Kuriose Relikte aus der Zeit des Kalten Kriegs

Rastatt – Der ehemalige Luftschutzraum unter dem Rathaus in der Herrenstraße wurde 1964 gebaut, um Schutz bei einem Atombombenangriff zu bieten. Heute wird er als Lager für Akten genutzt.

Stadtarchivar Oliver Fieg vor der Filtereinheit für die Lüftungsanlage. Foto: Vetter

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Stadtarchivar Oliver Fieg vor der Filtereinheit für die Lüftungsanlage. Foto: Vetter

Von Markus Koch

Das Gedenken an den 75. Jahrestag der verheerenden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hat erneut in den Blick gerückt, wie verheerend der Einsatz von atomaren Waffen ist. Mit der Flagge von „Mayors for Peace“ vor dem Rathaus setzt sich Rastatt für die Abschaffung von Atomwaffen ein. Wie real die Gefahr eines Atomschlags in den 1960er Jahren in Deutschland war, verdeutlicht der Luftschutzraum unter dem ehemaligen Landratsamt in der Herrenstraße. Dort sollten im Falle eines Falles jedoch nicht Rastatter Bürger, sondern der Katastrophenschutzstab und 150 Mitarbeiter der Kreisverwaltung Zuflucht finden.
Tiefgaragen sind normalerweise auf dem untersten Niveau eines Gebäudes. Normalerweise. Doch beim ehemaligen Landratsamt in der Herrenstraße, das die Stadt der Kreisbehörde abgekauft hat und nun als weiteres Rathaus nutzt, liegen die Dinge etwas anders. Wer die Tiefgarage betritt und durch eine Glastür den Gang des Untergeschosses entlangläuft, stößt auf eine Treppe, die nach unten ins zweite Untergeschoss führt. Das Schild „Kellergeschoss. Kein Zutritt“ soll Unbefugte vom Gang in die Tiefe abhalten. Dort befinden sich Räume, die Schutz bei einem atomaren Angriff bieten sollten.

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Erstellt:
10. August 2020, 06:00 Uhr
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