Auf die Beatmung kommt es an

Baden-Baden (kli) – Was geschieht, wenn es nicht genügend Intensivbetten für schwer kranke Corona-Patienten gibt? Auf Landes- und Bundesebene gibt es Register, in denen freie Kapazitäten vermerkt sind. Doch das System in Deutschland hat Tücken.

Überall im Land – wie hier in Ulm – werden Intensivbetten für Corona-Patienten vorbereitet. Foto: Kästle/dpa

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Überall im Land – wie hier in Ulm – werden Intensivbetten für Corona-Patienten vorbereitet. Foto: Kästle/dpa

Von Dieter Klink

Im Klinikum Mittelbaden ist am Donnerstag vorübergehend ein Engpass aufgetreten: Zwei Covid-19-Patienten wurden zur weiteren Beatmung von Baden-Baden-Balg in Krankenhäuser in Offenburg und Karlsruhe gebracht. Gestern früh standen laut Klinikum wieder genügend Kapazitäten zur Verfügung. 13 der 16 für Covid-19-Patienten vorgesehenen Intensivbetten seien belegt gewesen – damit waren drei Plätze frei für Patienten, die neu hinzukommen könnten. Was aber geschieht, wenn die Kapazitäten für Corona-Patienten tatsächlich erschöpft sind?

Wie ist die aktuelle Versorgung mit Intensivbetten in Deutschland? Im europäischen Vergleich ist Deutschland gut aufgestellt (siehe Grafik). In Italien standen zu Beginn der Corona-Krise nur 5000 Intensivbetten zur Verfügung. In Deutschland gibt es 28000 Betten Intensivbetten. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) meldete sogar, dass mittlerweile 40000 Betten zur Verfügung stünden. Diese Zahl wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) aber nicht bestätigt. Uwe Janssens, DIVI-Präsident, sagte dem BT, ein Großteil der geschaffenen Kapazitäten beruhe nicht auf zusätzlichen Betten. „Die Verfügbarkeit der Intensivbetten wurde dadurch erhöht, dass geplante größere Operationen verschoben wurden und damit die Anzahl der Kapazitäten auf den Intensivstationen erhöht wurde.“ Auch sei noch unklar, wie viele der für die Versorgung schwer kranker Patienten notwendigen Beatmungsgeräte tatsächlich schon verteilt worden seien. Bei der DIVI geht man davon aus, dass maximal 70 Prozent der Intensivbetten Beatmungsgeräte haben.

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Erstellt:
4. April 2020, 12:58 Uhr
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