Corona kompakt: Mehr Ziele für den Sommerurlaub

Baden-Baden (BT/dpa) – Corona ist das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Das BT informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Corona kompakt: Mehr Ziele für den Sommerurlaub

Blick auf Capri und die Marina Grande: Reisen ans Mittelmeer sind bei den Deutschen in diesem Sommer besonders beliebt. Foto: Florian Sanktjohanser/dpa

Powetkin beendet Karriere: Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Alexander Powetkin hat am Sonntag das Ende seiner Box-Karriere verkündet. Der 41-Jährige begründet seine Entscheidung mit den Folgen einer Corona-Erkrankung. „Ich fühle mich, als ob ich betrunken wäre“, sagte Powetkin der russischen Nachrichtenagentur TASS. „Ich brauche eine umfangreiche Behandlung und bin keine 20 mehr“. Der Russe hielt den Titel der World Boxing Association (WBA) zwischen 2011 und 2013 und brachte es in 40 Profi-Kämpfen auf 36 Siege (davon 25 durch Knockout), drei Niederlagen und ein Remis.

Inzidenz in Baden-Baden bei 7,2: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Sonntag in Baden-Württemberg weiter gesunken. Bei 23,9 Personen je 100.000 Einwohner wurde nach Angaben des Landesgesundheitsamts in den vergangenen sieben Tagen eine Infektion festgestellt (Stand Sonntag: 16 Uhr). Am Vortag hatte der landesweite Wert noch 25,5 betragen, vor einer Woche lag er bei 29,4. 42 der 44 Regionen im Südwesten liegen unter der 50er-Marke, die Stadt Karlsruhe sogar nur bei 7,0. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz mit 64,8 in der Stadt Heilbronn. In Baden-Baden liegt der Wert bei 7,2, im Landkreis Rastatt bei 25,9.

Frankreich verdoppelt Impfstoff-Zusage: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Frankreich doppelt so viele Impfdosen für ärmere Länder zur Verfügung stellen als ursprünglich vorgesehen. „Frankreich hat seine eigenen Zusagen in diesem Zusammenhang verdoppelt und erhöht ganz konkret von 30 auf 60 Millionen Dosen, die bis Ende des Jahres verteilt werden“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Sonntag nach dem dreitägigen G7-Gipfel im englischen Cornwall. „Aber wir müssen auch in der Lage sein, jetzt in allen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen mehr zu produzieren, um die Selbstversorgung aufzubauen“, sagte Macron weiter. Ziel sei es daher nun auch eine Einigung in der Frage der Patente und des geistigen Eigentums zu erzielen. Dies dürfe kein Hindernis für den allgemeinen Zugang zu Impfstoffen sein. Impfstoffe müssten ein „globales öffentliches Gut“ sein. Auch Pharmaunternehmen müssten in die Pflicht genommen werden und ihre Preise transparent machen.

5.400 Besucher: Die Dresdner Musikfestspiele haben mit ihrer pandemiebedingt kleinen Ausgabe der „Dialoge“ rund 5.400 Besucher begeistert. Die 19 Veranstaltungen waren nach Angaben der Veranstalter zum Abschluss am Sonntag zu 91 Prozent ausgelastet. Intendant Jan Vogler bedankte sich bei den Künstlern, dem Publikum, seinem Team, Stadt und Freistaat sowie den Sponsoren „für die Flexibilität, die dieses Festival möglich gemacht hat“. Es war nach über einem Jahr mit zehn Programmen auf die Bühne zurückgekehrt, als bundesweit erstes internationales Festival. Für das Dresdner Festspielorchester unter Ivor Bolton, aber auch für die Künstler Max Mutzke oder Marialy Pacheco, die New York Gypsy Allstars und das Vision String Quartet war ihr Gastspiel in Dresden der erste Auftritt vor Publikum nach langer Zeit der Stille, hieß es. Der Auftakt der 44. Dresdner Musikfestspiele war digital: Acht Streaming-Konzerte ab dem 24. Mai erreichten rund 100.000 Zuschauer weltweit.

