Corona kompakt: Ein weiterer Todesfall im Landkreis

Baden-Baden (BT/dpa) – Corona ist eines der beherrschenden Themen in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Das BT informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Auch in Mittelbaden sind weitere Neuinfektionen registriert worden. Zudem ist ein weiterer Todesfall im Landkreis Rastatt zu beklagen. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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Auch in Mittelbaden sind weitere Neuinfektionen registriert worden. Zudem ist ein weiterer Todesfall im Landkreis Rastatt zu beklagen. Symbolfoto: Sebastian Kahnert/dpa

Zahlen für Baden-Württemberg: Das Landessozialministerium meldet am Samstag mit Stand 16 Uhr eine Sieben-Tage-Inzidenz von 94,0. Binnen 24 Stunden wurden demnach 1.539 Neuinfektionen registriert. Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 557.694. Weitere fünf Patienten sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben, sodass die Gesamtzahl der Todesopfer auf 10.554. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz weist der Stadtkreis Pforzheim mit 162,7 auf.

Ein weiterer Todesfall im Landkreis: Im Landkreis Rastatt ist ein weiterer Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Landessozialministeriums vom Samstag (Stand: 16 Uhr) hervor. Damit steigt die Zahl der Todesopfer im Landkreis auf 203. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 83,2. Binnen der vergangenen 24 Stunden wurden 30 Neuinfektionen registriert, sodass die Gesamtzahl der Fälle auf 11.163 stieg. Für den Stadtkreis Baden-Baden wurde eine Sieben-Tage-Inzidenz von 106,4 gemeldet. Sechs neue Infektionen wurden registriert, sodass deren Gesamtzahl auf 2.478 stieg.

Lauterbach warnt vor Verschlimmerung: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fürchtet eine Verschlechterung der Corona-Lage in den kommenden Wochen. Deutschland brauche eine sehr viel höhere Impfquote - „andernfalls droht uns ein schwieriger Herbst“, sagte er. Scharf kritisierte Lauterbach den Vorstoß des Kassenärzte-Chefs Andreas Gassen, Ende Oktober alle Corona-Maßnahmen aufzuheben. Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht derweil den Präsenzunterricht wegen mangelnden Infektionsschutzes in Gefahr.

Erleichterungen bei Genesenen-Nachweis: Für den Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion vor einer Impfung sollen bald auch Antikörpertests verwendet werden können. Vielen seien unbemerkt infiziert gewesen, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen.“ Künftig gelte jeder als vollständig geimpft, „der mit einem Antikörpertest eine durchgemachte Infektion nachweisen kann und sich einmal hat impfen lassen“, kündigte Spahn an.

Impfgefälle in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Samstag auf die Unterschiede beim Fortschritt der Corona-Impfungen zwischen den Bundesländern hingewiesen. „Im Nordwesten sind wir fast am Ziel, im Südosten sollten wir noch deutlich höhere Quoten erreichen“, teilte er mit. Nach seinen Angaben haben 62,9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland (52,3 Millionen Menschen) vollen Impfschutz, 67,1 Prozent (55,8 Millionen) erhielten mindestens eine Impfung.

Tokio-Marathon verschoben: Der für den 17. Oktober geplante Tokio-Marathon ist auf den 6. März 2022 verschoben worden. Noch immer befindet sich die Olympiastadt wegen der hohen Infektionszahlen im Ausnahmezustand. Aufgrund der schwierigen Prognose des Covid-19-Trends und den damit verbundenen Mobilitätseinschränkungen habe man sich für die Verschiebung entschieden, hieß es am Samstag vom Veranstalter. Mit der Verschiebung des diesjährigen Marathons ist auch klar, dass der am 6. März 2022 eigentlich geplante Tokio-Marathon 2022 nicht stattfindet.

Briten buchen wieder: In England ist die Nachfrage nach Urlaubsreisen sprunghaft gestiegen, nachdem die britische Regierung eine Lockerung der Corona-Reiseregeln angekündigt hat. Die Flugvergleichswebseite Skyscanner erklärte, die Nutzung der Seite sei in den 30 Minuten nach Ankündigung der Lockerungen am Freitag um 133 Prozent angestiegen.

Inzidenz sinkt bundesweit erneut: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am fünften Tag in Folge gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 72,0 an (Vortag: 74,4, Vorwoche: 82,8). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8.901 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.214 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 63 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.134.779 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Mittwoch: 1,87, bisheriger Höchststand: 15,5). Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.882.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.920.

