Corona kompakt: Elf neue Fälle in Rastatt

Baden-Baden (red/dpa) – Das Coronavirus ist seit Monaten das beherrschende Thema in der Welt, in Europa, Deutschland und auch in Mittelbaden. Die BT-Onlineredaktion informiert fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in der Stadt Rastatt von Freitag auf Montag um elf auf insgesamt 16 gestiegen. Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa

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Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist in der Stadt Rastatt von Freitag auf Montag um elf auf insgesamt 16 gestiegen. Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa

Bayern plant flächendeckende Testzentren: In ganz Bayern soll es in Kürze flächendeckend Corona-Testzentren geben. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen solche Zentren eingerichtet werden, also rund 100 an der Zahl. Das hat das Kabinett am Montag in einer Videokonferenz beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte anschließend in Nürnberg, die Menschen sollten sich schnell und unbürokratisch testen lassen können und dafür nicht mehr zum Arzt gehen müssen. Reiserückkehrer sollten sich nach Worten des Ministerpräsidenten künftig zweimal testen lassen: Einmal an der Grenze beziehungsweise am Flughafen, und ein zweites Mal fünf bis sechs Tage später.

Verzicht auf US-Open: Auch die frühere US-Open-Siegerin Swetlana Kusnezowa verzichtet wegen der Coronavirus-Pandemie auf eine Teilnahme am Grand-Slam-Turnier in New York. „Ich bin traurig, weil ich so sehr auf diese Turniere gewartet habe, aber die Pandemie hat alle Pläne geändert“, schrieb die 35-jährige Russin am Montag auf Instagram. 2004 hatte sie das Turnier gewonnen, aktuell belegt sie Platz 32 der Weltrangliste.

Kusnezowa ist nicht die einzige prominente Spielerin, die ihren Start bei den US Open (31. August bis 13. September) abgesagt hat. Unter anderem hatten auch der die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty und Deutschlands Julia Görges mitgeteilt, nicht nach New York zu reisen. Auch der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal bleibt daheim.

Absage für DFL: Die Fußball-Bundesliga hat bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fußball-Fans in die Stadien vorerst eine Absage aus der Politik erhalten. „Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen“, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag auf Twitter mit. „Jetzt heißt es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Das Konzept der DFL ist in der Theorie gut. Entscheidend ist in der Pandemie aber die Praxis im Alltag.“ Und auch von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wartete die Liga beim Sommer-Reizthema vergeblich auf positive Signale, zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 Mitte September wieder vor Publikum zu spielen. Das habe aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit hieß es aus Teilnehmerkreisen. Bis zum 31. Oktober sei zurzeit eine Öffnung der Stadien nicht zu befürworten.

Ergebnisse der Impfstoff-Studie für September erwartet: Erste Ergebnisse der Tübinger Impfstoff-Studie der Firma Curevac sollen Mitte September vorliegen. Bisher laufe es sehr gut, sagte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden, die meisten davon in Tübingen. Kremsner zufolge beginnen demnächst Phase zwei und drei der Studie. Dann soll die Gruppe der Probanden etwa um ältere Menschen erweitert werden. Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff der Biopharmafirma basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Die Impfstoff-Studie war Mitte Juni angelaufen. In der Folge hatten sich ungefähr 4.000 Freiwillige bei der Tübinger Universitätsklinik als Probanden gemeldet.

Griechenland verschärft Regeln: Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet. Zudem wurde die traditionelle Messe von Thessaloniki (5. bis 13. September) abgesagt. Deutschland wäre in diesem Jahr das Partnerland dieser Messe gewesen. Nachdem am Vortag mehr als 200 nachgewiesene Fälle gemeldet wurden, müssen alle Tavernen, Bars und Discos in zahlreichen Regionen des Landes, darunter auf Kreta, Santorin, Mykonos und anderen bekannten Urlaubsregionen um 24 Uhr schließen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis 23. August, teilte eine Regierungssprecherin in Athen mit. Zudem müssen alle über die Landesgrenzen einreisende Menschen ab 17. August einen negativen Test vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein.