Reisen an mehr Orte: Einige Tage vor Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern haben Reisende wieder mehr Möglichkeiten bei der Wahl ihres Urlaubsziels. In den nächsten Wochen stehen laut Luftverkehrswirtschaft wieder deutlich mehr Orte als noch im vergangenen Sommer auf dem Plan. Dazu passt, dass viele beliebte Reiseziele seit Sonntag nicht mehr als Corona-Risikogebiete zählen – etwa ganz Österreich sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz. Auch die Inseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika gelten nach sinkenden Corona-Infektionszahlen nicht mehr als Risikogebiete, darunter die USA und Kanada. Wer aus einem dieser Gebiete auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen. Ab Juli sollen von Deutschland aus wieder 217 Orte in 38 Ländern angeflogen werden, teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mit. Das sind demnach fast so viele Ziele wie vor der Pandemie im Jahr 2019. Dass die Reiselust bei den Bürgern zurückkehrt, lasse sich an den Buchungen ablesen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbands (DRV), Dirk Inger. Vor allem Pauschalreisen ans Mittelmeer seien gefragt. Die Menschen würden allerdings noch vergleichsweise kurzfristig buchen.

Millionen Masken nicht nutzbar: Fast 20 Millionen Masken in den Beständen des Landes Baden-Württemberg sind einem Zeitungsbericht zufolge derzeit nicht nutzbar, weil sie nicht ganz den Normen entsprechen. „Insgesamt sind 15,2 Millionen Masken aus Landesbeschaffungen aus den Jahren 2020 und 2021 im Lager gesperrt“, teilte das Sozialministerium den „Stuttgarter Nachrichten“ mit. Hinzu kämen rund 4,6 Millionen vom Bund gelieferte mangelhafte Masken. „Trotz sorgfältiger Auswahl der Lieferanten und der Vorgabe einer Herstellung in Deutschland waren zum Teil Masken nicht normentsprechend“, hieß es. Bis Ansprüche auf Schadenersatz mit den Herstellern geklärt seien, blieben die Masken zur Beweissicherung im Lager. Mit dem Bund stehe das Land ebenfalls in Verhandlung über eine Kostenerstattung. Dass das Land mangelhafte Masken bekommen hatte, ist bekannt. Bislang war aber von geringeren Mengen die Rede. Inzwischen lässt das Land selbst beschaffte FFP2-Masken von der Prüforganisation Dekra checken.

Auto als Impfanreiz: Angesichts drastisch steigender Corona-Zahlen in der russischen Hauptstadt Moskau wollen die Behörden mehr Anreize für eine Impfung schaffen. Bis Mitte Juli werden unter Leuten, die sich erstmals impfen lassen, jede Woche fünf Autos verlost, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntag in seinem Blog schrieb. „Der Hauptgewinn für diejenigen, die sich impfen lassen, ist natürlich nicht mit einem Auto gleichzusetzen – es ist Ihre eigene Gesundheit.“ Für ältere Menschen in Moskau gibt es bereits Geschenkgutscheine nach einer Immunisierung. Am Sonntag meldeten die Behörden rund 7.700 Neuinfektionen in der 12-Millionen-Einwohner-Metropole – so viele wie seit Ende Dezember nicht mehr

Fußballer aus Portugal infiziert: Der portugiesische Verteidiger João Cancelo ist kurz vor dem EM-Debüt der Mannschaft von Superstar Cristiano Ronaldo am Dienstag gegen Ungarn positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dem 27-Jährigen, der bei Manchester City unter Vertrag steht, gehe es soweit gut und er habe sich in Budapest in Isolation begeben, teilte der portugiesische Fußballverband FPF am Sonntag mit. Für Cancelo rücke U21-Nationalspieler Diogo Dalot (22) vom AC Mailand nach. Vier Tage nach dem Spiel gegen Ungarn ist Deutschland in München Gegner der „Seleção“

