Corona kompakt: DFL plant die Fan-Rückkehr

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL, bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine außerordentliche DFL-Mitgliederversammlung am Dienstag. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL, bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine außerordentliche DFL-Mitgliederversammlung am Dienstag. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Fallzahlen für Baden-Württemberg: Am Dienstag wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg insgesamt weitere 59 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 37.522 an. Davon sind ungefähr 34.654 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1.021 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert. Dem Landesgesundheitsamt wurden heute keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle insgesamt 1.847. Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,68 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden. Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und liegt für Baden-Württemberg aktuell im Durchschnitt bei 3,6.

Tennisturnier abgesagt: Das Tennis-Sandplatzturnier in Madrid fällt wegen der Pandemie in diesem Jahr aus. Das teilten die Organisatoren der Madrid Open mit. In Anbetracht der aktuellen Situation der Pandemie und nach der Prüfung zusammen mit den zuständigen Behörden habe man sich zu der Absage entschieden, hieß es. Zuvor war das ursprünglich vom 1. bis 10. Mai geplante Frauen- und Männerturnier schon nach hinten verschoben worden. Aber angesichts wieder steigender Infektionszahlen sei auch der Spieltermin vom 12. bis 20. September nicht mehr zu halten. Die nächste Auflage des Turniers soll vom 30. April bis 9. Mai 2021 stattfinden.

Nadal reist nicht nach New York: Spaniens Tennisstar Rafael Nadal verzichtet in diesem Jahr auf einen Start bei den US Open und kann damit seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. „Nach vielen Überlegungen habe ich mich entschieden, die diesjährigen US Open nicht zu spielen. Die Situation ist weltweit sehr kompliziert, die Covid-19-Fälle nehmen zu. Es sieht so aus, als hätten wir immer noch keine Kontrolle darüber.“ Das Grand-Slam-Turnier soll ab dem 31. August bis 13. September in New York ohne Zuschauer ausgetragen werden. Diese Entscheidung habe er „nie“ treffen wollen: „Aber ich habe mich entschlossen, diesmal meinem Herzen zu folgen, und vorerst reise ich lieber nicht.“ Neben Nadal fehlen auch Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer (Knie) und sein Schweizer Kollege Stan Wawrinka.

Reisewarnung für Türkei teilweise aufgehoben: Das Auswärtige Amt teilte in ihren Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt. Bei allen vier Provinzen handelt es sich um Urlaubsregionen an der Westküste. Bisher zählte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt. Mit dem jetzigen Schritt macht die Bundesregierung erstmals eine Ausnahme.

New York (dpa) - Die Corona-Krise hat aus Sicht der Vereinten Nationen zu den größten Verwerfungen von Bildungssystemen in der Geschichte geführt. Mehr als 1,6 Milliarden Menschen in über 190 Ländern auf allen Kontinenten seien durch die Pandemie beim Lernen beeinflusst worden, teilten die Vereinten Nationen bei der Vorstellung eines Berichts am Dienstag in New York mit.

Bildung unter:Druck Geschlossene Schulen und Lerneinrichtungen haben 94 Prozent aller weltweiten Lernenden betroffen, in Ländern mit niedrigen Einkommen sogar 99 Prozent. Bis zu 23,8 Millionen Kinder und Jugendliche könnten wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen die Krise die Schule verlassen, oder ihnen droht, im kommenden Jahr keinen Zugang zu Bildung zu haben. Soziale Unterschiede in der Bildung würden durch die Pandemie verstärkt, hieß es weiter - beispielsweise zwischen den Geschlechtern. Regierungen sollten deshalb zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um ihre Bildungssysteme flexibler, inklusiver und gerechter zu gestalten.

Keine E-Mail-Adressen mehr in Kontaktlisten: Bei Besuchen in Restaurants, im Schwimmbad oder in Hotels muss keine E-Mail-Adresse mehr in den Kontaktlisten hinterlassen werden. Nach Zweifeln des Landesdatenschützers sei dies in der neuen Corona-Verordnung so festgelegt worden, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Dienstag. Behörden akzeptierten die Adressen künftig nicht mehr, weil die Datenverarbeitung auf diesem Weg nicht den Anforderungen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung genüge.

