Bühl geht als Topfavorit in die neue Saison

Loffenau (mi) – Auch wenn das Pokal-Aus in Offenburg mit 1:7 deutlich ausfiel: Nach einer guten Vorbereitung startet der VfB Bühl als einer der heißen Titelfavoriten in die neue Landesliga-Spielzeit.

Benjamin Göhringer (links) ist der verlängerte Arm von Trainer Alexander Hassenstein beim VfB Bühl. Foto: Frank Seiter

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Benjamin Göhringer (links) ist der verlängerte Arm von Trainer Alexander Hassenstein beim VfB Bühl. Foto: Frank Seiter

Von Michael Ihringer

Der letzte Eindruck ist der bleibende. Und der war ziemlich miserabel. 1:7 klingt nicht wirklich gut. Der VfB Bühl erlebte in der zweiten Runde des südbadischen Verbandspokals in Offenburg ein ziemliches Desaster. Doch mal ganz abgesehen davon, dass ein Landesligist ganz sicher nicht von einem Pokal-Coup träumt, ist der Traditionsklub OFV mit einem Oberligisten fast gleichzusetzen.
Alexander Hassenstein kennt sich mit der Oberliga gut aus, war er doch einst zweieinhalb Jahre beim Bahlinger SC auf der Trainerbank gesessen. Für Hassenstein wäre schon die Verbandsliga-Rückkehr mit dem VfB eine tolle Sache. „Aus dem 1:7 können wir einige Lehren ziehen. Wir müssen einige Dinge natürlich ansprechen. Wir waren weit weg von unserem normalen Können. Vielleicht war es aber ganz gut, dass wir vor dem Start noch mal einen auf den Deckel bekamen“, hat Hassenstein nun mehr Ansätze zur Kritik als bei einer knappen Niederlage.

An der insgesamt „sehr guten Vorbereitung“ änderte die Klatsche freilich nichts. Bezüglich der Vorbereitung hat der engagierte Übungsleiter in den vergangenen drei Jahren nach seinem Comeback im Hägenich schon ganz anderes erlebt, speziell in den Wintermonaten.

Kader nochmals verstärkt

Da der VfB praktisch als einziges Landesliga-Team ohne nennenswerten Abgang blieb, vielmehr der Kader nochmals verstärkt wurde, sind die Chancen, im vierten Anlauf wieder eine Etage höher zu steigen, sehr gut. Verdient hätte es Hassenstein allemal. Denn zweimal in den vergangenen drei Jahren schrammte er nur knapp am Aufstieg vorbei. Einmal als Dritter, zuletzt im März als Zweiter an Corona, denn der Virus beendete die Saison jäh. Vieles deutet auf ein erneutes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Superaufsteiger der Vorsaison aus Oberwolfach hin. Allerdings weiß der erfahrene Übungsleiter auch, was auf sein Team, das von 90 Prozent seiner Trainerkollegen als Titelfavorit gesehen wird, zukommt: „Wir haben noch gewisse Schwierigkeiten, mit dem Druck umzugehen.“

Außerdem ist bei Dreh- und Angelpunkt Simon Maurath „an eine Rückkehr vor Jahresende nicht zu denken“. Auch bei Büyükasik und Oser stehen Operationen an, während mit Lusch und Golly in Bälde wieder zu rechnen ist.

Gänzlich andere Ziele hat der TSV Loffenau unter Neu-Trainer Sven Huber. Wenn die frühere Elchesheimer Führungsfigur schon den Punkteschnitt seines Vaters Joachim bei dessen Kurzzeit-Intermezzo erreichen würde, wäre das mehr als die halbe Miete für das anvisierte Saisonziel Klassenerhalt. „Mit dem Schnitt meines Vaters wären wir sogar oben mit dabei“, scherzt Huber junior, um gleich klarzustellen: „Für uns zählt nur der Klassenerhalt.“ Und obwohl sich Huber von seiner Knieoperation mittlerweile erholt hat („Ich bin wieder fit“) trifft es ihn umso härter, dass sein großer Hoffnungsträger Marius Ganz sich im Pokal zuletzt die Achillessehne riss und damit den größten Teil der Saison ausfallen wird. „Das trifft uns sehr hart. Da wir keine herausragenden Individualisten haben, müssen wir nun umso mehr über das Kollektiv kommen“, sagt der Spielertrainer. Mit ihm als Führungsfigur. „Ich bin ja auch der Älteste bei uns.“

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Erstellt:
23. August 2020, 10:00 Uhr
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