Betriebsärzte bekommen Johnson & Johnson: Für die Corona-Impfungen über Betriebsärzte soll erstmals das Präparat von Johnson & Johnson als zweiter Impfstoff zur Verfügung stehen. In der Woche ab 21. Juni sollen 192.000 Dosen davon geliefert werden, wie es am Samstag vom Bundesgesundheitsministerium hieß. Hinzu kommen dann 602.550 Dosen von Biontech, so dass insgesamt 794.550 Dosen zusammenkommen. Zum Start hatten die Betriebsärzte in der ersten Woche ab 7. Juni zunächst 702.000 Dosen von Biontech bekommen, in der kommenden Woche ab 14. Juni sollen es 602.550 sein.

Mehr Geld für Bildung: SPD-Bundesvize Serpil Midyatli hat ein langfristigeres Bildungspaket für Kinder und Jugendliche gefordert. Das Corona-„Aufholprogramm“ der Bundesregierung für dieses und das kommende Jahr sei zwar die richtige Antwort auf die akuten Auswirkungen der Pandemie, sagte die 45-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Ein einmaliger Impuls mit zwei Milliarden Euro reiche aber nicht. „Wir brauchen ein Jahrzehnt der Investitionen in Chancengleichheit und das gute Aufwachsen von Kindern. Deshalb fordere ich für jedes Jahr zusätzlich zwei Milliarden Euro für Bildung.“

1.489 Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.58 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 17,3 an (Vortag: 18,3; Vorwoche: 24,7). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 18 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 74 Tote gewesen.

Länder von Risikoliste gestrichen: Ganz Österreich sowie zahlreiche andere Länder und Regionen gelten seit Sonntag nicht mehr als Corona-Risikogebiete. Die Bundesregierung strich auch die verbliebenen zwei österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg, beliebte Reiseziele der Deutschen, von der Risikoliste, ebenso wie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz. Auch die Inseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika gelten nach sinkenden Corona-Infektionszahlen nicht mehr als Risikogebiete, darunter die USA und Kanada. Wer aus einem dieser Gebiete auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen.

Abwasser zeigt Entwicklung: Im Abwasser lässt sich nach Einschätzung des europaweit tätigen Referenzlabors zuverlässig die Entwicklung der Corona-Pandemie verfolgen. Susanne Lackner, Professorin für Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt, kann nicht verstehen, warum diese Möglichkeit nicht flächendeckend genutzt wird: „Die Technik ist ausgereift, die Methoden stehen - das System könnte jederzeit etabliert werden. Es fehlt eigentlich nur am politischen Willen“, sagte Lackner der Deutschen Presse-Agentur. In Wiesbaden läuft derzeit eine Pilotstudie, in Frankfurt ist der Test bereits abgeschlossen. Weltweit hätten Forscher bewiesen, dass es möglich ist, Kläranlagen als Frühwarnsystem zu nutzen, sagte Lackner. „Grundsätzlich sieht man im Abwasser die Entwicklung früher als im medizinischen Bereich“, sagte Lackner.

Maskenpflicht soll auf den Prüfstand: Angesichts der abflauenden Coronavirus-Pandemie fordert Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Länder auf, die weitere Fortdauer der Maskenpflicht zu überprüfen. Die Länder müssten klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“. „Das gilt auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen.“ Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte ein komplettes Ende der Maskenpflicht. „Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken. Die allgemeine Maskenpflicht müsste daher bei strenger Auslegung des Infektionsschutzgesetzes aufgehoben werden, erst recht draußen“, sagt Kubicki dem Blatt. Die Landesregierungen müssten jetzt zügig ihre Verordnungen ändern, sonst werden sie bald von den Verwaltungsgerichten gezwungen.

