Wertvolle Lebensmittel vor der Mülltonne bewahren

Malsch (hli) – Ehrenamtliche von Foodsharing in Malsch verteilen jeden Tag zwischen 30 und 70 Kilo Waren, die von Geschäften aussortiert werden.

Kistenweise Backwaren: Yvonne Kubaile (links) und Thea Karcher-Kastner zeigen, was für Foodsharing an einem Tag alleine an Brot und Brötchen gespendet wird. Foto: Mirjam Hliza

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Kistenweise Backwaren: Yvonne Kubaile (links) und Thea Karcher-Kastner zeigen, was für Foodsharing an einem Tag alleine an Brot und Brötchen gespendet wird. Foto: Mirjam Hliza

Von Mirjam Hliza

Punkt 17 Uhr ziehen Elke Fütterer und Jennifer Faass die Rollläden des AWO-Gebäudes in der Malscher Ortsmitte nach oben. Vor den Fenstern warten bereits einige Menschen mit Masken im Gesicht und Tüten in den Händen. Sie alle haben eine Mission: Lebensmittel vor der Mülltonne retten. Organisiert wird die Ausgabe in Malsch sechsmal in der Woche von Foodsharing. Vor allem in den ersten 15 Minuten haben Fütterer und Faass, die zu den 25 ehrenamtlichen Helfern des sogenannten Fairteilers in Malsch gehören, wortwörtlich alle Hände voll zu tun. „Haben Sie Gemüse?“, fragt eine Frau. „Wir haben Feldsalat, Radieschen, Karotten“, zählt die 49-jährige Elke Füttterer auf, während ihr Blick über die Regale schweift. „Obst und Gemüse sind derzeit am beliebtesten“, berichtet Yvonne Kubaile. Die Vorsitzende des Malscher AWO-Ortsvereins setzte im April 2020 die Idee um, Foodsharing in der Gemeinde anzubieten. Beim ersten Termin gab es eine Palette Milch zu verschenken. Seitdem hat sich viel getan. Mittlerweile sind es täglich durchschnittlich 20 bis 30 Kilo Lebensmittel – kistenweise Brot und Brötchen, süße Stückchen, Wurst, Joghurt, Karotten, Kohl, Salat und Pilze liegen unter anderem an diesem Tag in den Regalen. Manchmal, schätzt Kubaile, müssen an einem Tag aber auch 60 bis 70 Kilo Lebensmittel gerettet werden. „Es ist schlimm, was in Deutschland alles weggeworfen wird“, findet Sybille Drescher, die in der Schlange vor dem Fenster wartet. Zwar könnte sie es sich eigentlich leisten, ihre Lebensmittel zu kaufen, doch die Malscherin will etwas gegen die Verschwendung tun. Deshalb kommt sie immer wieder zu den Fairteiler-Aktionen. Auch Frank Müller aus Malsch, der mit seinem Sohn ansteht, erklärt: „Wir leisten so einen kleinen Beitrag, dass weniger weggeworfen wird.“

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Erstellt:
28. Februar 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 38sec

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