147 Neuinfektionen im Land: Am Montag wurden dem Landesgesundheitsamt 147 neue Infektionen gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl auf mindestens 37.899 an. Davon sind schätzungsweise 34.987 Personen als genesen eingestuft. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 1.858. Derzeit gelten geschätzt noch 1.054 Personen als infiziert. Der 7-Tage-R-Wert liegt bei 0,9. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Durchschnitt etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. In den vergangenen sieben Tagen wurden landesweit durchschnittlich 3,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnet. Im Landkreis Rastatt liegt dieser Wert bei 6,5, im Stadtkreis Baden-Baden bei 3,6.

Le Mans ohne Zuschauer: Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans muss in diesem Jahr wegen der Pandemie ohne Zuschauer stattfinden. Das habe man nach Rücksprache mit den Gesundheits- und Sicherheitsbehörden sowie angesichts der Ungewissheit über die Entwicklung der Situation beschlossen, teilte der Veranstalter Automobile Club de l’Ouest (AOC) am Montag mit. Das Autorennen, das eigentlich immer im Juni stattfindet, war wegen der Pandemie bereits auf September verschoben worden und soll nun vom 19. bis 20. September ausgetragen werden.

Gesundheitsministerium gegen Fans in Stadien: Das baden-württembergische Gesundheitsministerium lehnt eine Rückkehr von Fans in die Stadien zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga ab. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei dies aus Gründen des Infektionsschutzes nicht vorstellbar. „Die Corona-Verordnung erlaubt derzeit Großveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag. „Tausende Menschen in einem Stadion sind aus unserer Sicht aber derzeit nicht darstellbar, wenn wir auf der anderen Seite in vielen gesellschaftlichen Bereichen aus gutem Grund nach wie vor restriktive Vorgaben machen müssen.“

Angriffe auf Polizisten: In Karlsruhe hat ein 41-jähriger Mann Polizisten angegriffen, die ihm vor dem Betreten eines Supermarktes ohne Mund- und Nasenschutz abhalten wollten. Bei dem Vorfall am Samstagabend erlitten zwei Beamte Schürfwunden. Der Randalierer wurde in Gewahrsam genommen. In Stuttgart hat ein 39-Jähriger bei einer Maskenkontrolle im Nahverkehr zwei Polizisten mit einem Kugelschreiber angegriffen. Er wurde vorläufig festgenommen.

Sechs weitere Infektionen in der Ortenau: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist im Ortenaukreis von Freitag auf Montag um sechs auf insgesamt 1.251 gestiegen. Die neuen Fälle stammen aus Offenburg, Oberkirch und Biberach.

Atletico nimmt Trainingsbetrieb wieder auf: Die erneute Testreihe ist bei allen Spielern und Trainern von RB Leipzigs Champions-League-Gegner Atletico Madrid negativ ausgefallen. Das teilte der Club am Montag mit. Auch das Ergebnis der zwei zuvor positiv getesteten Personen war bei der zweiten Testung negativ. Dennoch werden der Stürmer Angel Correa und Abwehrspieler Sime Vrsaljko, die keine Symptome aufweisen, weiterhin zu Hause isoliert. Bereits am Montagnachmittag nahm Atlético das Training wieder auf. Am Donnerstag (21 Uhr/Sky) soll in Lissabon das Viertelfinale gegen Leipzig stattfinden.