Geldbuße für Staatspräsident: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist wegen der Teilnahme an einer Veranstaltung ohne Maske erneut von der Landesregierung eines politischen Widersachers mit einer Geldbuße bestraft worden. Auch gegen Eduardo Bolsonaro, Abgeordneter und Sohn des Präsidenten, sowie Infrastrukturminister Tarcísio Gomes, seien Geldstrafen von jeweils 552,71 Reais, umgerechnet 90 Euro, verhängt worden, wie die Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Samstag berichtete. Demnach trugen die drei bei einer Motorradrallye mit Tausenden Anhängern in der Millionenmetropole São Paulo keine Maske und verstießen damit gegen die Gesundheitsvorschriften des Bundesstaates.

Infizierte Fußballer vor Copa América: Einen Tag vor dem Eröffnungsspiel der Copa América in Brasilien sind zwölf venezolanische Fußball-Nationalspieler und Mitglieder des Trainerstabs positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies berichtete am Samstag die brasilianische Zeitung „Folha de S. Paulo“ unter Berufung auf das Gesundheitssekretariat des Hauptstadtdistrikts Brasília. Wenig später wurde dann bekannt, dass auch vier Personen aus der Delegation Boliviens positiv getestet wurden. Nach Informationen von deportetotal.com soll es sich um Spieler handeln. Alle Betroffenen aus Venezuela seien asymptomatisch, isoliert in Einzelzimmern und würden vom Team des südamerikanischen Fußballverbandes Conmebol und des Gesundheitssekretariats überwacht. Im Mané Garrincha-Stadion in Brasília soll Venezuela zum Auftakt des prestigeträchtigen Turniers am Sonntag auf Gastgeber und Titelverteidiger Brasilien um Superstar Neymar treffen.

Jeder vierte Baden-Württemberger vollständig geimpft: Ein Viertel der Bevölkerung in Baden-Württemberg ist vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind 2.774.800 Menschen, also 25 Prozent, wie das Robert-Koch-Institut am Samstag (Stand 10.10 Uhr) mitteilte. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig. Damit liegt das Land leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 25,7 Prozent. 5.227 494 Menschen im Südwesten haben mittlerweile eine Impfung gegen das Virus gespritzt bekommen, das sind 47,1 Prozent der Bevölkerung (Bund: 48,1).

WHO will weltweite Impfkampagne: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, will mit Hilfe der G7-Staaten innerhalb eines Jahres mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung zu einer Corona-Impfung verhelfen. Dieses Ziel solle bis zum nächsten G7-Gipfel in Deutschland 2022 erreicht werden, sagte der WHO-Chef am Samstag beim G7-Gipfel. Dazu seien jedoch weit größere Anstrengungen notwendig als bislang geplant. Er sei aber überzeugt, dass dieses Ziel erreichbar sei, so Tedros weiter. Die Produktionskapazitäten könnten bis dahin entsprechend erhöht werden.

Große Partys aufgelöst: In mehreren deutschen Städten sind am Wochenende nächtliche Open-Air-Partys in Grünanlagen eskaliert. Dabei kam es immer wieder zu Angriffen auf die Polizei. Bei der Auflösung einer Feier in Köln mit rund 1.000 Teilnehmern wurden zwei Polizisten und ein Ordnungsdienstmitarbeiter verletzt. In Münster hatten sich rund 250 teils stark angetrunkene Personen getroffen. Bei der Räumung eskalierte auch dort die Lage. Es gab Angriffe auf die Beamten und Sachbeschädigungen. In Jena hatten rund 2.000 Menschen gefeiert. Auch dort flogen Flaschen und andere Gegenstände auf die Sicherheitskräfte.

G7-Staaten wollen Impfdosen verteilen: Deutschland und die anderen G7-Staaten wollen laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bis 2022 die Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer ermöglichen. Die G7-Gruppe habe eine globale Verantwortung, sagte Merkel am Samstag am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Carbis Bay. Ein finaler Beschluss der Teilnehmer lag aber zunächst noch nicht vor. Unklar war auch, wie sich die Verteilung der 2,3 Milliarden Dosen zusammensetzt.

