Schmetterlingsgrabfeld mit Lavendelband

Hügelsheim (sch) – Auf dem Hügelsheimer Friedhof wurde am Dienstag ein Grabfeld für Kinder eingeweiht, die früh verstorben oder tot auf die Welt gekommen sind.

Das neue Schmetterlingsgrabfeld auf dem Hügelsheimer Friedhof wird gesegnet. Foto: Bernhard Schmidhuber

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Das neue Schmetterlingsgrabfeld auf dem Hügelsheimer Friedhof wird gesegnet. Foto: Bernhard Schmidhuber

Von Bernhard Schmidhuber

Im Jahr 2001 wurde der Friedhof im Spargeldorf erweitert und teilweise umgestaltet. Mit der Übergabe und Segnung eines Schmetterlingsgrabfelds am Dienstag will man laut Bürgermeister Reiner Dehmelt „auch dem gesellschaftlichem Wandel gerecht werden“. Zudem haben sich das Erscheinungsbild der Grabstätten „gravierend verändert“ und die Bestattungsformen weiterentwickelt. Um „dem Zeitgeist gerecht“ zu werden, hatte der Gemeinderat die Landschaftsplanerin Silvia Eckerle beauftragt. Ziel der insgesamt rund 300.000 Euro bezifferten mehrjährigen Maßnahmen sei es, „dem individuellen Bedarf an Bestattungsvarianten sowie den gesellschaftlichen Aufgaben gerecht zu werden und das Erscheinungsbild des Friedhofs aufzuwerten“. In einem ersten Schritt hatte der Bauhof unter Leitung von Wendelin Meier in Eigenregie das Anlegen des Grabfelds im Sommer in Angriff genommen. Umrandet mit Natursteinen und einem Band aus Lavendel, beides in Form eines Schmetterlings, ziert das neue Grabfeld nun den südwestlichen Eingangsbereich. Mit dem Begriff „Schmetterlingskind“ wird ein als Tot- oder Fehlgeburt zur Welt gekommenes Kind bezeichnet. Dehmelt machte deutlich: „Wenn Kinder sterben, bevor sie richtig auf der Welt sind, bricht für die werdenden Eltern meist eine Welt zusammen.“ Mit dem neuen Grabfeld gebe es jetzt auf dem Friedhof einen Ort für Eltern und Angehörige von früh verstorbenen oder totgeborenen Kindern. Die beiden Kirchenvertreter, Pater Daison Thaikkattil und Pfarrer Michael Winkler, lobten den Friedhofsteil als „besonderen Ort des Trostes“ und „schön gestaltete Erinnerungsstätte“ vor dem Segensgebet. Am Ende dankte Dehmelt der Planerin der Anlage und den Vertretern der VR-Bank für deren finanzielle Unterstützung. Im nächsten Schritt werde ein neuer Baumbestand im Erweiterungsteil folgen, so der Rathauschef. Dort seien 35 Bäume geplant. Neue Bestattungsformen wie Rasen-, Wiesen- und Baumbestattung und ein gärtnergepflegtes Grabfeld sollen dann zulässig sein. Auch sollen der Vorplatz der Aussegnungshalle und der Kapelle repräsentativ und inklusionsgerecht saniert werden.

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Erstellt:
17. Dezember 2020, 12:00 Uhr
Lesedauer:
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