Ab ins warme Wasser

Karlsruhe (red) – Saisonstart: Freibadfans strömten am Freitag ins Karlsruher Sonnenbad. Warmes Wasser und kalte Luft locken nicht nur Schwimmer aus der Fächerstadt an.

Jetzt gibt es kein Halten mehr: Nach dem Startschuss lassen sich diese Sonnenbad-Fans ins Wasser fallen.Foto: Heck

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Jetzt gibt es kein Halten mehr: Nach dem Startschuss lassen sich diese Sonnenbad-Fans ins Wasser fallen.Foto: Heck

Von Winfried Heck

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, viele Menschen in Badebekleidung, gelöste Stimmung und Musik aus den Lautsprechern. Man hätte vermuten können, es sei schon Sommer – wenn nur nicht dieser kalte Wind und Temperaturen denkbar knapp über dem Gefrierpunkt eine ganz andere Geschichte erzählen würden.

Wenn Ende Februar das Karlsruher Sonnenbad als wohl erstes Freibad Deutschlands in die Saison startet, dann steht eine immer größer werdende Gruppe von Freiluft-Badern wartend (und frierend) am Beckenrand. Bei 28,5 Grad Wassertemperatur ist der Sprung ins Wasser für alle eine Erlösung. Die letzten zehn Sekunden werden wie immer stilecht heruntergezählt. Punkt 10 Uhr gibt Bürgermeister Martin Lenz den Startschuss.

Spröder Charme zieht Besucher an

Das Sonnenbad strahlt den spröde-altmodischen Charme einer Badeanstalt aus der Mitte des 20. Jahrhunderts aus. Und wahrscheinlich macht genau das den Reiz aus. Klein, übersichtlich, familiär und mit einem 50-Meter-Becken ausgestattet, das Schwimmer so lieben. Kein Wunder, dass Menschen aus der Ortenau, der Pfalz, dem Elsass und sogar aus dem Raum Stuttgart zu den regelmäßigen Gästen zählen.

„Endlich wieder an der frischen Luft schwimmen, ohne Hallenbaddampf“, schwärmt einer am Eröffnungstag und erntet lachende Zustimmung von anderen, die neben ihm im Becken Bahnen ziehen.

Für Bäderchef Oliver Sternagel spielt der Gesundheitsaspekt eine große Rolle. Frische Luft und der Unterschied zwischen warmem Wasser und kühler Luft, das hat schon etwas von Sauna-Effekt. Bis zum ersten Advent ist das Bad geöffnet, rund 130000 Besucher werden wohl wieder gezählt. Auch „Klamotten-Schwimmer“ Maurits van Wijde war wieder da. Der Holländer hat das Sonnenbad 2018 entdeckt und nimmt seither Jahr für Jahr die gut 450 Kilometer lange Anreise aus Arnheim auf sich, um zu den ersten Freiluft-Badern der Republik zu gehören. In den vergangenen beiden Jahren sprang der Arjen-Robben-Fan noch im Bayern-Outfit ins Becken. Diesmal waren es Trikot, Hose und Stutzen im KSC-Look – samt Kickschlappen an den Füßen.

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Erstellt:
28. Februar 2020, 20:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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