Sexualgewalt: Zweifel an kindgerechter Vernehmung

Rastatt (ema) – Sind die richterlichen Vernehmungen im Wintersdorfer Fall von mutmaßlicher sexueller Gewalt nicht kindgerecht? Unter Betroffenen regen sich Zweifel.

Zwei Handpuppen im Untersuchungsraum einer Kinderschutzambulanz: Über ein kindgerechtes Vernehmungszimmer verfügt die Justiz in Baden-Baden nicht mehr. Foto: av

© picture alliance/dpa

Zwei Handpuppen im Untersuchungsraum einer Kinderschutzambulanz: Über ein kindgerechtes Vernehmungszimmer verfügt die Justiz in Baden-Baden nicht mehr. Foto: av

Von Egbert Mauderer

Im Zuge der weiter laufenden Ermittlungen gegen einen früheren 50-jährigen Erzieher wegen des Verdachts sexueller Gewalttaten im Kindergarten Wintersdorf sind die richterlichen Vernehmungen der Opfer vorerst abgeschlossen. Sieben Kinder seien bislang vernommen worden, sagte Staatsanwalt Michael Klose dem BT. Ob weitere Vernehmungen folgen, hänge von den Ermittlungen ab, da die Polizei weitere Kinder befragt habe. Unterdessen kommen Zweifel auf, ob die Anhörung in kindgerechter Weise vor sich ging.
Die Vernehmung der Kinder im Justizgebäude der Kurstadt sind mit Videokamera aufgenommen worden, um den Opfern in einem möglichen Strafprozess später Aussagen im Gerichtssaal zu ersparen. Nachdem mehrere Kinder im Dezember auf diese Art befragt worden waren, entschloss sich die Staatsanwaltschaft, die Entlassung des Verdächtigen aus der U-Haft zu beantragen, da aufgrund widersprüchlicher Aussagen und aussagepsychologischer Auffälligkeiten nicht mehr von einem dringenden Tatverdacht ausgegangen werden könne.

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