„Die Erhebung und Speicherung der E-Mail-Adresse halten wir für unzulässig“, heißt es dazu in einer Stellungnahme des Landesdatenschutzbeauftragten zu einer früheren Verordnung. Stattdessen reiche es, eine Handynummer zu hinterlassen oder auf anderem Weg sicherzustellen, dass zum Beispiel Gesundheitsbehörden im Notfall Kontakt aufnehmen könnten. Die neue Verordnung soll am Donnerstag (6. August) in Kraft treten und noch am Mittwoch veröffentlicht werden.

DFL beschließt Fan-Rückkehr: Keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol: Die 36 Vereine der Deutschen Fußball Liga (DFL) haben sich auf ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr zumindest einiger Zuschauer in die Stadien geeinigt. Die Mitgliederversammlung der DFL beschloss auf Antrag des Präsidiums vorübergehende Änderungen in der Spielordnung. Ein vierter zentraler Punkt ist die zeitweise Einführung personalisierter Online-Tickets, mit denen während der Coronavirus-Pandemie die Nachverfolgung von Infektionsketten möglich sein sollen. „Priorität in Deutschland haben nicht volle Stadien, sondern die gesundheitliche Situation“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Die endgültige Entscheidung, ob tatsächlich schon zum oder bald nach dem Saisonstart der Bundesliga und 2. Bundesliga am dritten September-Wochenende Zuschauer zugelassen sind, obliegt den Behörden.

Markgröninger Schäferlauf abgesagt: Das älteste Barfußrennen der Welt, der Markgröninger Schäferlauf, ist coronabedingt abgesagt worden. Im vergangenen Jahr waren an die 100.000 Gäste bei dem Volksfest. Der nächste Lauf soll vom 27. bis 30. August 2021 stattfinden.

Wohl deutlich mehr Infizierte in Italien: Das Virus könnte in Italien sechs Mal stärker verbreitet sein als bekannt. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt Istat veröffentlichten eine Auswertung, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen Corona-Antikörper entwickelt haben. Das entspreche rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. In Italien leben rund 60 Millionen Menschen. Das Ergebnis der Studie basiert auf Tests bei 64.660 repräsentativ ausgewählten Menschen vom 15. Mai bis 15. Juli – die Ergebnisse seien bis 27. Juli eingegangen. Laut den Daten der US-Universität Johns Hopkins haben sich in Italien bislang gut 248.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 35.000 Infizierte starben. Der Studie zufolge gibt es jedoch große regionale Unterschiede. In der Lombardei wurde bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.

Bonn kündigt Basketball-Profi: Die Telekom Baskets Bonn haben ihrem Spieler Joshiko Saibou wegen „Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler“ fristlos gekündigt. Das teilte der Basketball-Bundesligist mit. Nationalspieler Saibou hatte laut Vereinsmitteilung „wiederholt auf Social-Media-Kanälen seine Haltung zur Pandemie oder zum Virus an sich geäußert und am vergangenen Wochenende bei einer Großdemonstration auch praktiziert, indem er vorsätzlich gegen die bekannten Schutzregeln verstieß“. Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der Bonner Basketballer, wurde mit den Worten zitiert: „Die Vereine der BBL arbeiten gerade akribisch an Hygienekonzepten für die Zuschauer in der nächsten Saison und an speziellen Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven. Deshalb können wir ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten.“ Von Saibou und dessen Freundin, der Leichtathletin Alexandra Wester, waren in den sozialen Netzwerken Fotos von ihrer Teilnahme an der Demonstration gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Wochenende in Berlin zu sehen.

Frankreich sorgt sich vor „zweiter Welle“:In Frankreich wächst die Sorge vor einer zweiten Welle der Pandemie. Der wissenschaftliche Rat, der die Regierung berät, bezeichnet es als „sehr wahrscheinlich“, dass es im Herbst oder Winter eine zweite Epidemie-Welle geben könnte. Staatschef Emmanuel Macron appellierte am Dienstag im südfranzösischen Toulon an seine Landsleute, die geltenden Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, die besonders stark getroffen sind. Mehr als 30.000 Menschen starben. Das Virus sei im Sommer wieder stärker im Umlauf. „Die Zukunft der Epidemie ist größtenteils in den Händen der Bürger“, urteilten die Experten.

