Kretschmann enthüllt neues Wilhelm-Tell-Denkmal

Ötigheim (sl) – Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will am Freitag, 3. Juni, nach Ötigheim kommen, um das lange geplante neue Wilhelm-Tell-Denkmal der Volksschauspiele zu enthüllen.

Wartet auf den Abtransport: Das zwei Meter hohe Wilhelm-Tell-Denkmal für Ötigheim steht (fast) fertig in einer Dresdner Bronzegießerei. Foto: Gießerei Ihle

Wartet auf den Abtransport: Das zwei Meter hohe Wilhelm-Tell-Denkmal für Ötigheim steht (fast) fertig in einer Dresdner Bronzegießerei. Foto: Gießerei Ihle

Von BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

Der Festakt ist für 17.30 Uhr anberaumt und findet vor dem Eingang zur Freilichtbühne statt. „Der Ministerpräsident erweist damit Ötigheim eine besondere Ehre“, freut sich Markus Wild-Schauber auf den hohen Besuch. Er ist seitens der Volksschauspiele federführend für das Denkmalprojekt verantwortlich und hat dieser Tage einen Anruf aus dem Büro des Regierungschefs erhalten.

Das Denkmalprojekt hatte coronabedingt zwei Jahre geruht. Es kostet 60.000 Euro und wurde komplett durch Spenden finanziert. Das Ötigheimer Tell-Standbild orientiert sich an der vier Meter hohen Plastik des Bildhauers Richard Kissling für die Gemeinde Altdorf in der Schweiz. Die zwei Meter hohe Ötigheimer Bronzefigur soll einen Sockel aus Naturstein erhalten. Letzte Arbeiten am Feinschliff sollen noch in der Gießerei Ihle in Dresden stattfinden, wo sich das Denkmal derzeit befindet.

Doch Wild-Schauber ist zuversichtlich, eine Spedition zu finden, die das Kunstobjekt rechtzeitig nach Ötigheim befördert. Außerdem verfolgt er noch eine besondere Idee für die Enthüllung: Er möchte Nachfahren des ersten Ötigheimer Tell-Darstellers einladen. „Unser Tell-Denkmal ist nicht nur ein Zeichen für Freiheit und Menschenwürde, es erinnert auch an die Generationen von Mitspielern, die die Volksschauspiele einst aufgebaut und über ein Jahrhundert hinweg durch ihr Engagement getragen haben“, erklärt er. Manche Familie im Ort war schon bei der ersten Tell-Aufführung 1910 mit dabei. Und ist es bis heute. „Doch ausgerechnet für den ersten Tell-Darsteller Georg oder Gregor Kühn und seinen Tell-Knaben Friedrich Maier kennen wir keine Spur in die Gegenwart“, gibt Wild-Schauber zu.

Kühn verkörperte immerhin bis 1921 den Meisterschützen. Im Dorf wurde er ob seiner vielen Auftritte meist nur noch „der Tell“ genannt, erzählt Wild-Schauber. Friedrich Maier habe nach einigen Jahren naturgemäß nicht mehr den Knaben gespielt.

Nun wenden sich die Volksschauspiele mit einer Bitte an die Bevölkerung: „Wer kann Auskunft über diese beiden Akteure geben? Jeder Hinweis ist hilfreich“, ist Wild-Schauber schon gespannt: „Sollte es noch Verwandte geben, würden wir sie bei der Enthüllung des Tell-Denkmals gerne begrüßen.“ Hinweise erbitten die Volksschauspiele unter Telefon (0 72 22) 4 01 33 22 oder per E-Mail-Adresse an tell-me @email.de.

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Erstellt:
29. April 2022, 15:12 Uhr
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