Badens Kunsthallen wieder im Lockdown

Baden-Baden (cl) – Ein Kunsthallenbesuch in Baden-Baden und Karlsruhe war nur kurz möglich. Erneut müssen die Museen schließen. Die Valie-Export-Schau ist zu Ende, Boucher könnte verlängert werden.

Einige wenige Besucher sind in den vergangenen zwei Wochen in den Genuss gekommen, die Boucher-Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu besichtigen: Nun schließt sie nach erneutem Corona-Lockdown wieder – um eine Verlängerung wird gerungen.  Foto: Uli Deck/dpa

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Einige wenige Besucher sind in den vergangenen zwei Wochen in den Genuss gekommen, die Boucher-Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu besichtigen: Nun schließt sie nach erneutem Corona-Lockdown wieder – um eine Verlängerung wird gerungen. Foto: Uli Deck/dpa

Von BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

Der Dauer-Lockdown zehrt in Deutschland immer mehr an den Nerven, der Druck, alternative Strategien auszuprobieren, die trotz steigender Infektionszahlen auch Öffnungen von Kultureinrichtungen erlauben, wächst. Das mit Unterstützung des Landes angelaufene Modellprojekt in Tübingen mit umfassenden Teststrategien kommt dort auch der Kunsthalle zugute. Sie kann die neue Ausstellung mit Werken von Karin Sander ab 27. März eröffnen, während in Baden-Baden und Karlsruhe die kurzen Museumsöffnungen nun wieder zurückgenommen worden sind. In beiden Städten lag die 7-Tage-Inzidenz den dritten Tag in Folge über 100.
Gestern erklärten die Kunsthallen in Baden-Baden und Karlsruhe, dass sie wieder schließen müssen, ebenso wie das Badische Landesmuseum und das ZKM Karlsruhe. Das Museum Frieder Burda wird die für Samstag geplante Eröffnung seiner neuen Ausstellung „Impressionismus in Russland“ wohl absagen müssen. Für die Valie-Export-Schau in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden bedeutet diese Entscheidung wohl das Aus, sie wäre nach Verlängerung nur bis 5. April zu sehen gewesen.

„Francois Boucher“-Schau digital bei Online-Führungen zu erleben


Wegen des enormen Zuspruchs auf die Boucher-Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe, die seit 9. März über Zeittickets zugänglich war, wird eine Verlängerung wahrscheinlicher. „Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Ausstellung über den 5. April hinaus zu verlängern. Es besteht also noch Hoffnung, dass ein Besuch der Boucher-Schau zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist – sofern die Inzidenzwerte eine erneute Öffnung zulassen.“, teilte Direktorin Pia Müller-Tamm mit. Derweil sei die Schau digital bei Online-Führungen zu erleben.
Auch das Badische Landesmuseum hat ein digitales Programm zur Überbrückung aufgelegt, für Kinder ist die Reihe „KiMO – Kinder im Museum Online“ gedacht. Im Landesmuseum ist die Schau „Räuber Hotzenplotz“ nur knapp eine Woche zu sehen gewesen. „Nichtsdestotrotz sind wir froh, die Öffnungsmöglichkeit genutzt zu haben: Bis auf einige wenige Plätze in den Morgenzeiten war die Ausstellung über das Online-Ticketing komplett ausgebucht,“ so Museumsdirektor Eckart Köhne.
Der Tübinger Modellversuch, wonach ein Kunsthallenbesuch ab Samstag mit einem aktuellen, negativen Corona-Schnelltest – der auch nahe der Einrichtung gemacht werden kann – möglich wird, könnte eine echte Alternative sein, für den seit über einem Jahr mehr oder weniger geschlossenen Kulturbetrieb.

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