Hygienepersonal aufgestockt: Die deutschen Kliniken haben ihr Hygienepersonal nach Angaben der Krankenkassen deutlich aufgestockt: 1.330 Krankenhäuser hätten in den Jahren 2013 bis 2020 etwa 595 Millionen Euro zur Aufstockung ihres Hygienepersonals erhalten. Mit dem Geld aus dem Hygienesonderprogramm seien bislang etwa 2.000 zusätzliche Vollstellen geschaffen worden, heißt es in einem Bericht des GKV-Spitzenverbandes.

Infektionsausbruch nach 2G-Party: Nach einer 2G-Party mit 380 Gästen in Münster meldet die Stadt mit Stand Freitagabend 85 Infektionen. Alle verliefen aber mild beziehungsweise ohne Symptome.

Ginter berichtet von Infektion: Sein Impfschutz hat Fußball-Nationalspieler Matthias Ginter bei seiner Corona-Infektion nach eigener Aussage vor einem noch heftigeren Verlauf geschützt. Dennoch gab der 27 Jahre alte Abwehrspieler, der doppelt geimpft war, zu, von der Infektion heftig getroffen worden zu sein. „Ich hatte Fieber, Geschmacksverlust, war völlig fertig, allein der Weg vom Bett bis ins Badezimmer erwies sich als wahre Kraftanstrengung“, erzählte Ginter.

Lage im Südwesten und in Mittelbaden: Die Zahl der Corona-Infektionen hat sich von Donnerstag auf Freitag in Baden-Württemberg laut Landesgesundheitsamt um 1.587 auf insgesamt 556.155 erhöht. Die Zahl der an oder mit Covid-19 gestorbenen Patienten stieg um 14 auf 10.549. Im Landkreis Rastatt wurden 36 und im Stadtkreis Baden-Baden 18 Neuinfektionen registriert. Der R-Wert lag landesweit bei 1,02. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Baden-Württemberg bei 92,4, im Kreis Rastatt bei 83,2 und in Baden-Baden bei 108,2. Landesweit gelten 519.933 Menschen als genesen (plus 1.229). Laut Divi-Intensivregister sind 8,8 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, 204 werden dort wegen einer Infektion behandelt. In sieben Tagen kamen pro 100.000 Einwohner 2,13 Patienten wegen einer Infektion in ein Krankenhaus (Hospitalisierungs-Inzidenz). Bei 70,2 Prozent der Bevölkerung mit Impfempfehlung wurde mit der Impfung begonnen, bei 69,3 Prozent ist sie abgeschlossen.

Quarantäne für Kontaktpersonen verkürzt: Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen künftig nicht mehr so lange in Quarantäne wie bisher. Die Absonderungsdauer für enge Kontaktpersonen und Haushaltsangehörige verkürze sich von 14 auf zehn Tage, teilte das Gesundheitsministerium gestern mit Verweis auf eine neue Verordnung mit, die bereits in Kraft getreten ist. Ab Tag fünf können sich die Kontaktpersonen mit einem negativen PCR-Test vorzeitig aus der Quarantäne befreien, ab Tag sieben reicht ein Antigen-Schnelltest. Schüler, die regelmäßig getestet werden, dürfen sich als Kontaktpersonen bereits ab Tag fünf mit einem Schnelltest freitesten. Tritt ein Corona-Fall an einer Schule auf, werden grundsätzlich alle Mitschüler an fünf folgenden Schultagen getestet – auch an Grundschulen. Die Gesundheitsämter im Südwesten sollen künftig zudem auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen verzichten. „Wir fokussieren uns jetzt gezielt auf Ausbruchsgeschehen, den Schutz gefährdeter Personengruppen und Orte mit hoher Übertragungswahrscheinlichkeit“, sagte Amtschef Uwe Lahl.

Inzidenz in Gaggenau erneut deutlich gesunken: Die Stadtverwaltung Gaggenau meldete am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 89,3. Am Donnerstag hatte der Wert noch bei 126,7 gelegen.

