Ooser Landgraben renaturiert

Rastatt (red) – Der Ooser Landgraben in Niederbühl fließt seit einigen Tagen in einem neuen, naturnahen Bett. 200 Muscheln wurden ausgesetzt und 3.000 Fische umgesiedelt.

Der Ooser Landgraben hat im Zuge der Renaturierung einen neuen Verlauf bekommen. Foto: Frank Vetter/BT

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Der Ooser Landgraben hat im Zuge der Renaturierung einen neuen Verlauf bekommen. Foto: Frank Vetter/BT

Das Gewässer wurde für den Bau des Tunnels Rastatt verlegt. Die Arbeiten dafür starteten Anfang des Jahres. Der Bach folgt jetzt einem geschwungenen Verlauf, um dem Wasser seine natürliche Strömungsgeschwindigkeit zurückzugeben. Ökologen setzten dabei rund 200 Bachmuscheln im neuen Bachlauf aus. Auch etwa 3.000 Fische verschiedener Arten wurden umgesiedelt.

Die Muscheln und Fische hatten zuvor in einem 800 Meter langen Bereich des Ooser Landgrabens gelebt, wie es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn heißt. Dieser wird jetzt nicht weiter mit Wasser versorgt. Die Bachmuschel war früher in ganz Deutschland verbreitet, ist inzwischen aber vom Aussterben bedroht. Auch unter den rund 15 Fischarten befinden sich besonders geschützte Exemplare wie beispielsweise Neunaugen, Döbel, Aale oder Elritzen.

Viele Maßnahmen und tonnenweise Erde ausgebaggert

Der neue Verlauf des Ooser Landgrabens schafft für die Tiere eine natürliche Umgebung. Dafür wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt: Totholzstrukturen fördern die Population von Jungfischen. Zudem senken kleine Dämme im Fluss (Buhnen) die Fließgeschwindigkeit und renaturieren so das Gewässer.

Wie bisher unterquert der Ooser Landgraben die Rheintalbahn im Bereich der Neptunstraße in Niederbühl. Dann führt das neue Bett den Bach parallel zur Grundwasserwanne des Tunnels. Am südlichen Ende unterquert das Gewässer die Neubaustrecke und einen Wirtschaftsweg. Anschließend knüpft es an seinen ursprünglichen Verlauf an.

Um das neue Bachbett herzustellen, wurden rund 30 000 Tonnen Erdmaterial ausgebaggert. Große Teile dieses Sand-Kies-Gemischs verwendet die Deutsche Bahn wieder. Mit dem Material werden die Arbeitsräume verfüllt. Diese befinden sich zwischen der Grundwasserwanne unter der A 5 und dem Betontrog auf der Tunnelbaustelle.

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Erstellt:
11. Juni 2020, 16:00 Uhr
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