Kurzfristige Kündigung schockt Pflegefamilie

Rastatt (as) – Einer langjährigen Pflegefamilie wird kurzfristig gekündigt. „Unsensibel“ finden die Pflegeeltern das Vorgehen des Jugendamts und fragen sich, wo die Fürsorge für Pflegeeltern bleibt.

Pflegekinder sind in der Regel „Kinder auf Zeit“. Für Unstimmigkeiten sorgt im Landkreis Rastatt eine sehr kurzfristige Rückführung. Symbolfoto: Peter Kneffel/dpa

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Pflegekinder sind in der Regel „Kinder auf Zeit“. Für Unstimmigkeiten sorgt im Landkreis Rastatt eine sehr kurzfristige Rückführung. Symbolfoto: Peter Kneffel/dpa

Von Anja Groß

Familien, die bereit sind, ein Pflegekind aufzunehmen und zu versorgen, werden von den Jugendämtern allerorten händeringend gesucht. Denn manchmal sind Eltern mit der Verantwortung für ihr Kind aus unterschiedlichen Gründen überfordert – Krankheit, Schicksalsschläge oder finanzielle Probleme . In solchen Situationen bieten Jugendämter „Hilfe zur Erziehung“ an und vermitteln beispielsweise in eine Pflegefamilie. Bleibt dabei das Sorgerecht aber bei den leiblichen Eltern, können diese den Vertrag jederzeit kündigen – auch sehr kurzfristig, wie es eine Pflegefamilie aus dem Landkreis nach mehr als zehn Jahren erlebt hat.
Gerade für jüngere Kinder biete eine Pflegefamilie die Chance, dennoch in einer Familie aufzuwachsen, erläutert Gerald Maisberger, Leiter des Jugendamts im Landratsamt Rastatt. Pflegeeltern müssten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass ihr Pflegekind ein Kind mit zwei Familien ist und bleiben wird. Auch Kinder, die unangenehme Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie machen mussten, lieben ihre Eltern und haben eine starke Bindung an sie. Umgangs- und Besuchsrecht stehen den leiblichen Eltern auf Wunsch deshalb ausdrücklich zu. Von Pflegeeltern wird eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie erwartet.

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Erstellt:
7. Oktober 2020, 18:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 36sec

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