich innerhalb von sieben Tagen genau drei von 100.000 Einwohnern angesteckt haben. Am 23. Juni hatte der Wert nach lokal begrenzten Ausbrüchen unter anderem in Berlin und Nordrhein-Westfalen noch bei 4,7 gelegen. Auch die Zahl der Neuinfektionen pro Tag ist wieder auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 422 neue Fälle innerhalb eines Tages (Datenstand 4.7., 0 Uhr). Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196.096 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 9.010 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von sieben im Vergleich zum Vortag. Etwa 181.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Aktivisten besetzen Tönnies-Werk: Aktivisten haben am Samstag am Hauptstandort des in die Kritik geratenen Fleischverarbeiters Tönnies in Nordrhein-Westfalen gegen Massentierhaltung protestiert. Vier Teilnehmer besetzten zeitweise das Dach des Betriebs und brachten dort ein Transparent mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ an. Ähnliche Forderungen kamen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der sich für kleinere Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland stark machte. Bei den Protesten bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück blockierten Demonstranten die Hauptzufahrt der Fleischfabrik. Sie verlangten, das Werk für immer stillzulegen. Vier Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Tunesischer Tourismus bricht ein: Tunesiens Tourismus hat wegen der Corona-Krise einen starken Einbruch erlebt. Die Einnahmen seien im ersten Halbjahr dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent zurückgegangen, teilte die tunesische Zentralbank am Samstag mit. Demnach lagen sie in den ersten sechs Monaten dieses Jahre bei etwa 382 Millionen US-Dollar. Der Tourismussektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des nordafrikanischen Landes.

Merkel dankt Senioren: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei den älteren Menschen in Deutschland für ihr Durchhaltevermögen in der Corona-Pandemie bedankt. „Ich weiß, dass für Sie der Alltag, der ohnehin oft schwierig und einsam ist, noch schwieriger und einsamer wurde“, sagte die CDU-Politikerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft (Samstag). „Trotz all dieser Härten habe ich bei vielen Älteren nicht Zorn, sondern häufig Verständnis für unsere Politik der notwendigen Kontaktbeschränkungen gefunden. Dafür danke ich sehr.“ Merkel verwies unter anderem auf viele neugegründete Initiativen, bei denen jüngere Menschen Älteren helfen.

Corona-Meldung erst auf Nachfragen: China hat den Ausbruch einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan Anfang des Jahres erst nach zweimaligem Nachfragen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt. Das geht aus einer aktualisierten WHO-Chronologie der Coronavirus-Pandemie hervor. Die ursprüngliche Fassung vom 27. April konnte den Eindruck erwecken, die chinesischen Behörden hätten den Ausbruch von sich aus bereits am 31. Dezember an die WHO gemeldet. Klar ist jetzt, dass es sich an dem Tag lediglich um eine Pressemitteilung auf der Webseite der Gesundheitsbehörden in Wuhan handelte.

Pandemie dämpft Preisentwicklung bei Immobilien: Die Corona-Pandemie verschafft dem Immobilienmarkt mit seinen seit Jahren starken Preisanstiegen nach Einschätzung der Landesbausparkassen eine Atempause. Die Experten der LBS und Sparkassen erwarten demnach bis zum Herbst keinen weiteren Anstieg der Wohnimmobilienpreise. Noch im Januar seien sie von Preissteigerungen zwischen rund vier Prozent bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen sowie fast sechs Prozent bei Bauland ausgegangen.

Kennziffer sinkt weiter: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh wieder gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 66,5. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,6, am Donnerstag bei 76,5 und am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende des regionalen Lockdowns im Kreis gilt der Wert 50.

Ermittlungen nach Rücktritt: Nach dem Rücktritt der französischen Regierung hat die Justiz wegen Vorwürfen im Umgang mit der Corona-Krise gegen den bisherigen Premier Édouard Philippe und zwei Ex-Minister Untersuchungen eingeleitet. Ihnen wird fehlende Bekämpfung einer Katastrophe vorgeworfen, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichteten. Die Untersuchungen richten sich neben Philippe gegen die ehemalige Gesundheitsministerin Agnes Buzyn und ihren Nachfolger Olivier Véran.

Pubs öffnen wieder: Nach mehr als drei Monaten Schließung haben seit Samstagfrüh die Pubs in Großbritannien wieder geöffnet. Der erste, der sich ein Pint gönnte, war offenbar Prinz William. Der 38 Jahre alte Enkel von Queen Elizabeth II. (94) besuchte einen Pub in Grafschaft Norfolk, in der Nähe seines Landsitzes Anmer Hall. Er habe sich bei den Mitarbeitern erkundigt, wie sie sich mit den neuen Umständen arrangiert haben, hieß es dazu in einer Mitteilung des Kensington-Palasts

Neuer Höchststand bei Infektionen in Indien: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht, wurden binnen 24 Stunden bis Samstagmorgen 22.771 neue Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum starben 442 Menschen mit oder an dem Erreger Sars-CoV-2. Indien ist auf Platz vier der am stärksten von Corona betroffenen Länder der Welt - nach Russland, Brasilien und den USA.

Aktivisten besetzen Tönnies-Werk: In Rheda-Wiedenbrück (NRW) haben mehrere Mitglieder des Bündnisses „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ den Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies besetzt. 30 Aktivisten hätten am Samstagmorgen das Dach des Schlachthofes erklommen sowie die Hauptzufahrtsstraße blockiert, erklärte das Bündnis. Latu Polizei in Bielefeld verlaufe alles „bislang friedlich“. Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes, der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war.

Zweiter Höhepunkt: Die jüngst wieder steigenden Zahlen an nachgewiesenen Corona-Infektionen in vielen Ländern sind nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein Anzeichen einer zweiten Welle. Vielmehr handele es sich um einen zweiten Höhepunkt der ersten Welle. Das Potenzial für eine zweite Welle sei da, die möglicherweise im Winter drohe.


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