565 aktive Fälle in Mittelbaden: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden nach Angaben des Gesundheitsamts Rastatt von Dienstag auf Freitag (Stand: 14 Uhr) um 109 auf insgesamt 13.549 erhöht. Diese verteilen sich auf den Landkreis Rastatt (11.104, plus 90) sowie den Stadtkreis Baden-Baden (2.445, plus 19). Im Landkreis Rastatt ist ein weiterer Patient aus der Altersgruppe 50 bis 59 Jahre verstorben. Somit sind nun insgesamt 281 Todesfälle zu beklagen. Als genesen gelten 12.703 Infizierte, 142 mehr als am Dienstag. Derzeit gibt es 565 aktive Fälle (minus 34) – und zwar in Rastatt (142), Baden-Baden (119), Gaggenau (68), Bühl (57), Sinzheim (30), Ötigheim (25), Durmersheim (22), Bietigheim (17), Bühlertal (16), Gernsbach (13), Kuppenheim (9), Hügelsheim, Lichtenau (je 7), Bischweier, Weisenbach (je 6), Iffezheim, Muggensturm, Steinmauern (je 5) sowie Au am Rhein, Ottersweier und Rheinmünster (je 2).

1.400 Impf-Gelegenheiten organisiert: Bei der noch bis diesen Sonntag laufenden bundesweiten Aktionswoche für Corona-Impfungen sind laut Bundesregierung rund 1.400 Impf-Gelegenheiten vor Ort organisiert worden. Damit solle auch erneut ins Bewusstsein gerückt werden, wie einfach und für jeden erreichbar das Impfangebot sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. „Jede Impfung macht nicht nur die geimpften Personen, sondern uns alle ein wenig sicherer.“ Es werde sicherlich auch nach dieser Woche weitere fantasievolle und unkonventionelle Impf-Aktionen geben, sagte Seibert. Für die am Montag gestartete Aktionswoche hatten Bund und Länder alle Akteure vor Ort dazu aufgerufen, unkomplizierte Impfangebote zu organisieren - etwa bei Vereinen, Feuerwehren, Kulturveranstaltern oder Unternehmen.

Sonderimpfaktion in Baden-Baden: Am Donnerstag, 23. September, findet von 13 bis 17 Uhr eine Sonder-Impfaktion im Zentrum für Arbeit und Soziales, Gewerbepark Cité 1, statt. Alle ab zwölf Jahren können sich ohne Terminvereinbarung impfen lassen. Kinder bis 14 Jahren müssen von einem Elternteil begleitet werden, Teenager zwischen 14 und 16 Jahren eine Einverständniserklärung der Eltern mitbringen. Impfwillige können zwischen den Impfstoffen von Biontech, Moderna oder Johnson&Johnson wählen. Für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren steht ausschließlich der Impfstoff von Biontech zur Verfügung. Der Impfpass, sofern vorhanden, sollte am Impftag mitgebracht werden. Auch das Tragen einer medizinischen Maske ist Voraussetzung.

Impfaktion in Gaggenau: Noch einmal gibt es am kommenden Samstag und Sonntag, 18. und 19. September, die Gelegenheit, sich direkt im Gaggenauer Rathaus impfen zu lassen, teilt die Stadtverwaltung mit. Verimpft wird vom mobilen Impfteam des Landkreises Rastatt das Vakzin von Biontech. Kommen kann jeder, der seine erste Impfung haben möchte oder auch Personen, die ihre Zweitimpfung vornehmen lassen wollen. Das mobile Impfteam berät bezüglich eines Zweitimpftermins und bespricht mit den Impflingen das weitere Vorgehen vor Ort. Neben Zweitimpfungen sind auch Booster-Impfungen nach durchgemachter Infektion möglich. Auffrischimpfungen (Drittimpfungen) für Personen ab 80 Jahren oder andere vulnerable Personen, beispielsweise bei Pflegebedürftigkeit oder Immunschwäche, werden ebenfalls durchgeführt, sofern die Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt, heißt es in der Mitteilung weiter. Auch Jugendliche ab zwölf Jahren können sich in Begleitung eines Sorgeberechtigten die erste oder zweite Impfung verabreichen lassen. Das mobile Impfteam ist an beiden Tagen von 9 bis 14 Uhr im Foyer des Rathauses. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach den bisherigen Erfahrungen ist etwa mit einem Zeitaufwand von 30 bis 45 Minuten zu rechnen. Mitzubringen sind der Impfpass, Personalausweis und die Krankenversichertenkarte. Wer keinen Impfausweis besitzt, erhält vor Ort eine Bescheinigung.


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