Ausmisten schafft Platz für neue Erinnerungen

Baden-Baden (stn) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Nora Strupp diese Woche über das befreiende Gefühl einer entrümpelten Wohnung.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

Von Nora Strupp

Klimbim, Firlefanz, Nippes, Schnickschnack, und Krimskrams – es gibt viele Namen für das, was sich im Laufe eines Lebens daheim so ansammelt, und zwar haufenweise. Dinge, die man sich als Souvenir aus dem Urlaub mitgebracht hat, Dinge, die man gekauft hat, im Glauben, man würde sie irgendwann brauchen, und Dinge, die man vor Urzeiten tatsächlich gebraucht hat, aber nur ein einziges Mal und dann nie wieder. Die Folge: Die Schränke, Kommoden und Schubladen platzen aus allen Nähten, und man weiß nicht mehr wohin mit den Sachen. Richtig bewusst, wie viel man besitzt, wird es einem allerdings erst, wenn ein Umzug ansteht und man all das Zeug aus den Schränken raus- und in Kisten und Kartons einpacken soll. So ging es zumindest mir bei meinem letzten Umzug in die neue Wohnung.

Bücher, Kleidung, Hinstellerchen – alles muss raus

Unzählige Bücher, die nach einmaligem Lesen ihr Dasein im Regal fristeten, Kleidung, die nach jahrelangem Tragen ihren Zweck erfüllt, es aber nie aus dem Kleiderschrank in den Müllsack geschafft hat, oder Hinstellerchen, die auf der Fensterbank verstauben. Die Liste war lang... Und genau in diesem Moment, in dem ich zwischen prall gefüllten Umzugskartons versank, reifte in mir ein Entschluss: Ich miste aus – radikal, schonungslos und so schnell wie möglich. Kurz darauf, nachdem der Umzug bewältigt war und bevor ich die Chance hatte, es mir noch mal anders zu überlegen, legte ich los: Sachen, die kaputt und nicht mehr zu gebrauchen waren, landeten im Müll, Romane und Krimis verschenkte oder verkaufte ich, Schuhe, Shirts und Hosen, die mir nicht mehr gefielen, aber noch in Ordnung waren, gab ich in die Altkleidersammlung. Stück für Stück leerten sich die Schränke – und es fühlte sich gut an. Mit jeder Habseligkeit, die meine Wohnung verließ, fühlte ich mich befreiter. Doch nicht nur mein Staubwedel freute sich, dass er nun nicht mehr ganz so viel Arbeit hatte. Nein, auch ich war glücklich. Denn nun habe ich endlich wieder Platz – für neue Erinnerungen, für neue Lieblingsstücke, für neue Dinge, die mich von nun an durchs Leben begleiten dürfen.

Vor zwei Wochen schrieb Fiona Herdrich lebensnah über ihr Adventsstimmungshoch und sein Ende.

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Erstellt:
13. Dezember 2020, 12:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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