Corona kompakt: Weniger als 500 Neuinfektionen

Baden-Baden (BT/dpa) – Corona ist das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Das BT informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Bundesweit wurden erstmals seit zehn Monaten weniger als 500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden erfasst. Symbolfoto: KYOTO/dpa

© dpa

Bundesweit wurden erstmals seit zehn Monaten weniger als 500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden erfasst. Symbolfoto: KYOTO/dpa

Weniger al 500 Neuinfektionen: Erstmals seit zehn Monaten haben die Gesundheitsämter weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.10 Uhr wieder. Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 10. August mit 436 unter der Schwelle von 500 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden zehn neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls zehn Tote gewesen.Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.722.327 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.605.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.395 angegeben.

Nur geimpfte Zuschauer bei WM: Katar will nur gegen das Coronavirus geimpfte Zuschauer zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 zulassen. „Bis zur WM werden die meisten Länder der Welt ihre Bürger geimpft haben“, wurde Premierminister Scheich Khalid bin Khalifa bin Abdulaziz Al Thani von staatlichen Medien am Sonntag zitiert. „Aufgrund der Möglichkeit, dass einige Länder nicht in der Lage sein werden, all ihre Bürger zu impfen, wird Katar den Fans, die keinen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus haben, den Zutritt zu den Stadien verweigern.“ Die erste Fußball-WM im Nahen Osten soll am 21. November 2022 beginnen. „Wir verhandeln derzeit mit einem Unternehmen über die Bereitstellung von einer Million Impfstoffdosen gegen das Coronavirus für die Immunisierung derjenigen, die zur Fußball-WM nach Katar kommen“, sagte Scheich Khalid.

Die Lage im Südwesten: Der Rückgang der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg hat sich verlangsamt. Die Sieben-Tage-Inzidenz blieb am Sonntag im Südwesten fast unverändert. Sie lag bei 12,6 nach 12,7 am Samstag, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Die Tage zuvor war die Inzidenz stärker gefallen, am Freitag lag der Wert noch bei 14, am Donnerstag bei 15,6. Alle 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise liegen seit Samstag unter der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Im Stadtkreis Baden-Baden liegt der Inzidenzwert bei 23,6, im Landkreis Rastatt bei 21,6. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts steigt der Anteil der Infektionen mit der besonders ansteckenden Delta-Variante. In den vergangenen zwei Wochen habe ihr Anteil an den besorgniserregenden Fällen bei 6,41 Prozent gelegen. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn stieg um 70 auf 499.685. Zwei weitere Menschen starben an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit; die Zahl der Toten stieg damit auf 10.161. Als genesen gelten 484.482 Menschen.

Security vor dem Freibad: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bayern begrüßt die Idee für Sicherheitsdienste vor Freibädern. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk berichtet, dass die Stadt Bayreuth erwägt, einen Sicherheitsdienst vor dem Freibad einzusetzen. Hintergrund sind demnach Auseinandersetzungen zwischen wartenden Badegästen, die vereinzelt auch versucht hätten, über den Zaun zu klettern. „Ich kann mir schon vorstellen, dass es die Überlegungen nicht nur in Bayreuth gibt und ich halte einen Sicherheitsdienst für keine schlechte Idee“, sagte DLRG-Sprecher Michael Förster der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit dürfen wegen der Corona-Maßnahmen beispielsweise in das Freibad in Bayreuth nur 1.000 Badegäste. Zwischenzeitlich hätten allerdings fast 200 Menschen bei mehr als 30 Grad davor gewartet.

Party- und Clubszene protestiert: Auf Booten und mit lauter Musik haben Mitglieder der Berliner Party- und Clubszene am Sonntag für mehr Freiheit beim Feiern demonstriert. „Vermeidet Kulturalschaden“ und „Kultur, Du Opfer“, stand auf Transparenten. Mit mehreren Booten zogen sie über den Landwehrkanal. An den Ufern tanzten Schaulustige mit. Für den Abend war eine „Abschlusstanzkundgebung“ am Treptower Park geplant. Die Veranstalter kritisieren, dass Sport im Freien in Gruppen und ohne Abstand möglich sei, Tanzen werde aber auch künftig strenger reglementiert. Seit Freitag kann in den Berliner Clubs draußen wieder getanzt werden. Die Besucher müssen negative Tests vorweisen und zum Teil Masken tragen.

Delta-Variante dominiert in Lissabon: In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung „Público“ und andere Medien am Sonntag unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa. Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden. Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die „Area Metropolitana“ nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen. Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.

Polizei räumt Straßen: Nach dem 4:2-Sieg der deutschen Fußball-Nationalelf über Portugal hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag einige Straßen in der Münchner Innenstadt von Fußballfans räumen müssen. „Zum Teil wurden auch dort sehr viele alkoholische Getränke konsumiert und einige Personen zeigten auch dadurch ein deutlich enthemmtes Verhalten“, teilte das Polizeipräsidium München am Sonntag mit. Die meisten hätten sich aber kooperativ verhalten. Vorher hätten allerdings einige Feiernde Flaschen auf Polizisten geworfen. Ein 19-Jähriger aus Ingolstadt sei als Werfer einer der Flaschen identifiziert worden. Das deutsche Team hatte zuvor in der Münchner EM-Arena beim zweiten Vorrundenspiel den ersehnten ersten Sieg eingefahren.