331 Neuinfektionen in Baden-Württemberg: Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg meldet am Samstag (Stand: 16 Uhr) 331 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen auf 498.363. Zwei weitere Todesfälle kamen hinzu, sodass sich die Zahl der verstorbenen auf 10.074 erhöht. 711 weitere Personen gelten zwischenzeitlich als genesen. Damit stieg die Zahl der Patienten, die als wieder gesund gelten, auf 479.964. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird mit 25,5 angegeben. Kein Stadt- bzw. Landkreis liegt über dem Grenzwert von 100. Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind ebenfalls mit Stand Samstag, 16 Uhr, 178 Covid-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 110 (61,8 Prozent) invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2.039 Intensivbetten von betreibbaren 2.361 Betten (86,4 Prozent) belegt.

Impfstoff-Entwickler geehrt: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Entwickler des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V ausgezeichnet. Im Kreml wurde am Samstag unter anderem der Chef des Gamaleja-Forschungszentrums für Epidemiologie und Mikrobiologie, Alexander Ginzburg, geehrt, wie das Präsidialbüro mitteilte. Der Impfstoff wurde vor zehn Monaten als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben.

Höchste Inzidenz in Lindau: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist Lindau deutschlandweit der Ort mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Am Samstag lag der Wert bei 75,6 Fällen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Der Landkreis am Bodensee hatte mitgeteilt, dass es kein „diffuses“ Infektionsgeschehen gebe. „Es beschränkt sich auf wenige bekannte Ausbruchsherde in Familienverbänden und (sieben) Asylbewerberunterkünfte“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung. Auch an Schulen habe es Infektionen gegeben - „hierbei handelt es sich aber um Einzelfälle, die frühzeitig isoliert werden konnten“. Somit gebe es quasi „kaum ein Ausbruchsgeschehen“ an Schulen.

Balearen wollen Discos öffnen: Diskotheken, Pubs und andere Nachtlokale auf den Balearen sollen gegen Mitte Juli wieder öffnen dürfen, wie die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Samstag unter Berufung auf die Regionalregierung in Palma berichtete. Die Wiedereröffnung der Vergnügungslokale solle nach den Plänen Palmas um den 17. Juli herum passieren. Die endgültige Entscheidung solle aber erst nach einem siebentägigen Pilotprojekt Anfang Juli fallen.

Weiterer Impfstoff: Für die Impfungen über Betriebsärzte soll erstmals das Präparat von Johnson&Johnson als zweiter Impfstoff zur Verfügung stehen. In der Woche ab 21. Juni sollen 192.000 Dosen davon geliefert werden, wie es am Samstag vom Bundesgesundheitsministerium hieß. Hinzu kommen dann 602.550 Dosen von Biontech, so dass insgesamt 794.550 Dosen zusammenkommen. Zum Start hatten die Betriebsärzte in der ersten Woche ab 7. Juni zunächst 702.000 Dosen von Biontech bekommen, in der kommenden Woche ab 14. Juni sollen es 602.550 sein. Die Arztpraxen sollen in der Woche vom 21. Juni rund 3,3 Millionen Impfdosen erhalten, nämlich 2,84 Millionen Dosen von Biontech und 504.000 von Astrazeneca. Die Länder sollen nach neuen Lieferdaten noch im Juni rund 700.000 Dosen mehr für die Impfzentren bekommen als zunächst geplant, wie es vom Gesundheitsministerium weiter hieß. In der kommenden Woche seien es 400.000 Dosen von Astrazeneca extra. Mehrere Länder wollten dies für Erstimpfungen verwenden.

