Volkshochschule wird digitaler

Rastatt (red) – Ein Frühjahrssemester im Zeichen von Corona hat die VHS Landkreis Rastatt hinter sich. Die Pandemie gibt der Erweiterung des Online-Angebots einen Schub.

Im Herbstsemester setzt die VHS Landkreis Rastatt wieder auf Präsenzkurse. Doch die digitale Entwicklung soll weitergehen. Foto: Archiv

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Im Herbstsemester setzt die VHS Landkreis Rastatt wieder auf Präsenzkurse. Doch die digitale Entwicklung soll weitergehen. Foto: Archiv

Hoffnungsfroh ist das Frühjahrssemester der Volkshochschule (VHS) Landkreis Rastatt Anfang März mit über 1.800 Teilnehmern in 184 Kursen gestartet. Der Semesterauftakt mit der Holiday Blues Band in Steinmauern war ein voller Erfolg und verbreitete Optimismus. 750 sprachbegeisterte und 650 gesundheitsbewusste Teilnehmer freuten sich darauf, ihre Fremdsprachkenntnisse zu verbessern oder mit Bewegungsübungen in ihrer VHS-Gruppe fit zu bleiben.
Doch schon in der zweiten Märzwoche zogen schwarze Wolken auf, und die Einstufung zum Risiko einer möglichen Corona-Pandemie entwickelte sich äußerst dynamisch. Am Freitag, 13. März, wurde das, was sich bereits abgezeichnet hatte, offiziell. In einer Pressekonferenz verkündete die Landesregierung Baden-Württemberg den Beschluss, ab 16. März alle Kindergärten und Schulen zu schließen.

VHS-Team im Homeoffice

„Sofort ergriffen auch wir die erforderliche Konsequenz – schweren Herzens, aber zum gesundheitlichen Wohl von Teilnehmenden und Kursleitenden“, betont VHS-Leiterin Cornelia Casper. Bis in die späten Abendstunden war das Team im Einsatz, um über die Kursabsagen zu informieren. Zu diesem Zeitpunkt schwang allerdings noch die Hoffnung mit, dass es nach Ostern weitergehen könnte, berichtet die Pressestelle des Landkreises.

„Die folgenden Wochen waren dann immer noch stark von Organisatorischem geprägt, so mussten Lehrkräfte und Teilnehmende über den weiteren Verlauf informiert werden und Teilabbuchungen und Auszahlungen an die Kursleiter erfolgen“, so Casper. Das VHS-Team war – teils in der Hauptgeschäftsstelle im Landratsamt, teils im Homeoffice – weiterhin erreichbar.

„Lieber digital als infiziert“

Unter dem landesweiten Motto „Lieber digital als infiziert“ zeigte sich die Corona-Krise aber auch als Chance, um die „digitale VHS“ weiter auszubauen. Gemeinsam mit den Beteiligten wurde an neuen Formaten gearbeitet und neue Bildungsangebote realisiert. „Auch wenn die Akzeptanz von Online-Angeboten noch verhalten ist, konnten wir vereinzelte Kurse erfolgreich umsetzen und erfahren immer mehr Zuspruch“, stellen die VHS-Fachbereichsleiterinnen fest. So trafen sich etwa im Spanischkurs Sprachdozentin und Kursteilnehmende live im virtuellen Kursraum der vhs.cloud und nutzten die Möglichkeiten der mündlichen und schriftlichen Kommunikation. Im Gesundheitsbereich entstanden Videos mit Bewegungsübungen oder Audio-Dateien mit Anleitungen zur Entspannung, die auf Youtube oder über Lernplattformen abrufbar waren. Die geplanten Marketing-Workshops mussten nicht abgesagt werden, da der Kursraum auf die Plattform Zoom verlegt werden konnte. Allgemeinbildende Vorträge wurden in Kooperation per Livestream übertragen. Und der sechsteilige Lehrgang „klimafit – Klimawandel vor der Haustür! Was kann ich tun?“ in Kooperation mit der Stadt Bühl konnte termingerecht online abgeschlossen werden. Teilnehmenden der Integrationskurse wurde die Möglichkeit eröffnet, ihre Deutschkenntnisse in Online-Tutorien, die über das vhs-Lernportal laufen und vom Bundesamt für Migration und Integration gefördert werden, zu festigen.

Online-Lernen soll ausgearbeitet werden

Die in kürzester Zeit entstandenen Kurskonzepte zum Online-Lernen sollen nun weiter ausgearbeitet werden. „Uns ist bewusst, dass wir noch am Anfang einer ,analogitalen’ VHS stehen. Noch verfügen nicht alle über die erforderliche technische Ausstattung und Medienkompetenz. Aber wir haben die coronabedingte Unterbrechung des Kursgeschehens für einen kräftigen Schub in der digitalen Entwicklung genutzt“, stellt Casper fest und betont mit Nachdruck, dass auch in Zukunft die persönliche Begegnung vor Ort sehr wichtig bleibe.

Für das Herbstsemester hat die VHS ihren Schwerpunkt wieder auf die Präsenzveranstaltungen gesetzt. „Die Durchführung der Kurse nach vorgeschriebenem Hygieneplan und die Einhaltung der Abstandsregeln wird uns alle vor neue Herausforderungen stellen, die wir aber gemeinsam sicherlich meistern werden“, blickt die VHS-Leiterin optimistisch nach vorne. Das neue Programm wird Ende August veröffentlicht. Information: VHS Landkreis Rastatt, Telefon: (0 72 22) 3 85 35 00.

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Erstellt:
12. August 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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