Schwertransport mit Polizei-Eskorte

Muggensturm (red) – An der Wolf-Eberstein-Halle in Muggensturm wird kräftig gearbeitet, doch durch die Corona-Krise ist dennoch eine Verzögerung zu erwarten.

Blick in die obere Sporthalle der Wolf-Eberstein-Halle Muggensturm, bevor die Dachelemente montiert wurden. Fotos: Gemeinde

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Blick in die obere Sporthalle der Wolf-Eberstein-Halle Muggensturm, bevor die Dachelemente montiert wurden. Fotos: Gemeinde

Die Erweiterung und Sanierung der Wolf-Eberstein-Halle läuft trotz Corona-Krise auf Hochtouren, teilt die Gemeinde Muggensturm mit.

Während der Herbst- und Wintermonate war von der Baumaßnahme äußerlich recht wenig zu sehen. Das habe sich im März erheblich geändert. An den Gebäudeteilen für die Kulturbereiche (Richtung Tennisplätze) seien mittlerweile die Maurer- und Betonarbeiten fertiggestellt, am eingeschossigen Anbau ist bereits die Dachkonstruktion und die Dachhaut aufgebracht. Am zweigeschossigen Teil (Aufstockung der ehemaligen Kegelbahn) ist dies in den kommenden Wochen geplant.

Vor allem von der L67 aus konnte man in den vergangenen drei Wochen gut erkennen, wie die obere Sporthalle mit Stellung der Stützen, Einbau der Binder und Montage der Dachfläche ihre neue Form annahm. Die große Herausforderung für die Montagefirma bestand darin, in zwölf Metern Höhe die bis zu 22 Meter langen und 60 Zentimeter hohen Stahlträger auch bei widrigen äußeren Bedingungen sicher zu bewegen. Dies war bei Böen bis Windstärke 6 nicht immer möglich, informiert die Gemeinde.

Kurzzeitig droht der Baustopp

Vergangene Woche kamen mehrere Schwertransporte mit Überlänge und teilweise auch mit Überbreite auf die Baustelle, ab der Autobahnabfahrt begleitet durch Polizeifahrzeuge. Sie brachten aus Österreich vorgefertigte Bauteile für das Dach der neuen Sporthalle – obwohl die Herstellerfirmen im Nachbarland wegen der Corona-Krise eigentlich geschlossen waren. Dadurch bedingt drohte auf der Baustelle sogar kurzzeitig ein Baustopp, den man in letzter Sekunde durch viel Engagement der betroffenen Unternehmer glücklicherweise vermeiden konnte, wie die Gemeinde schreibt. Durch die Vorfertigung (Tragkonstruktion inklusive Wärmedämmung und Unterspannbahn, Elementlänge 20 Mete, Breite rund 2,6 Meter) sowie die termingerechte Anlieferung konnten wie geplant die ersten 900 Quadratmeter Dachfläche über dem späteren Spielfeld verlegt werden.

Ebenfalls mit Schwertransport kamen die neuen Lüftungsgeräte, die die gesamte Halle mit Frischluft versorgen sollen. Beim Einheben sei der eigens hierfür georderte Kran an seine Kapazitätsgrenzen gekommen, wog doch das Größte der Geräte rund 4,5 Tonnen.

Am folgenden Tag wurden die restlichen rund 330 Quadratmeter Dachfläche über der Hallenfläche eingebaut. Noch diese Woche soll die Montage des Vordachs erfolgen. Danach werden über die gesamte Dachbreite von First bis Traufe 28 Meter lange Aluminiumtafeln, die sogenannte Deckschale, verlegt. Diese bildet die wasserführende Ebene. Nach Abschluss dieser Dacharbeiten steht in den kommenden Wochen die Montage der Wandelemente an. Anschließend soll der bereits begonnene Innenausbau der Halle „durchstarten“.

Unter der neuen Halle befinden sich weiterhin die Umkleideräume, die bisherigen wurden im Winter zurückgebaut. Durch eine Vergrößerung dieses Geschosses um rund sieben Meter Richtung Parkplätze auf der gesamten Gebäudelänge sowie durch einen Teilabbruch der bestehenden Fassade wurde neben einer deutlichen Vergrößerung der Umkleidebereiche auch ein neuer Gymnastikraum verwirklicht.

Unbürokratische Zusammenarbeit

Auftauchende Probleme, die es bei einer Baumaßnahme dieser Größe erfahrungsweise immer gibt, sind nach Angaben der Gemeinde durch eine reibungslose und unbürokratische Zusammenarbeit gelöst worden. Nur so sei es trotz der widrigen Wetterverhältnisse (Januar und Februar mit nahezu durchgehenden Niederschlägen) möglich gewesen, die Bauzeitverzögerung bisher in Grenzen und die kalkulierten Baukosten einzuhalten.

Weitere Bauverzögerungen werden sich laut Gemeindeverwaltung infolge der Corona-Krise indes nicht vermeiden lassen, da einige Firmen nur noch mit eingeschränkter Personaldecke arbeiten. Zudem werde beim nun startenden Innenausbau darauf geachtet, dass nicht zu viele unterschiedliche Firmen gleichzeitig vor Ort arbeiten und dass die aktuell am Bau tätigen Firmen keinen räumlich engen Kontakt untereinander haben.

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Erstellt:
2. April 2020, 14:00 Uhr
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