Hitziger Streit um Kinderimpfung

Freiburg (kie) – Wegen Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche werden Ärzte angefeindet. Doch generell wächst der Zuspruch für die Impfung ab zwölf Jahren.

Ohne generelle Empfehlung der Stiko, aber mit Genehmigung der Europäischen Arzneimittelbehörde: Kinder ab zwölf Jahren können geimpft werden. Foto: David Young/dpa

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Ohne generelle Empfehlung der Stiko, aber mit Genehmigung der Europäischen Arzneimittelbehörde: Kinder ab zwölf Jahren können geimpft werden. Foto: David Young/dpa

Von BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

Roland Freßle weiß inzwischen, was passieren kann, wenn man sich als Arzt für eine Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ausspricht. Der Vorsitzende des Landesverbands der Kinder- und Jugendärzte war einer der Unterzeichner eines Ärztetagsbeschlusses aus dem Mai, in dem empfohlen wurde, dass zeitnah eine Impfstrategie für Kinder und Jugendliche entwickelt wird.
Hunderte von hasserfüllten Mails und Briefen hat der Freiburger Kinderarzt laut eigenem Bekunden seither erhalten, oftmals wurde er darin beleidigt, teilweise sogar mit dem Tod bedroht. Auch Vergleiche mit dem NS-Arzt Josef Mengele, der menschenverachtende medizinische Experimente durchgeführt hat, fielen, wie Freßle erzählt: „Meine Arzthelferinnen machen die Päckchen inzwischen gar nicht mehr auf, die wir erhalten“, sagt er – und ergänzt: „Die meisten Personen melden sich bei mir, weil sie verunsichert sind und mehr Informationen zur Covid-Impfung erhalten wollen. Aber die Spitze des Eisbergs ist unerträglich.“

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