Massenprotest: In über 100 brasilianischen Städten haben am Wochenende Proteste gegen die Corona-Politik von Präsident Jair Messias Bolsonaro stattgefunden. Die Demonstranten forderten den Rücktritt Bolsonaros, den sie als Massenmörder bezeichneten, sowie die Beschleunigung der Impfkampagnen, wie Medien am Sonntag berichten. Am Samstag hatte Brasilien die Marke von 500.000 Corona-Toten überschritten.

Ifo-Institut sieht Gefahr: Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat vor einem Rückschlag bei der Konjunkturerholung gewarnt, falls die Corona-Infektionszahlen wegen der neuen Delta-Variante wieder steigen. „Die Delta-Variante ist eine ernst zu nehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dem Nachrichtenportal t-online in einem Sonntag veröffentlichten Interview. Zwar wäre nicht alles verloren, wenn durch die Variante die Inzidenzen wieder anstiegen, fügte Fuest hinzu. Die Erholung würde sich aber verzögern. Besonders die Bereiche, die bereits stark unter der Pandemie gelitten hätten, wären erneut betroffen, also die Reisebranche, Restaurants oder der Handel. „Dann stünde uns ein harter Herbst bevor.“

Tausende Menschen im Stadtpark: Bis zu 7.000 Menschen haben sich in der Nacht zum Sonntag im Hamburger Stadtpark aufgehalten und gefeiert. Nach Polizeiangaben vom Sonntagmorgen war die Lage aber nicht so angespannt wie in der Nacht zuvor, als Beamte den Stadtpark räumten. Ab dem frühen Samstagabend hätten sich die Menschen im Park versammelt, im Laufe des Abends sei die Stimmung aggressiver geworden. Demnach wurde Pyrotechnik gezündet und es flogen vereinzelt Flaschen.Die meisten folgten der Aufforderung, den Stadtpark zu verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte. Gegen 1 Uhr hätten sich nur noch wenige Menschen dort aufgehalten.

Keine Kondome für Olympia-Starter: Die Olympia-Veranstalter in Tokio versprechen trotz Corona-Pandemie sichere Spiele, aber sicherer Sex im Olympischen Dorf wird unterbunden. Wie die Organisatoren am Sonntag wissen ließen, werden die Olympioniken entgegen der Tradition diesmal keine Kondome erhalten – als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Ausbreitung des Coronavirus. Seit den Spielen 1988 in Seoul ist es bei Olympia üblich, dass den Athleten während der Spiele Kondome zur Verfügung gestellt werden. Diesmal jedoch werden sie die 160.000 eingeplanten Verhütungsmittel erst bei der Abreise aus Japan bekommen, hieß es. Die Athleten bei den Spielen in Tokio sind sehr strengen Hygienie- und Verhaltensregeln unterworfen. So sind aufgefordert, im Olympischen Dorf Abstandsregeln einzuhalten und „unnötige Formen des physischen Kontakts“ zu vermeiden.

Eröffnungsfeier mit 20.000 Zuschauern: Die Organisatoren der Sommerspiele in Tokio wollen einem Medienbericht zufolge rund 20.000 Zuschauer zur Eröffnungsfeier zulassen. Neben Olympia-Offiziellen sollen bei der Zeremonie am 23. Juli auch Ticket-Inhaber aus Japan zum Zuge kommen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf informierte Kreise. Eine Entscheidung über die Zulassung japanischer Besucher bei den Wettkämpfen wird für Montag erwartet. Dann beraten die Organisatoren der Spiele mit dem Internationalen Olympischen Komitee, Japans Regierung und der Gastgeber-Stadt Tokio.

Apotheken fahren Testangebot zurück: Wegen sinkender Nachfrage nach Corona-Tests wollen Deutschlands Apotheken ihr Angebot einschränken. Weil die Zahl der vollständig Geimpften zunehme und Infektionsschutzregeln gelockert worden seien, nehme der Bedarf an Tests ab, sagte ein Sprecher des Apothekerverbandes Abda in Berlin. Zudem wies er darauf hin, dass der Bund weniger zahle als zuvor. „Für eine ganze Reihe von Apotheken ist die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich.“ Das Testangebot werde deshalb wohl Schritt für Schritt kleiner werden.

Inzidenz sinkt auf 8,8: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 842 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1:489 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 8,8 an (Vortag: 9,3; Vorwoche: 17,3). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 16 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen.

Inzidenz in Gaggenau unverändert: Wie die Stadtverwaltung mitteilte, lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert für Gaggenau am Freitag bei 33,3. Am Donnerstag lag der Wert ebenfalls bei 33,3.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.