Kritik an Rallye-Zuschauern: Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat die Entscheidung des Kreises Ahrweiler kritisiert, bei einer Oldtimer-Rallye auf dem Nürburgring am Wochenende bis zu 5.000 Zuschauer zuzulassen. Diese „deutliche Abweichung“ stehe nicht im Einklang mit der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes, die für Veranstaltungen im Freien grundsätzlich eine Grenze von 350 Menschen unter Hygieneauflagen vorschreibe, teilte das Ministerium am Dienstag in Mainz mit. Die zugelassene Zuschauerzahl gebe Anlass zur Sorge. Dies habe das Ministerium auch der Kreisverwaltung mitgeteilt und dringend empfohlen, die Veranstaltung auf maximal 1.000 Teilnehmer zu begrenzen sowie Hygieneauflagen strengstens zu beachten. Die Kreisverwaltung habe in zahlreichen Gesprächen dargelegt, dass der Bewertung ein hochwertiges Hygienekonzept zugrunde liege. Dies werde genau beobachtet, teilte das Ministerium mit. Die Verwaltungen der Kreise und kreisfreien Städte können in begründeten Einzelfällen Ausnahmegenehmigungen für die in der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes getroffenen Regelungen für Veranstaltungen erteilen.

Leverkusens Amiri fehlt gegen Glasgow: Fußball-Profi Nadiem Amiri fehlt Bayer Leverkusen für das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League am kommenden Donnerstag gegen die Glasgow Rangers (18.55 Uhr/DAZN). Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler habe am Samstag vergangener Woche einen kurzfristigen Corona-Kontakt im privaten Umfeld gehabt, teilte der Verein am Dienstag mit.

Drei Neuinfektionen im Ortenaukreis: In Lahr gibt es drei Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der positiven Fälle im Ortenaukreis auf 1.240 (Stand: Dienstag, 4. August, 14 Uhr).

Warentauschtag in Iffezheim fällt aus: Da es dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt (AWB) nicht möglich ist, den Tauschtag unter Einhaltung der aktuellen Hygienebestimmungen durchzuführen, wurde die am 10. Oktober 2020 in Iffezheim geplante Veranstaltung nun abgesagt. „Das bis Ende Oktober andauernde Verbot für die Durchführung von Großveranstaltungen macht die Aktion unmöglich“, so Dr. Jörg Peter, Erster Betriebsleiter beim Abfallwirtschaftsbetrieb. „Das, was die Veranstaltung prägt und ausmacht, das enge Miteinander zwischen den Anlieferern von Gebrauchsgegenständen und den Schnäppchenjägern, lässt sich leider in kein geeignetes Hygienekonzept verpacken“, so Peter. Alternativ zum Warentauschtag kann über die AWB-Abfall-App und den Internetauftritt des AWB der angebotene Online-Verschenk- und Tauschmarkt genutzt werden. Wer Interesse an den Angeboten hat, kann eine entsprechende Nachricht an den Bieter senden.

Kein neuer Fall in Mittelbaden: Im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden ist in den vergangenen 24 Stunden kein neuer Infektionsfall hinzugekommen (Stand: 4. August, 12 Uhr). Es bleibt bei 744 Infektionen, 554 im Land- und 190 Im Stadtkreis. Die Zahl der aktiven Infektionsfälle sank um eine Person auf sechs Fälle. Diese sechs Fälle sind alle im Landkreis zu verorten. Der genesene Patient lebt in Rastatt, daher sank dort die Zahl der aktiven Fälle von vier auf drei. Die übrigen aktiven Fälle verteilen sich auf Bühl, Bühlertal und Muggensturm (je einer). Die Zahl der insgesamt genesenen Patienten stieg damit von 701 auf 702. Weiterhin sind 36 Todesfälle zu beklagen.


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