Mehr als 40 Millionen Erstimpfungen: Mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland haben bislang mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 48,1 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (Stand: 10.10 Uhr) hervorgeht. Den vollständigen Impfschutz hat nun demnach mehr als jeder Vierte (21,35 Millionen Menschen oder 25,7 Prozent). Insgesamt wurden laut RKI bislang 60,1 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht, 965.478 davon am Freitag. Laut RKI wurden etwa zwei Drittel aller Impfungen in Impfzentren verabreicht, ein Drittel in Arztpraxen. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 52,9 Prozent weiterhin den höchsten Anteil Erstgeimpfter, Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,0 Prozent. Das Saarland zählt mit 30,4 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz

Kubicki kündigt Untersuchungsausschuss an: Der Vize-Vorsitzende der Liberalen, Wolfgang Kubicki, hat einen von der FDP beantragten Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Corona-Management der Regierung nach der Bundestagswahl angekündigt. Kubicki, der auch Vizepräsident des Bundestags ist, kritisierte unter anderem den Einkauf „untauglicher Masken“ durch das Gesundheitsministerium. Bei deren Prüfung seien zwei von acht Kriterien gestrichen worden. Auch die Teststrategie und die Behauptung, die Intensivstationen seien bundesweit wegen der Pandemie an der Belastungsgrenze gewesen, seien zu untersuchen.

Rund 2.000 Impfwillige vor Praxis: Mit einem „offenen Impftag“ für Corona-Schutzimpfungen hat ein Hausarzt im hessischen Babenhausen einen Ansturm ausgelöst. Bereits vor dem Start der Aktion am Samstagmorgen um 8 Uhr hätten sich rund 1.500 bis 2.000 Menschen vor Ort eingefunden und sich in Warteschlangen eingereiht, sagte der Bürgermeister. Die Leute seien teils bereits am Vortag angereist und hätten vor der Praxis campiert. Er rief dazu auf, nicht mehr anzureisen, da es im Stadtgebiet bereits zu erheblichen Verkehrseinschränkungen komme und die vorgesehenen Parkplätze voll seien. Polizei und Ordnungsamt seien vor Ort, um die Verkehrssituation unter Kontrolle zu halten.

Mehr Impfstoff fürs Land: Baden-Württemberg soll laut „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag) kurzfristig mehr Impfstoff bekommen. Da Ärzte in Bayern und Baden-Württemberg in den beiden Wochen nach Pfingsten weniger Impfstoff des Herstellers Biontech bestellt hätten, als nach dem Bevölkerungsschlüssel möglich gewesen wäre, bekommen beide Länder nun in der Woche ab dem 28. Juni einen Ausgleich, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Quellen aus dem Bundesgesundheitsministerium. In Baden-Württemberg gehe es um 52.600 zusätzliche Dosen.

Millionäre fordern höhere Vermögensbesteuerung: 36 Millionärinnen und Millionäre aus Deutschland und Österreich haben in einem gemeinsamen Appell eine höhere Besteuerung von Millionenvermögen gefordert. In einem Schreiben, das der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag vorliegt, heißt es: „Wir sind Vermögende und setzen uns für eine höhere Besteuerung von Vermögen ein.“ Die „Ungleichheit in Deutschland und international“ nehme seit Jahrzehnten zu. Unter der Corona-Krise litten besonders Arme, „während manche Vermögende und Unternehmen zu den Krisengewinnern gehören und in der Krise noch reicher geworden sind“. Konkrete Vorschläge sind unter anderem die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine Vermögensabgabe und striktere Regeln gegen Steuervermeidung.

Party mit Hunderten Gästen aufgelöst: Die Pariser Polizei hat am Freitagabend eine illegale Party unter freiem Himmel mit Hunderten Teilnehmern aufgelöst. Hygiene- und Abstandsregeln seien nicht beachtet worden. Die Menschen hatten auf der Esplanade vor dem Invalidendom gefeiert. Medien berichteten, es habe zuvor einen Aufruf in sozialen Netzwerken gegeben. Die Polizei griff gegen 23 Uhr ein, Berichten nach setzte sie auch Tränengas ein.

Produktionspanne bei Johnson&Johnson: Nach einer Produktionspanne in einem US-Werk muss der Corona-Impfstoff-Hersteller Johnson & Johnson Millionen Impfdosen vernichten. Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen seien wegen einer möglichen Kontamination unbrauchbar, teilte die Arzneimittelbehörde FDA am Freitag mit. Weder die FDA noch der Hersteller nannten eine genaue Zahl.