Söder sieht Zuschauer in Stadien kritisch: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht einer Rückkehr von Zuschauern in der Fußball-Bundesliga zum Saisonstart äußerst kritisch gegenüber. „Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervorragend. Aber bei vollen Stadien zum Bundesliga-Start bin ich außerordentlich skeptisch. Ich kann es mir derzeit nicht vorstellen“, sagte der Ministerpräsident in Nürnberg. „Es ist auch nicht klug, wenn wir Schulstart haben, wenn wir beginnenden Herbst haben, zu überlegen, dass wir dann zusätzlich 20.000, 25.000 Leute in den Stadien haben“, sagte Söder. In der letzten August-Woche werde er versuchen, in Abstimmung mit dem Bund eine Ministerpräsidentenkonferenz zum Thema Bundesliga abzuhalten, sagte Söder nach einer außerplanmäßigen Videokonferenz seines Kabinetts. „Ich kann mir vielleicht im Laufe der Saison, aber nicht zum Bundesliga-Start volle Stadien vorstellen.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht hingegen das Zuschauerkonzept der Deutschen Fußball Liga positiv. „Ich bin der Meinung, man muss ihnen jetzt die Chance geben, diese Sache zu erproben“, sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-Mittagsmagazin. Es sei wichtig, „dass wir jetzt auch an diesem Punkt einen Schritt nach vorn gehen“.

Baden Racing nimmt Karten zurück: Wegen der Beschränkung auf 500 Zuschauer pro Renntag muss Baden Racing die im Vorverkauf veräußerten Karten für die Große Woche zurücknehmen. Eventuell gebe es aber Resttickets, teilte der Veranstalter am Montag mit.

Elf neue Fälle in Rastatt: Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist von Freitag auf Montag in Mittelbaden um elf auf insgesamt 762 gestiegen. Alle elf Neuinfektionen betreffen die Stadt Rastatt. Nach BT-Informationen sollen acht Fälle auf eine Großfamilie entfallen, die restlichen drei sind Reiserückkehrer. Die Zahl der aktiven Fälle steigt in Rastatt damit auf insgesamt 16, daneben gibt es zwei in Baden-Baden. Von den insgesamt 762 erfassten Infektionen in Mittelbaden entfallen 570 auf den Landkreis Rastatt und 192 auf den Stadtkreis Baden-Baden. Als genesen gelten 708 Patienten, das ist einer mehr als am Freitag. Der Abgang kommt aus Muggensturm. Weiterhin gibt es 36 Todesfälle zu beklagen.

Aida Cruises plant Neustart: Nach der kurzfristigen Absage des Saisonstarts der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises wegen fehlender Genehmigungen der italienischen Regierung plant das Unternehmen den Neustart nun für Anfang September. Wie das Unternehmen am Montag in Rostock berichtete, liege die Zustimmung aus Italien für die Neustartkonzepte inzwischen vor. Danach soll am 6. September in Kiel das Schiff „Aidablu“ zu einer Kurzreise Richtung Norwegen und Dänemark ablegen. Weitere siebentägige Reisen seien von Hamburg aus mit der „Aidaperla“ vom 12. September an zu den norwegischen Fjorden geplant. Mit Ausnahme dieser Fahrten müsse das Unternehmen auf Grund der aktuellen Pandemielage die seit Mitte März dauernde Unterbrechung der Kreuzfahrtsaison bis zum 30. September 2020 verlängern.

Weniger Insolvenzen: Trotz der Corona-Krise sind auch im Mai weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1504 Fälle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag. Das waren 9,9 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftliche Not durch die Corona-Krise spiegele sich somit bislang nicht wider, folgerten die Statistiker. Ökonomen rechnen im Gesamtjahr allerdings mit einem deutlichen Anstieg der Firmenpleiten. Wirtschaftsverbände fordern, die Insolvenzantragspflicht über Ende September hinaus auszusetzen.

Kritik an kostenlosen Tests: Aus Sicht von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sollten Urlauber aus Risikogebieten Corona-Pflichttests selbst zahlen. Ähnlich äußerte sich am Montag Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Innenstaatssekretär Günter Krings (CDU) schlägt die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Risikogebiete vor.

Lage in Deutschland: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 216.327 Menschen in Deutschland nachweislich infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 10.8., 0 Uhr). Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Deren Gesamtzahl liegt nach RKI-Angaben nun bei 9.197. Bis Sonntagmorgen hatten 197.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche. Am Samstag waren 1.122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Die am Montag bekannt gegebenen Zahlen der Neuinfektionen sind meist vergleichsweise niedrig, weil am Sonntag nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 9.8., 0 Uhr, in Deutschland bei 1,17 (Vortag: 1,32). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.


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