Unterhaltung mit Haltung

Rastatt (red) – Das größte internationale Straßentheaterfestival Deutschlands dreht seine nächste Runde: Vom 9. bis 14. Juni findet in Rastatt das 14. tête-à-tête statt. Der Förderverein wird unterdessen von einem neuen Vorstandsteam geleitet.

Spektakuläres Erlebnistheater: Das Ensemble Titanick kommt mit neuer Produktion wieder nach Rastatt. Foto: Martin Jehnichen

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Spektakuläres Erlebnistheater: Das Ensemble Titanick kommt mit neuer Produktion wieder nach Rastatt. Foto: Martin Jehnichen

Auftretende aus aller Welt wollen beim tête-à-tête wieder die Straßen, Plätze und Parks der Stadt in Ausnahmezustand versetzen, die Stadt soll für erneut fünf Tage und sechs Nächte Kopf stehen. Dafür hat das Festival Straßentheater- und Zirkusgruppen aus ganz Europa im Gepäck – „Artistik, Tanz und Performance soweit das Auge reicht“, versprechen die künstlerischen Leiterinnen Kathrin Baar und Julia von Wild. Nach der 25-Jahre-Jubiläums-Edition können sich zehntausende Besucher auch 2020 auf ein kurzweiliges, aber anspruchsvolles Programm freuen, das unterhält und amüsiert, berührt und aufrüttelt, konfrontiert und zum Nachdenken anregt – und das überwiegend umsonst und draußen stattfindet.

Die Programmauswahl spiegle Diversität, Innovation und Gespür für neue künstlerische Strömungen wider, darunter etliche Deutschlandpremieren und ein Abendprogramm mit Raum für besondere Shows. Das komplette Programm soll am 28. April veröffentlicht werden; dann beginnt auch der Vorverkauf für die kostenpflichtigen Abendveranstaltungen. Fest steht: Rund 40 internationale Performancegruppen und Einzelkünstler präsentieren dem Publikum in diesem Jahr in Rastatt ihre neuesten Produktionen.

Auf dem Werksgelände von Mercedes-Benz zeigt ein Urgestein des deutschen Straßentheaters, das weltweit bekannte Ensemble des Theaters Titanick aus Münster, seine Platzinszenierung „Alice on the Run“. Das Theater Titanick ist damit nach 1993, 2000 und 2002 zum vierten Mal zu Gast beim tête-à-tête in Rastatt. Inspiriert von Lewis Carroll’s Fabel, erzählt es diesmal vom Aufbruch ins Ungewisse.

„Friedvolles und fröhliches Miteinander versteht das tête-à-tête-Team auch als gelebte Achtsamkeit füreinander – auf dem Festival und darüber hinaus“, heißt es weiter. Darum stehe die Ausgabe 2020 ganz bewusst im Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung. „Missständen entgegentreten, bewusst handeln“ – genauso wie das Festival Genregrenzen mit spielerischer Leichtigkeit überschreitet, gehe es darum, Barrieren zwischen Ländern und in Köpfen einzureißen. „Klare Kante gegen Ausgrenzung“, betonen Bahr und von Wild.

Die weltoffene Aura der Veranstaltung soll für grundlegende gesellschaftliche Themen sensibilisieren. Themen wie Vielfalt, Gleichberechtigung, Teilhabe, Nachhaltigkeit oder Generationengerechtigkeit werden auf die Bühnen – und ins Bewusstsein – getragen.

Zäsur beim Förderverein

Unterdessen gibt es einen Wechsel beim 930 Mitglieder starken Förderverein tête-à-tête. Nachdem die Vorsitzende Gudrun Eisenhauer nicht mehr als Vorsitzende angetreten ist, wurde bei der Jahreshauptversammlung die bisherige Schatzmeisterin Kerstin Nippraschk einstimmig zur Nachfolgerin gewählt. Die organisatorische Leiterin Christina Hernold informierte bei der Zusammenkunft über den aktuellen Stand der Vorbereitungen. „Wenn wir auch nicht wissen, wie sich das Coronavirus entwickelt, müssen wir mit Vollgas die Planungen vorantreiben“, bekräftigte sie den Willen, das tête-à-tête durchzuziehen. Neu in diesem Jahr ist, dass die Busse der Verkehrsgesellschaft Rastatt (VERA) an den Veranstaltungstagen ab 12 Uhr kostenfrei genutzt werden können. Die Karten für die Abendveranstaltungen gelten gleichzeitig als Fahrschein für den KVV.

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Erstellt:
13. März 2020, 11:15 Uhr
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