Preissprünge bei Flugreisen und Mietwagen: Laut dem Vergleichsportal Check24 kosten Hin- und Rückflug für die zehn am häufigsten im Mai gebuchten Reiseziel im Schnitt 16 Prozent mehr als 2019 - Flüge in die Niederlande wurden um 114 Prozent, in die Schweiz um 101 Prozent, nach Österreich um 81 und nach Spanien um 22 Prozent teurer. Hauptgrund seien vorsichtigere Planungen der Fluggesellschaften und daher geringere Kapazitäten: Bei Mietwagen gab es auch starke Preissprünge – im Durchschnitt um 23 Prozent: Ibiza (plus 300 Prozent), Mallorca (plus 200), Sizilien (plus 100).

Lange Wartezeiten bei Handwerkern: Gut zwei Monate müssen einige Menschen in Deutschland laut Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer derzeit auf einen Handwerker warten. „Im Bau und Ausbau sind es durchschnittlich 8,8 Wochen“, sagte Wollseifer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Ein Grund für die lange Wartezeit sei die Unterbrechung der Lieferketten in der Pandemie. „Baumaterialien sind knapp und die Materialpreise haben sich exorbitant erhöht“, sagte Wollseifer. „Es fehlt an Holz, Metall, Kunststoff, Chips - praktisch an allem, was man für den Hausbau braucht.“

Sieben Neuinfektionen in Mittelbaden: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen hat sich in Mittelbaden nach Angaben des Gesundheitsamts Rastatt von Donnerstag auf Freitag (Stand: 14 Uhr) um 7 auf insgesamt 12.375 erhöht. Diese verteilen sich auf den Landkreis Rastatt (10.221, plus 6) und auf den Stadtkreis Baden-Baden (2.154, plus 1). Die Neuinfektionen verteilen sich auf die Stadt Rastatt (4) sowie Durmersheim, Rheinmünster und Baden-Baden (je 1). Es sind weiterhin 265 Todesfälle zu beklagen. Als genesen gelten 11.942 Infizierte, 5 mehr als am Donnerstag. Derzeit gibt es 168 aktive Fälle (plus 2) – und zwar in Rastatt (55), Baden-Baden (29), Gaggenau (19), Durmersheim (11), Sinzheim (8), Bischweier (7), Iffezheim (6), Bühlertal (5), Bühl, Kuppenheim, Ottersweier (je 4), Au am Rhein, Muggensturm (je 3), Gernsbach, Weisenbach (je 2) sowie Bietigheim, Forbach, Hügelsheim, Lichtenau, Rheinmünster und Steinmauern (je 1).

Inzidenz in Gaggenau rückläufig: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag in Gaggenau bei 26,7, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Am Donnerstag hatte der Wert noch 30,0 betragen,

Inzidenz in Rastatt gesunken: Die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) ist in der Stadt Rastatt nach Angaben der Stadtverwaltung von Donnerstag auf Freitag von 100,2 auf 84,1 gesunken.

Regelbetrieb an Baden-Badener Schulen: Da im Stadtkreis Baden-Baden an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 lag, gehen die Schulen ab Montag wieder in den Regelbetrieb über. Das teilte das Landratsamt in Rastatt am Freitag mit. Ab 13. Juni findet daher der Unterricht an allen Schulen, Grundschulförderklassen und Schulkindergärten im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen statt. Die Test- und Maskenpflicht besteht weiterhin. Ein grundsätzliches Abstandsgebot zu und zwischen den Schülern ist nicht mehr vonnöten. Diese Regelung tritt wieder außer Kraft, sofern im Stadtkreis Baden-Baden die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 50 wieder überschreitet. Ab dem 21. Juni liegt der Schwellenwert laut Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg dann bei 100.

Bühler Inzidenz stagniert: Die Stadt Bühl meldet am Freitagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 28. Das entspricht exakt dem Wert vom Donnerstag. Anfang der Worte hatte dieser noch bei 34 gelegen.